Willkommen

Herzlichen Willkommen auf ABCreativ. Ich freue mich über Ihren Besuch und darf Sie dazu einladen, sich von den Texten, Bildern und Werken inspirieren zu lassen.

Kommen Sie bei Nachfragen gerne auf mich zu! Herzlich Ihre Beate Appel

Autorin

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Wer bin ich? Fast schon eine philosophische Frage, aber so genau wollen Sie das bestimmt auch nicht wissen. Faktisch bin ich Beate Appel, Jahrgang 1957, verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne. Meine Leidenschaft ist das Schreiben, was mich bewogen hat diese Homepage zu erstellen, um meine „Werke“ mit Ihnen zu teilen. Schriftstellerisch vorzuweisen habe ich Veröffentlichuneng einiger Kurzgeschichten. Weiterhin bin ich seit 6 Jahren Redakteurin des Stadtteiljournals „Der Schlaucher“ wo ich auch eine eigene Kolumne schreibe. „DDSK – Dixi Dax Schlaucher Kolumnen“ können sie auf der Homepage nachlesen. Monatlich erscheint eine Neue. Im März 2013 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht „Mord im Ort“ eine Krimipersiflage. Meine Gedichte dürfen nun Dank der Homepage ans Licht der Öffentlichkeit „Bilder und Poesie“. Gedichte aller Couleur, eingebettet in fantastische Fotoaufnahmen von meinem Mann Thomas und unserem Freund Norbert.

Der Button Creativ zeigt eine andere Seite von mir. Creativ Shoe Art. Schauen Sie, staunen Sie, lesen Sie. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen. Creativ sind auch meine neuesten Zeichnung. Bleistiftzeichnung, die ich fotografiert habe und dann mit dem Computer verändert habe. Viel Freude beim Betrachten

 

Ihre Beate Appel

Bilder & Poesie

Schau hin!

schau genau

 

 

 

 

 

Jeder schaut weg,
keiner schaut hin
Schaulustige schauen ohne Sinn

Nichts hören
Nicht sehen
erst recht nichts sagen
sollen sich andere damit plagen

Irgendwann wird schon irgendwer was tun
Also mein Gewissen lässt mich ruhn
Warum auch ich und nicht der da drüben
Sollen sich andere in Zivilcourage üben

Ich würd ja gern, aber wenn es nicht wahr
Ich muss schließlich hier leben noch viele Jahr
So schlimm wird’s schon nicht sein
Wahrscheinlich trügt wie so oft der Schein

Gerüchteküche, vielleicht ist es nur das
Wo liegt eigentlich das kriminelle Maß
Einmischen könnte für mich negativ sein
Außerdem hab ich keine Zeit und bin im Verein

Ist das Kind in den Brunnen dann gefallen
Hört man es von überall her schallen:
Wie kann man bloß, Pfui was für Leute
Hinter Gittern, noch gleich heute

Doch vor der Verurteilung steht die Tat
Und nur wer Gutes tut, säat keimende Saat
Keiner hat versucht es zu verhindern
Die Not, Misshandlung, das Elend zu lindern

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht
Hinschauen ist des Menschen oberste Pflicht
Drum schau Du nicht weg,schau hin
Nur das macht für dein Leben Sinn

 

 

Gedanken um einen verlorenen Freund

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Du stehst am Grab eines lieben Menschen
Bist traurig und weinst.
Weinst Du wirklich um ihn ?

Beweinst Du Dich ?
Beweinst Deine eigene Endlichkeit
Beweinst Deine Unzufriedenheit
Beweinst Dein Leben

Dein Leben, das noch nicht zu Ende ist,
wie dessen, der vor Dir liegt
Deine Chance, Dein Leben zu überdenken.

Halte inne, im Angesicht des Todes
Sein Vermächtnis an Dich
Die Besinnung auf Dich selber
Deine Chance auf Deine Auferstehung

Deshalb weine getrost,
lass Deinen Tränen freien Lauf
und wenn sie getrocknet sind,
prüfe Dein Leben
um des Toten und Deinetwillen

 

 

Tränen

Tränen

 

 

 

 

 

 

 

 

Tränen der Freude

Tränen des Lachens

Tränen der Erleichterung

Kullern sacht über deine Wangen

Tropfen für Tropfen

 

Tränen der Verzweiflung

Tränen der Enttäuschung

Tränen des schmerzes

Schießen dir in die Augen

Rinnsal für Rinnsal

 

Doch

Das tiefste Leid ist tränenlos

 

 

Wie lange noch! 

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Noch blühen Wiesenblumen

Nicht mehr ganz so bunt

Noch rauschen im Wald die Bäche

Nicht mehr ganz so klar

Noch fliegen Vögel

Nicht mehr alle Arten

Noch scheint die Sonne

Nicht mehr ganz so hell

Noch lebt der Mensch

Noch!

 

 

Angst

angst

 

 

 

 

 

 

Schleichst dich von hinten leise heran

Überfällst mich aus heiterem Himmel

nimmst mir die Luft zu Atmen

Machst mich schwindelig

Entziehst mir den Boden unter den Füßen

Umklammerst mich mit festem Griff

Und lässt nicht los und locker.

 

Mein Verstand hat dich durchschaut,

aber meine Gefühle machen mich dir unterlegen

Du spielst mit mir.

Du bist die Katze ich die Maus

Wo bleibt da eine Chance

 

Mir bleibt nur das Mauseloch.

Jahrelange hälst du mich wie eine Gefangene,

lauerst mich immer wieder auf, wenn ich mich herauswage

Meine Kräfte schwinden,

wer wird als Sieger aus diesem ungleichen Duell hervorgehen.

 

Langeweile, Unzufriedenheit und Sinnlosigkeit sind Dein Nährboden.

Veränderung Dein Todesurteil.

Ich habe die Wahl der Waffen….

 

 

 

Rate, rate was ist das ?

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Rate, rate was ist das?

Es ist kein Fuchs es ist kein Has.

Man kanns nicht greifen, nicht verstehn

Doch das Leben fängt sich um ES zu drehn.

 

Du kannst ES nicht benennen,

kannst ES nicht sehn

Du bist nicht mehr Du selber

Und keiner kann Deine Angst verstehn.

 

Es ist, als setzt sich eine Maschinerie in Gang,

die zu unterbrechen Dir nie gelang.

Immer tiefer die Spirale sich dreht,

das Leben völlig an Dir vorübergeht.

 

Keine Lebensfreude, keine Lebensqualität,

schaffst Du es jemals oder ist es zu spät?

Benenne die Quälerin, ruf sie beim Namen

Und gib Ihr, der Angst, keinen neuen Samen.

 

Denk nach, verändere und bewege dich viel

Und Du merkst die Angst erreicht nicht mehr ihr Ziel

Die Rollen sind getauscht, du kannst sie bezwingen

Und den Sieg über die Pein Mit Namen Angst erringen

 

 

Werte

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Was sind denn Werte ?

Wer kennt sich damit aus?

Wo gibt`s die zu kaufen ?

Wie sehen die denn aus?

 

Wieso soll man die haben ?

Weshalb sind die ein Muss ?

Wann findet man die auf ebay ?

Warum redet jeder vom Werteverlust ?

 

Werte sind die Basis des Zusammenlebens

Die kann man nicht kaufen nur weitergeben.

Du kannst sie nur spüren, sie wirken sich aus,

Schon ein kleines Kind kann sie lernen zuhaus.

 

Ihr Verlust ist eng verbunden mit Mensch und Natur.

Drum setze dich ein für die Erhaltung der Wertekultur

 

 

Vorfreude

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Nur ein Wort und doch so gewichtig

Was steht vor der Freude

Lust

Lust auf Neues

Lust auf Abenteuer

Lust auf Leben

 oder

Angst

Angst vor Ungewissheit

Angst vor Enttäuschung

Angst vor Versagen

Die Freude vor

Was

Wem

Sich vor etwas freuen

Heißt sein Leben genießen

Vor der Freude und

Nach der Freude

 

  

Lippenbekenntnisse

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Schön, voll, geschwungen  und rund

Runzlig, punzlig, blass und wund

Rot, rosa, orange und braun

Lippen sind interessant anzuschaun

 

Schmale, dünne, große kleine

Schiefe, hängend, sinnlich feine

Lachend,traurig, nachdenklich oder heiter

Lippen sind zwischenmenschliche Begleiter

 

Sie gaukeln, erheitern und betrügen

Lächeln dich an und tun dich belügen

Reden falsch Zeugnis, belasten schwer

Schwören Eide bei ihrer Ehr

 

 Lippen sind manchmal nur schöner Schein,

denn manch Wort, das sie verlässt, verletzend kann sein

Ist es erst den Lippen entwichen

Gibt es kein zurückgepfiffen.

 

Liebevolle Worte den Lippen entrinnen

Herz und Seele des Empfängers freudig stimmen

Von Spass und Freude können Lippen Zeugnis geben,

aber auch von viel Elend und Schmach im Leben.

 

Egal wie der Lippen Form und Gehalt,

was sie durchdringt gibt der Person Gestalt.

Was nutzt die schönste Lippe in Form eines Herzens,

wenn  sie sich öffnen und bringen dir Schmerzen.

 

Hass in den Augen nicht ein Lächeln der Lippen flicken kann

Drum öffne deine Lippen wirklich erst dann

Wenn die Worte die deinen Lippen entweichen,

den Menschen dir gegenüber ehrlich erreichen

 

 

Kalenderjahr

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An einem Tag im Januar,

da wurde mir auf einmal klar,

die Lebensmitte ist vorrüber

und vielleicht bin ich gar schon drüber

was ist erreicht, wo will ich hin

was hat in meinem Leben Sinn

 

An einem Tag im Februar,

da war mir immer noch nicht klar

will ich mehr nehmen oder geben

oder gar noch oben streben

Will ich alles beim Alten lassen

Oder mir gar ein Herz für Neues fassen

 

An einem Tag im März

Da fühlte ich nur noch Schmerz

Mehr und mehr Gedanken ich mir machte

Doch zustande ich nichts brachte

Was war der Sinn nur meines Lebens

War denn alles nur vergebens

 

An einem Tag im April

Spürte ich den Frühling ,spürte ich will

Ich will noch Freude am Leben finden

Mich nicht in Depressionen winden

Will weniger hinterfragen und Dinge einfach tun

Die ich mag und die mich lassen innerlich ruhn

 

An einem Tag im Mai

War es endgültig mit Warten vorbei

Die Wärme und das Sonnenlicht

Zu meinem Innersten durchbricht

Erwärmten Körper, Seele, Geist

Öffneten Verhärtetes und machten mich bereit

 

Tage im Juni, Juli und August verronnen

Ohne dass ich Veränderung habe vorgenommen.

Morgen, morgen nur nicht heute.

Sag ich wie so viele Leute.

Veränderung macht Angst und Frust

Behindert meine neue Lebenslust.

 

An einem Tag im September

Beginnt sich langsam was zu ändern.

Du löst die erste Beziehung, die dir nichts gibt

Du trennst dich von Dingen, die du nicht liebst

Du beginnst auch mal leise NEIN zu sagen

Du lässt dich darauf ein um Hilfe zu fragen

 

An einem Tag im Oktober

Da fühlst Du Dich schon wohler

Du sagst ohne Angst auch laut mal nein

Du bist nicht mehr nur lieb und fein

Du spürst da ist eine Energie in dir drin

Doch noch ergibt das für dich keinen Sinn

 

An einem Tag im November

Spürst du, dass sich was verändert

Du bist befreiter, ehrlicher und offen

Du betritts Neuland, beginnst zu hoffen

Dass Erfahrungen und Erlebnisse dich bereichern

Die neugewonnene Offenheit dich erleichtert

 

An einem Tag im Dezember

Nur ein Blatt noch zeigt der Kalender.

Du hast noch viel Arbeit vor Dir liegen

Nichts geschieht auf Brechen und Biegen

Auch wird es möglicherweise noch dauern,

bis eingerissen sind die alten Mauern

 

An einem Tag im neuen Jahr,

ist vieles anders,

aber auch noch ein bisschen wie es war.

 

 

 

Das Gemälde deines Lebens

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Rein und unbefleckt am Tag deiner Geburt.

Das Material der Leinwand hängt von den Gegebenheiten ab in die du hineingeboren wirst.

Mal ist es feinste Leinwand, mal grobes Linnen gespannt auf einen krummen schiefen Rahmen.

Entscheidend aber ist, wie du sie bemalst und wen du daran mitarbeiten lässt.

Die ersten Pinselstriche auf deiner Lebensleinwand werden sichtbar.

Noch vorsichtig und unsicher entstehen die ersten Lebenslinien.

Dann werden sie immer kräftiger und zielgerichtet

an manchen Stellen entstehen dunkle Farbflecken.

Körperliche und seelische Blessuren auf deiner Lebensleinwand.

Dann entdeckt der Betrachter wieder Stellen mit frischen, bunten Farben und federleicht geführtem Pinselstrich.

Kinderhände versuchen sich auf deinem Gemälde zu verewigen.

Sie runden dein Bild formvollendet ab.

Erlebnisse, Erinnerungen, Erfahrungen,

Gutes und Schlechtes, Schönes und Hässliches,

alles fügt sich zu einem Gemälde.

Die eigentliche Pinselführung deines Lebens aber hat ein anderer inne,

deine Hand wird geführt vom größten Künstler des Universum.

Nur er weiss, wann das Bild deines Lebens beendet sein wird.

Aber eines ist sicher.

Das Gesamtkunstwerk deines Lebens wird einzigartig und unbezahlbar sein.

 

 

Wie geht es Dir?

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Jeden Tag und viele Male

Hören wir rhetorisch diese Frage

Wie geht`s dir und im nächsten Augenblick

Zieht dein Gegenüber sich zurück

„Wie geht es dir?“fragt man und will es gar nicht wissen

Unwissenheit ist ein sanftes Ruhekissen

„Wie geht es Dir, ach weißt du schon

Frau Müller hat jetzt ihren Sohn

Herr Maier hat was mit Frau Schwab.

Schön, dass ich dich gesehen hab

Ach was ich dir noch will erzählen

Ich hab ja soviel Sorgen die mich quälen.

Mein Blutdruck macht mir große Sorgen

Will mal zum Arzt deswegen morgen.

Mein Mann ist nun im Ruhestand

Wir streichen gerade unsere Mauerwand

Meine Tochter hat endlich einen Mann

Und unser Sohn fängt sein Jurastudium an

Freut mich dass es gut dir geht

Muss weiter, denn es ist schön spät .“

„Mir geht es schlecht, bin viel allein

Würde gerne reden über meine Pein

Würde gern erzählen über meine Sorgen,

über meine Ängste vor dem Morgen.”

 

Mich interessiert es wirklich wie es um dich steht

Drum sag mir ehrlich wie`s dir geht. 

 

Was Mann Kann!

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Gibt es den Mann, der alles kann

Gibt es ihn, den Supermann?

Laut ihm ist er es, ist doch klar

Kann alles und ist wunderbar

Doch bei genauerem Analysieren

Gibt’s einige zu kritisieren

 

Kann er kochen, kann er waschen

Kann er herzlich mit dir lachen

Und Komplimente in Gedichtform machen

 

Kann er bügeln, kann er reparieren

Kann er den Kindern Brote schmieren

Und mit Schwiegermuttern freundlich telefonieren

 

Kann er singen, kann er tanzen

Kann er gut im Garten pflanzen

Und verdoppeln die Finanzen

 

Kann er zuhörn, kann er Romantik nicht nur buchstabieren

Kann er Rilke, Kant und Hesse rezitieren

Und mit einem Sixpack kokettieren

 

Kann er treu sein, kann er weinen

Kann er auch mal hilflos scheinen

Und  das Gesagte ehrlich  meinen

 

Fazit dieser Analyse

Ist wohl eher etwas trübe

Doch was soll ein Supermann

Der nicht von Herzen lieben kann

Nimmt man es beim Mann  genau

Gibt es denn die Superfrau

Manchmal sind es halt die halben Sachen

Die Mann oder Frau so liebenswert uns machen

 

 

Ehepflänzchen

freundschaft nach einstein

 

 

 

 

 

 

Pflänzchen Ehe zart und schwach,

kriegt so manchen Schauer ab.

Muss auch Stürmen widerstehn,

genießt es bei Sonne sich zu drehn.

Wird kräftiger , robuster auch,

die Ehepflanze wächst im Jahreslauf

Nicht immer ebenmäßig wächst sie heran,

doch tief verwurzelt steht sie plan

Ableger treiben oder keine

Kinderglück oder zu zweit alleine

Blätter wachsen , fallen nieder

Glück und Unglück kommen immer wieder

Ereignisse, Wucherungen, Pilzbefall

Junge Pflänzchen sieht man überall

Der Stengel bricht, das ist das Aus

Die Pflanze Ehe hälts nicht aus

Doch hat sie alles überlebt,

am Ende nur die Blüte zählt.

Und der ist nach all den Jahren

Etwas wunderbares widerfahren

Gemeinsam Erlebtes erstrahlt in einer Farbenpracht,

die selbst ein Künstler nie erschafft

Strahlend, schillernd, unbeschreiblich schön

man möchte nie was andres sehn

 

Das ist der Lohn der Ehejahre

Vergönnt nur leider wenig Paare.

Drum heg und pfleg dein Pflänzchen Ehe

Gib nicht gleich auf beim ersten Wehe

Liebe,Ehrlichkeit, Vertrauen sind dein Dünger

Anerkennung,Spaß und gute Worte hält sie jünger.

Doch eines Tage ist er weg ,der Lebenssaft

Der Rest der Pflanze es noch eine Weile schafft.

Die Wurzel an höherer Stelle neu gesetzt,

wo niemand und nichts sie mehr verletzt

 

 

 

Einen Traum lang ins Paradies geschaut.

einen traum lang ins paradies reinschaun

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Traum darfst du ins Paradies reinschaun und erblicken,

was bislang Glauben und nicht Wissen.

Traumtänzer gleich findest du sicher den Weg

An dessen Ende ein lichtdurchflutetes Tor für dich offen steht

 

Von guten Mächten wunderbar hinein getragen

traumhaft empfangen, entledigt aller Sorgen und Plagen

Ein farbenprächtiger Landschaftstraum sondersgleichen,

tut Herz und Sinne von irdischen Krusten erweichen.

 

Du bist sogleich eins mit der traumhaftschönen Sphäre

Fühlst dich in ihr sicher und geborgen, als obs schon immer so wäre

Lichtgestalten hell und klar wie aus einer Traumfabrik

Bringen dir Erinnerungen an geliebte, verlorene Menschen zurück

 

Traumbilder ziehen wolkengleich an dir vorbei

Du fühlst dich hier richtig, von allem Ballast frei

Dein Lebenstraum von allem, mit materiellen Wert

Wird  hier als null und nichtig erklärt.

 

Kein Albtraum,hier gibt es kein böse, fehlerhaft, unwürdig, klein

Hier bist du Mensch hier darfst du sein

Traumwandlerisch sicher bewegst du dich an diesem Ort,

als wärs immer schon deine Heimat und du niemals fort.

 

Du spürst den himmlischen Frieden mit allen Sinnen

Nun kann das ewige Leben beginnen.

Ruhe in Frieden, ein Traum wird wahr !

Doch du bist noch nicht dran, erst im 80zigsten Jahr

Ausgeträumt ! Traurig bist du erwacht.

Doch nun liegts an dir, was du mit diesem Wissen auf Erden machst.

 

 

 

 Flügge

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Es ist soweit.

Schon so lange hast du gewusst,

dass der Tag kommen wird.

Schon so lange hast du darauf hin erzogen

Und immer wieder abgewogen.

Werte vermittelt, richtig und falsch

Liebe gegeben, warst Zuflucht und Halt.

Schon so lang ist es her,

seit sie dir in den Arm gelegt wurden

Schon so lang ist es her,

dass du ihr Knie heil geblasen

Schon so lang ist es her,

dass sie deine Umarmung gebraucht und gesucht haben

Schon so lang her

mit Schulstress, schlaflosen Nächten.

Es ist soweit

Sie sind Flügge

Aber sie verlassen nicht dich ,sondern nur ihr zuhause

Um es irgendwann auch zu fühlen:

Das Liebe, den Schmerz, den Zorn, das Verzeihen, aber vor allem

Das unbeschreibliche Glück Kinder zu haben

 

 

 

Das Spiel des Lebens 

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Mit dem Anpfiff deiner Geburt geht das Spiel des Lebens los.

Ob du in einer Frauen – oder Männermannschaft spielst

Hängst von den Chromosomen ab.

Für welche Liga und welches Land du spielst,

hängt von deiner Ursprungsfamile ab.

Das Spiel des Lebens geht sofort los.

Mal spielst du im Sturm, alles läuft bestens, du schießt ein Tor nach dem anderen.

Du spielst auf der Gewinnerseite des Lebens.

Dann wieder spielst du im Mittelfeld, kein Abspiel klappt, kein Plan funktioniert. Kein Vorwärtskommen.

Im Abwehrspiel liegst du gefoult von Schicksalsschlägen am Boden,

rappelst dich wieder hoch, spielst das Spiel des Lebens

weiter mit körperlichen und seelischen Blessuren und stehst auf der Verliererseite.

Und alles tanzt nach der Pfeife des Schiri,

er hat deine Lebensfäden in der Hand

und auch wenn du manches in deinem Leben noch so ungerecht findest,

du musst dich der höheren Macht beugen.

90 ist die Zahl der Minuten des und Jahre des Lebens,

aber vielleicht wirst du auch schon früher ausgewechselt,vom Platz geholt

Das allein entscheidet Gott, der Trainer des Lebensspiels.

Er allein entscheidet, wann es Zeit ist, in der himmlischen Liga zu spielen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Auf das irdische Leben folgt das Ewige.

 

König David (Psalm 62, 6-7)

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Immer wieder muss ich es mir sagen:

Vertrau auf Gott, dann findest du Ruhe!

Will alles selber regeln

Will alles selber organisieren

Will alles selber machen

Will alles  kontrollieren

Will alles wissen

Will alles

Will

 

Ich kann nicht mehr.

 

Er allein gibt mir Hoffnung,

er ist der Fels und die Burg,

Ich

Ich gebe

Ich gebe ab

Ich gebe ab in deine Hände

Ich hoffe auf deine Unterstützung

Ich vertraue auf dich

wo ich in Sicherheit bin;

darum werde ich nicht wanken.

Es tut so gut zu vertrauen

Es tut so gut abzugeben

Es tut so gut loszulassen

Es tut so gut  Verantwortung abzugeben

Es tut so gut sich fallen zu lassen

Es tut so gut sich sicher zu fühlen

Ich will es immer wieder



 

Frei nach dem Erlkönig von Goethe

Der Nordicwalker

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Was stöckelt so laut durch Nacht und Wind

Es ist Hans- Georg mit seiner Sieglind.

Er hält die Stecken wohl im Arm

Er hält sie sicher und stöckelt voran.

 

„Sieglinde, was birgst du bang dein Gesicht ?“

„Siehst Hans – Georg du die Steigung nicht.

Die Steigung kostet mich Kraft und Schweiß“

„Ach Sieglinde, es ist ein Nebelstreif.“

 

„Du liebe Sieglind, komm walk mit mir

Gar schöne Wege zeig ich dir.

Manch bunte Blumen sind am Wegesrand

Vorzüglich steht dir dein Walkinggewand

 

„Hans- Georg, Hans Georg hörest du nicht

Was du nur für Zeug daher sprichst.“

„Atme ruhig und bleib ruhig meine Sieglind

Und hör ,wie in dürren Blättern säuselt der Wind.“

 

„Willst alter Knabe du immer walken gehn

Und unsere Töchter warten schon

Unsere Töchter schauen nur einmal die Woche rein

Und warten und tanzen und trinken allein.“

 

„Hans – Georg, Hans- Georg  und siehst du nicht dort

Noch mehr Nordic Walker  am selben Ort.“

„Sieglinde, Sieglinde ich seh es genau

Es scheinen die Mayers vom Nachbars Bau“

 

„Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,

aber walkst du jetzt nicht schneller, so brauch ich Gewalt.“

„Hans – Georg, Hans -Georg, fass mich bloß nicht an,

sonst erlebst du was ein Walkingstock sonst noch kann.“

 

Dem Hans – Georg langst, er walkt geschwind,

hinterher walkt Sieglinde, wie ein ächzendes Kind

Erreicht ihren Hof mit Müh und Not

Hans-Georg ist stolz und Sieglinde tobt.

 

  

 

Streitwort mit 4 Buchstaben

            IKEA

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Alle kennen es, alle wollen hin.

Ikea ist aber nichts für Leute mit Familiensinn.

Mit Mann, Kind  und Auto zieht man aus,

direkt ins Einkaufs Paradies , meist weit weg von zuhaus.

Kind und Tasche gibt man ab,

zum Mann heißt`s mach mir ja nicht schlapp .

Billy, Heykan; Arild und Sören,

nicht etwa Kindernamen sind zu hören

Regal, Tisch und Bettnamen sind so gewählt

die persönliche Bindung zum Möbel wird hergestellt

Stunden später ein Zettel voller Zahlen,

geht`s ab in die Markthalle, die Halle der Qualen.

Die Qual der Wahl, man braucht nichts und kann doch alles gebrauchen

Die Füße tun schon weh vom langen Laufen.

Ein Ende ist noch nicht in Sicht vom Schinden,

nun gilt`s zu den Zahlen die Regale zu finden.

5 Stunden, 10 km und 300 € später, die Stimmung ist mies,

fast vergessen die Kleinen im Kinderparadies.

Die sind genervt vom Spielen mit wildfremden Kindern,

lassen sich aber trotz Geplärre nicht am Hot Dog essen hindern.

Die Gurken, Zwiebeln und Soße der Hot Dog Station,

landen auf Boden, Hemd und Hose von unserem Sohn.

Ein schneller Aufbau zuhause, so hat man gedacht,

aber schon mit der Anleitung sind Stunden verbracht.

Die Ehe in der Krise, die Nacht fast vorbei,

da stellt man erschöpft fest, ein Teil ist nicht dabei.

Dieselbe Prozedur noch einmal, ein erneut gefüllter Tank.

Die Nerven und nicht nur die liegen blank.

Dann  ist es vollbracht, der IKEA Schrank, er steht,

wen störts da, wenn die eine Tür nicht ganz geht.

Da kommt die Oma mit einem Prospekt in der Hand,

“Bei Mann Mobilia kostet er weniger, wird aufgebaut und sogar versandt.”

 

 

 

Mein Mann

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Mein Mann, was der so alles kann

oder können sollte

wenn er mal nur wollte

wollen tut er gar nicht gerne

Hausarbeit beäugt er aus der Ferne

Fern ist ihm die Küchenzeile

Dafür joggt er lieber noch`ne Meile

Meilenweit entflieht er auch

Steht Verwandtschaft uns ins Haus

Haus und Hof nennt er gern  sein eigen

Doch Instandhaltung derselben tut er meiden

Meiden tut er auch die Pflichten

Die sich als Vater um ihn verdichten

Verdichten kennt er nur beim Horten

Von Wein und Zigarillosorten

Sorten von Gartenblumen kann er nicht benennen,

dafür gern mal ins nahe Autohaus hinüberrennen

Rennen kann er , ohne Frage

Auch gern zum Fussball , nächste Plage

Doch eine Plage ist er nicht,

er ist halt nun mal wie er ist.

Im Grunde ist er lieb, treu und  brav

Was besseres kommt selten nach

 

 

Streitkultur

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Streiten dass die Fetzten fliegen

Streiten dass sich Balken biegen

Streiten ohne nachzudenken

Streiten ohne einzulenken

Streiten ohne Streitkultur

Streiten, einfach streiten nur

Streiten und mit Worten nur verletzten

Streiten und mit Altlasten vernetzen

Streit macht wütend, müde, stur

Streit macht Nervenschwach und ist Stress pur

Nach dem Streit man kanns kaum fassen

Hinreissen und sich gehen lassen

Diskussionen bitte gerne, das muss sein

Doch Streit macht einsam und allein.

Und die Moral des Streites

Fängt einer an, such`s Weite

 

 

 

Wir sind Burger

wir sind die burger

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind die Burger Ge-ne-ra-tion

Montag bis Freitag und am Sonntag mit Frau und Sohn

Doppelwopper, Pommes, Cola und nicht etwa die light

Esskultur gibt’s keine, dafür ist keine Zeit

1000 Kalorien mal schnell einverleibt

Nur ein bisschen schlechtes Gewissen das bleibt

 

Deutschland wird  dicker, wen juckt das schon

Wir sind die Burger Ge-ne-ra-tion

 

Wir sind die Döner Gene-ra-tion

Schmeckt halt und ich scheiß auf Mi-gra-tion

Yufka mit Zwiebeln, Soße und Fleisch

Die Brühe tropft die Finger lang, egal

 

Deutschland wird dicker, wen juckt das schon

Wir sind die Döner Ge-ne-ra-tion

 

Wir sind die Fast Food Generation

Arbeit ham wir keine, aber Kohle ham wir schon

Chillen, schnell was essen und das ohne Stil

Jeder sitzt allein und schmatzt wie er will

Mit Familie am Tisch und dann noch reden

So`n Mist kann nur ein Politiker von sich geben

 

Deutschland wir dicker, wenn juckt das schon

Wir sind die Fast Food Generation

Deutschland und ich werden dicker, manchmal juckt`s mich schon

 

 

 

Abendgebet

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Guten Abend, gute Nacht

Mit Rosen bedacht

Eine Spieluhrkindheitserinnerung

Mit Näglein besteckt

Schlüpf unter die Deck

Ein Albtraum, wer will dem Kind was antun

Morgen früh wenn Gott will

Wirst du wieder geweckt

Und wenn er nicht will

Was dann, das Kind mit Näglein besteckt unter der Decke

Vor Angst kann das Kind nicht einschlafen

Und doch ist die Melodie so unglaublich schön

dass die Erinnerung ein Leben lang bleibt.

Dank Brahms Musik verliert der Text seinen Schrecken.

 

 

Angstmarionette

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Aus heiterem Himmel überfällt sie dich,

rücksichtslos schlägt sie dir ins Gesicht

Du taumelst, stehst wieder auf

Aber immer öfter, überall

Zwingt sie dich erneut in die Knie

Mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Todesangst

Sie wird uneingeladen dein täglicher Begleiter

Erst tage, dann Monate, dann Jahre

Die Angst vor der Angst ist allgegenwärtig

Du hängst in den Seilen wie eine Marionette

An viel zu langen Fäden

Die Angst ist der Puppenspieler, er spielt ein Drama mit dir

Die Bühne ist dein Alltag, die Szenen aus dem Leben

Der Supermarkteinkauf, der Kinobesuch,

Menschenansammlungen

Du fürchtest dich vor dem unbarmherzigen Publikum,

der öffentlichen Meinung

Fürchtest dich davor, vollständig die Kontrolle zu verlieren,

anomal, verletzt, verstoßen, geächtet zu sein.

Doch was passiert wenn du dich ihr stellst.

Anstrengend, traurig, schmerzvoll,

aber fast unmerklich zieht sich die Angst zurück

Du hast ihr die Fäden über dein Leben

wieder aus der Hand genommen.

 

 

 

Mobanda, der Elefant

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Es war einmal ein Elefant

Mobanda war sein Name.

Aus Schwarz Botswana kam er her,

und wollte mal in Urlaub gehn,

sich den Rest der Welt besehn.

Doch was er da entdeckte dann

Versetzte ihn in Schrecken

Die Luft war schlecht,

die Städte voll,

die Menschen nur am Hetzen.

Verzweifelt suchte er Natur,

die Ruhe und den Frieden

doch alles was er finden konnt,

war künstlich, gefährlich und getrieben

Dann traf er Moffat aus dem Zoo

sein Herz wurd schwer und schwerer,

der  Arme, der in Enge nur, mit einem Baum muss leben und niemals nie

das endlos weite Afrikas kann spüren.

Er sehnte sich nach seinem Land,

nach riesig großen Herden,

in denen jeder Einzelne würd niemals einsam sterben

 

 

Dankbarkeit

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Dankbarkeit, ein großes, schweres Wort,

aber eigentlich völlig einfach und simpel

dankbar, dass der Mensch den du unterwegs trifft dich grüßt

dankbar, dass dein Nachbar dir deinen Mülleimer mit rausstellt

dankbar, dass der Briefträger heute mehr als nur ein Wort mir dir gewechselt hat.

Dankbar, dass es heute nur bewölkt ist und nicht ständig regnet

Aber hast du heute auch schon danke gesagt.

Nicht selbstverständlich hinnehmen, sondern schätzen lernen und sagen

Wem ?

Deinem Kind, deinem Partner, deinem Nachbarn, einem Fremden, deinem Herrn

Sei dankbar, dass du leben darfst und die Chance hast zu danken

 

 

Das Wörtchen muss

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Hör dir einfach mal beim Reden zu

Und du wirst sehen,

dein ganzes Leben scheint sich um das Wörtchen muss zu drehen

Sachlich betrachtet ist es nur ein Verb

Ein knappes kurzes, etwas herb

 

Morgens stehst du nicht nur auf,

nein aus den Federn musst du raus

Frühstück steht bereit, du musst was essen

du musst Zeitung lesen, nicht vergessen.

Bei der arbeit geht es gerade dann so weiter

du musst dies , das tun und so weiter

 

In der Mittagspause musst du noch was besorgen,

denn Gerda hat Geburtstag morgen.

Feierabend und du musst zur Bahn

Musst viele Haltestellen fahrn

 

Musst noch beim  Bäcker schnell was kaufen

Musst dann die letzten Schritte laufen

Musst  mit Frau Maier Small Talk halten

Musst auch noch grüßen ihren Alten

 

Musst deine Arbeitskluft versorgen

Musst richten alles schon für morgen

Musst essen dann mit deiner Frau

Musst hinterher noch Fernseh schaun.

 

Musst schlafen gehen, denn es ist schon spät

Warum nur muss vor allem steht.

Du kannst auch können, dürfen, wollen

Man tut`s viel lieber, auch bei sollen

Drum lass das Muss und leb die anderen Verben

Einzig alleine musst du sterben

 

 

 

Der gute Hirte

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Der Herr ist mein Hirte,

darum leide ich keine Not.

Er bringt mich auf saftige Weiden

lässt mich ruhen an frischem Wasser

und gibt mir neue Kraft

Mein Chef ist der Hirte der Firma für die ich arbeite

Durch den Job bei ihm kann ich mir mein Haus, mein Auto, mein Boot leisten

Auch zweimal im Jahr Urlaub machen, was ich immer dringend nötig habe,

aber es auch da kaum schaffe zu ruhen

Kraft tanken  fällt mir immer schwerer.

Auf sicheren Wegen leitet er mich

Und dafür bürgt er mit seinem Namen,

Solange ich funktioniere und Ertrag bringe

Und muss ich auch durch das finstere Tal

Ich fürchte kein Unheil – noch nicht

Aber was wenn die Arbeitslage noch schlechter wird, Entlassungen anstehen

Du Herr bist ja bei mir

Du schützt mich und führst mich

Das macht mir Mut, wenn ich kurz vorm Überfordert sein stehe

Steht mir mein Chef aber wirklich bei, wenn es an seinen Geldbeutel geht

Sichert er mir meinen Arbeitsplatz, mein geregeltes leben,

wenn ich nicht mehr rentabel bin

Da sitze ich plötzlich bei ihm zuhause an einem Tisch

mit meinen Konkurrenten, meinen Feinden

Bin ich das letzte Mal sein Gast?

Er füllt mir den Becher randvoll, das brauche ich auch, inzwischen immer öfter

Der Herr ist mein wahrer Hirte

Seine Güte  und Liebe umgeben mich

Egal wer ich bin und was ich kann

An jedem Tag ,unabhängig von meiner Leistung

In seinem Haus darf ich bleiben ein Leben lang,

ohne Angst entlassen zu werden.

Dieses Angebot nehme ich dankbar an

Und finde endlich zur Ruhe an frischen Wassern

 

 

Der Weg zum Leben

Gedanken zu Psalm 16

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Mein Glück find ich allein bei dir

Im Land werden viele Götter verehrt an denen auch ich meine Freude hatte.

Lange hat es gedauert

Lange und schmerzhaft war der Weg der Erkenntnis

Lange habe ich meine Augen verschlossen aus Angst vor Verlust

Ich habe sie alle verehrt

Götter der Überheblichkeit

Götter der Arroganz

Götter der Zügellosigkeit

Götter des Egoismus

Götter der Falschheit

Götter des Mammon

Ich gieße diesen Göttern kein Opferblut mehr hin

Du zeigst mir den Weg zum wahren Leben

 

 

Ehe

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Verliebt

Verlobt

Verheiratet

 

Und dann

 

Alltag

Alltäglichkeiten

 

Tage des Miteinanders,

Tage des Nebeneinanders,

Tage des Voneinanders,

Tage des Auseinanders

 

Oder

 

Verheiratet

Verbunden

Vertraut

Und immer noch verliebt !

 

 

Eltern

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Eltern werden ist nicht schwer,

Eltern sein dagegen sehr

Wer lernt uns denn schon Eltern sein,

ihr müsst es lernen ganz allein

Ein neues Menschlein ist geboren,

als Eltern fühlst du dich verloren

neu, hilflos , eures ganz allein

Wer lernt uns nun schon Eltern sein

Gefühl, probieren und studieren

Mal dies mal das, viel ausprobieren

Falsch, richtig, alles zu vermasseln

Schlimmer als durch eine Prüfung rasseln

Wer lernt uns denn schon Eltern sein

Ein Kind bekommen geht fast von allein

Wie soll ichs machen, was ist richtig

Dein Leben vorher null und nichtig

Wer lernt uns denn schon Eltern sein

Anschauen gilt nicht, machs allein

Dein Lebenswerk steht auf dem Spiel

Gute Erziehung ist dein Ziel

Doch wie, wieso, weshalb, warum

Nur wer nicht nachfragt, der bleibt dumm

 

 

 

 Es ist mein Leben

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It`s my life

Es ist mein Leben

Es lebt niemand für mich

Es nimmt mir keiner Entscheidungen ab

Es zeigt mir keiner den richtigen Weg

Es ist mein Leben

It`s my life

 

It`s now or never

Jetzt oder nie

Jetzt ist noch Zeit zu überdenken

Jetzt ist noch Zeit für Veränderung

Jetzt kann ich noch neue Wege gehen

Jetzt oder nie

It`s now or never

 

I aint gonna  live forever

Ich werde nicht ewig leben

Ich trau mich

Ich wage es

Ich schaffe es

Ich werde nicht ewig leben

I ain`t gonna live forever

 

I just want to live, while I`m alive

Ich will leben, während ich lebendig bin

Ich bin neugierig

Ich bin lebenslustig

Ich bin Ich

Ich will leben, während ich lebendig bin

I just want to live, while I`m alive

 

 

  

Freundschaft nach Einstein

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E=mc2

Energie steht am Beginn jeder Freundschaft

Energie sie aufzubauen

Energie sie auszubauen

Energie sie zu erhalten

 

Masse steht nicht für die Menge der Freundschaften,

sondern für Masse der gemeinsamen Erlebnisse,

sowohl positiver als auch negativer

Masse an Worten, Taten, Berührungen

 

Lichtgeschwindigkeit im Quadrat

ist das Fühlbarometer bei Freundschaften

Treffen mit Freunden vergehen in Lichtgeschwindigkeit,

hinterlassen aber einen hellen Punkt auf der Erinnerungsskala.

 

 

 

Für Dich

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Wenn ich mich morgens im Bad fertig mache

Spreche ich ein kleines Gebet für Dich

Wenn ich Mittagspause mache und noch einen halben Arbeitstag vor mir habe

Spreche ich ein kleines Gebet für Dich

Wenn ich im Supermarkt an der Kasse warten muss

Spreche ich ein kleines Gebet für Dich

Wenn ich am Abend den Fernseher ausgemacht habe

Spreche ich ein kleines Gebet für Dich

Herr ich danke dir,

dass du mir diesen besonderen Menschen zur Seite gestellt hast

Behüte und beschütze ihn, denn er ist mein Schirm und Schild zugleich.

Kleine Gebete kosten weder Zeit noch Geld

Und ergeben doch in der Summe einen segensreichen Pfad

Auf dem der, den du liebst, unbesorgt wandeln kann.

 

 

 

Gedankenkarussell

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Gedanken kommen, Gedanken gehen

Doch manche haften, bleiben bestehen.

Schnallen sich an und alles beginnt sich um sie zu drehn.

 

Ist das Gedankenkarussell erst in Gang

Hängen sich immer mehr Gedanken an.

Der Zeitpunkt des Stoppens ist vertan

 

Sie quälen, rauben Schlaf und kosten Kraft

Machen sich breit, bis du es fast nicht mehr schaffst

Sie übernehmen dein Leben und machen dich schlaff

 

Spring ab beim ersten Kreisen der Gedanken

So gibst du ihnen keine Chance zu ranken.

Zunächst bist du schwindlig, noch etwas wankend.

 

Lenk sie nun bewusst auf positive Kleinigkeiten

Und lass dich nicht drehen, sondern gleiten

Dann können sie sich nicht weiter verbreiten

 

Von außen betrachtest du nun das Karussell der Gedanken

Doch du hast Abstand, gerätst nicht ins Wanken

Und weist zerstörerische Gedanken in ihre Schranken

 

„Du wirst , worüber du nachdenkst!“ Es liegt allein in Deiner Hand

Sag das Postive nur lang, oft, intensiv genug und sei es gegen eine Wand

Glaube daran, dass du es schaffst und zerschnitten ist das negative Gedankenband

 

 

 

Gedicht vom bösen Wort

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Scheiß auf deine Ängste, dann kriegen sie Schieß

Scheiß auf das was die anderen von dir denken

Scheiß drauf immer angepasst sein zu wollen

Scheiß drauf was Großes bewirken zu wollen

Scheiß drauf immer recht haben zu wollen

Scheiß drauf nicht gut genug zu sein

Scheiß drauf, dass du dicker bist als andere

Scheiß drauf, dass du weniger weißt als andere

Scheiß drauf, dass man nicht Scheiße sagen darf

 

 

Der Geist der stets verneint

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Ich bin der Geist, der stets verneint!

Ich, du, egal

wer sagt schon gerne ja

Ja heißt Verpflichtung, Verantwortung, Einsatz,

Nein heißt Abgrenzung, Arbeit

was entsteht,ist wert, dass es zugrunde geht;

Zugrunde richten wir die Natur

Zugrunde richten wir Zwischenmenschliche

Zugrunde richten wir die Welt

Ist es das wirklich wert,

dass alles was entsteht

zugrunde geht

Drum besser wäre es, wenn nichts entstünde.

Wenn nicht entstünde !

Stagnation, Resignation, Depression
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

Wessen Element

Des Teufels in Gestalt von Großmagnaten

Politikern, Werbetextern, Egoisten

Und wir,

wir laufen dem schnöden Mammon hinterher,

schalten unseren gesunden Menschenverstand aus

verkaufen unsere Seele

für ein bisschen besseres Leben

 

Teuflisch

 

 

Ich will Dich so wie du bist

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Ich will dich so wie du bist

Will dich nicht verändern

Will dich nicht verbiegen

Will dich einfach so wie du bist

 

Ich will dich so wie du bist

Will deine Unpünktlichkeit dir lassen

Will keinen anderen aus dir machen

Will dich einfach so wie du bist

 

Will wegen deiner Unordentlichkeit keinen Stress dir machen

Will dich nicht erziehen zu mir gefallenden Sachen

Will dich einfach so wie du bist

Und hoffe so nimmst du auch mich

 

Ich will dich so wie du bist,

denn so und nicht anders liebe ich dich

 

leben und leben lassen

 

 

 

Lebensuhr

Sinnbild einer Sanduhr 

 

 

 

 

 

 

 

Im ersten Viertel deiner Lebensuhr verschwendest du keine Gedanken an die verrinnende Zeit

Du freust dich unbedarft über jeden Tag,

alles ist geregelt, alles ist ganz einfach

Wichtig sind dir nur deine kindlichen Bedürfnisse

 

Im zweiten Viertel deiner Lebensuhr würdest du sie gerne etwas schneller laufen lassen

Hoch und Tief wechseln sich ab,

keiner versteht dich, alles nervt dich

Nur du bist wichtig und deine Freunde

 

Im dritten Viertel deiner Lebensuhr stellst du immer den Weckruf

Vieles hast du schon erreicht,

vieles willst du noch erreichen

Ein mehr oder weniger gutes Viertel,

indem es sich gut leben lässt

 

Im vierten Viertel würdest du gerne den Zeiger anhalten

Du hast Zeit, viel Zeit

kannst genießen und dich ausruhen

Aber die Zeit läuft

und du hast Angst vor dem Ablaufen deiner Lebenszeit

 

Du schaust zurück auf deiner Lebensuhr

Nicht immer lief der Zeiger rund, oft ruckelte er, aber mit einer neuen Batterie lief sie dann wieder,

Schicksalsschläge ließen das Uhrglas zerbersten,

aber die Zeit lief weiter.

 

In guten Zeiten hast du das tickende Geräusch überhört

In schlechten Zeiten trieb es dich fast in den Wahnsinn

Jeder hat seine eigene Lebensuhr,

aber nicht jeder hat dieselbe Zeit zur Verfügung.

Drum nutze alle Zeit in jeder Zeit deines Lebens.

 

 

Die Seele

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Meine Seele wiegt ein und ein halbes Kilogramm

Ob weniger oder mehr, kommt auf die Umstände des Lebens an

Wo sitzt denn meine Seele ,ist die Frage die mich quäle

 

Wenn mir etwas auf der Seele brennt

Hat sie ihren Sitz oder wie immer man es nennt

In meinem Magen und  dort nimmt meine Seele Schaden

 

Wenn Angst Seele essen auf

Hat sie ihren Sitz oder ist ihr momentanes Haus

In meinem Gehirn und meine Psyche muss ihr  bieten die Stirn

 

Wenn ich ein Herz und eine Seele bin

Hat sie dort ihren Sitz oder fährt grad hin

In meinem Herzen und bereitet mir  Freude oder Schmerzen

 

Mein ganzer Körper ist das Zuhause meiner Seele

Und es ist nicht so, dass ich mich nur mit ihr quäle

Treu, schön, verwandt, die Seele sein kann, kenne Seelenfrieden dann und wann

 

Doch was ist wenn sie ausgehaucht

Wenn mein Leib sie nicht mehr braucht

Hat dann die liebe Seele Ruh,wenn ich im Tode mach die Augen zu

 

An die Unsterblichkeit der Seele gilt es zu glauben

Hat sie ihren Sitz in der Ewigkeit oder wird man sie mir rauben

Körper und Geist werden abgespalten, aber die Seele, das glaub ich fest, bleibt uns erhalten

 

 

Mutter Maria

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Gegrüßet seist du Maria

Du bist eine Mutter wie ich

Du hast Ängste und Sorgen um dein Kind wie ich

Du hast Tränen und Liebe für dein Kind wie ich

 

Voll der Gnade

Zeigst du mir, dass man loslassen muss

Zeigst du mir die wahre Größe deiner Mutterliebe

Zeigst du mir, dass Kinder nicht unser Eigentum sind

 

Du bist gebenedeit unter den Frauen

So tapfer wie du würde ich gerne sein

So demütig wie du würde ich gerne sein

So glaubensstark wie du würde ich gerne sein

 

Und gebendeit ist die Frucht deines Leibes Jesu

Sebastian die Frucht meines Leibes

Cornelius die Frucht meines Leibes

Jesus die gebenedeite Frucht deines Leibes

 

Heilige Maria Mutter Gottes

Mein Vorbild als Mutter

Meine Zuflucht als Freundin

Meine Urmutter als  dein Kind

 

Bitte für uns Sünder

Bei deinem Sohn

Bei seinem Vater

Beim Heiligen Geist

 

Jetzt und in der Stunde unseres Todes

Ich reiche dir jetzt meine  Hand

Führe mich durch mein Leben

Und begleite mich auf meinem letzten Weg

Amen 

 

 

Parfüm der Jahreszeiten

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Der Frühling,

Kopfnote des Jahreszeitenparfüms

Aromen von Maiglöckchen Mimose, Veilchen

und ein bisschen Morgentau

Er huscht blitzschnell an deinen Flimmerhärchen entlang

Er riecht so frisch, so sauber, so grün

Sein Duft lässt neu Entstehendes erahnen,

streichelt zart deine Haut

 

Der Sommer,

Die Herznote des Jahreszeitenparfüms,

Vanille, Citronella, Bergamotte, Beeren und Früchte

es hat seinen Duftcharakter schon

Es riecht nach Sonne, Wärme, erweckt Süchte

Sein Duft lullt dich ein, schmiegt sich wohlig auf deine Haut

 

Der Herbst ,

die Basisnote des Jahreszeitenparfüms

Schokolade, Eichenmoos, Wacholder, Tabakblätter

Schwere, langanhaftende  Inkredenzien

machen das Atmen schwer

Es riecht feucht, nach Vergänglichem und doch angenehm

Sein Duft macht dich benommen,

legt sich schwer auf deine Haut

 

Der Winter,

Per fumum entstanden als Räucherstab

Patchuli, Moschus, Sandelholz

Der letzte Teil des Duftablaufs ist geschafft

Er riecht klar, gereinigt, im weißen Flakon

 

Das Jahreszeitenparfüm gibt es kostenlos

Durch Wahrnehmung in der Natur entsteht die Anhaftung

Gehe hinaus!

Spüre mit allen Sinnen das Parfüm der Natur

 

 

 

Vorbild

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Berühmten Menschen eifern wir nach.

Wollen so sein wie sie.

Aber? Kann nicht auch ein Kind ein Vorbild sein?

 

Vorbild durch seine Freude an den kleinen Dingen des Lebens,

die wir längst nicht mehr sehen

Den Käfer, das tanzende Blatt im Wind,die regenbogenfarbene Seifenblase

 

Vorbild durch sein offenes, wertfreies Zugehen auf jeden Menschen.

Urteilt nicht nach arm, reich, hässlich oder schön.

Vorbild durch sein bedingungsloses Vertrauen in die Menschen die es liebt,

 

Reife und Wissen des Erwachsenseins,

gepaart mit den Wesenszügen eines Kindes

Ein Vorbild, das zu nehmen es sich lohnt.

 

 

Wolken

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Wolken zaubern uns Bilder

Malen uns Vorstellungen an den Himmel

Vorstellungen vom dem was wir sehen möchten

und von dem was wir nicht sehen möchten

Wolkenbilder, ein Zauber des Augenblicks

 

Blitzschnell wandelbar,

blitzschnell erschaffen

blitzschnell verschwunden

Ein himmlisches,ständig verändertes Gemälde

 

Ein Gemälde aus nichts Greifbarem und doch sichtbar

Ein Gemälde für den Moment und nicht für die Ewigkeit

Ein Gemälde für dich allein und doch nicht käuflich

Wolkenhimmel  –  die großartigste Kunstgalerie .

 

 

Töne

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Hast du schon einmal erlebt

Dass Musik dich so tief berührt

Dass du mitgetragen wirst von den Tönen

Losgelöst von deinem Körper in eine Welt der Harmonien eintauchst

Dass dich die berührende Stimme des Sängers ganz tief innen trifft

Dass etwas schon lange Vergessenes, Verkrustetes aufweicht

Dass die Menschen um dich herum zu Gleichgesinnten werden

Dass der neben dir auf einmal kein Fremder mehr ist

Dass nur das Jetzt und Hier zählt

Dass du das Gefühl hast, alles ist möglich

Frieden, Freundschaft, Seelenfrieden

Und wenn der letzte Ton verklungen,

verspürst du die Nachhaltigkeit dieses Moments noch lange

 

 

 








 

 

Creative Shoe Art

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“Unter dem Meer”

 

 


Jeder Schuh ein Unikat.

„Ein guter Beobachter sieht am Zustand der Schuhe, mit wem er es zu tun hat“ (Honoré de Balzac)

Mit einem „Creativ Shoe“ als Designobjekt halten sie allen Beobachtungen stand.

Schauen Sie sich meine Kunstobjekte an.
Auf Anfrage gestalte ich Ihnen auch einen individuellen Anlass Schuh (z.B. besonderer Geburtstag, Sternzeichen usw).Die Preise betragen zwischen 50.- und 100€ inklusive Versandkosten. Nehmen Sie einfach Kontakt mit mir auf. Ich freue mich auf Sie. Sie liefern mir den Anlass , was den zu Beschenkenden ausmacht oder was sie gerne auf dem Schuh integriert hätten. Ich liefere Ihnen individuelle Ideen dazu und die Gestaltung Ihres ganz eigenen Creativ Shoe. Ein Geschenk der besonderen Art für Sie oder für eine Person, der sie damit zeigen möchten, dass sie sich Gedanken über ein ausgefallenes Präsent gemacht haben

 

“Herbst” 

                                                                                                                                                                                            _1110600

                                                                                                                                                                                                     “Ladies Heaven”
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                                   “Las Vegas lässt grüßen”

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“People help the people”

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“Unter dem Meer”

€ 50,00 inkl. Versandkosten

 

  • “Unter dem Meer”

    “Unter dem Meer”

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DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne

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DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 1

Fast in jeder Zeitschrift findet sich eine Kolumne, warum also nicht auch im Schlaucher.
Kolumne kommt aus dem lat. columna „Stütze“, „Säule“, wobei der Schlaucher an sich nicht eine Kolumne als Stütze braucht, aber vielleicht als Unterstützung. Es bezeichnet in der Presse einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform. Der Autor einer regelmäßig erscheinenden Kolumne wird auch Kolumnist genannt oder im speziellen Falle des Schlaucher Dixi Dax.
Heute möchte ich mich mit dem immer mehr in Mode kommenden, englischen Begriffe auseinandersetzen. Sie wissen schon, immer mehr deutsche Worte werden durch englische Begriffe ersetzt. Man redet nicht mehr miteinander sondern man talkt und man ruht sich auch nicht aus, sondern man chillt. Wohl dem der des Englischen mächtig ist.
Stellen sie sich folgendes vor, sie treffen z.B. vor dem Supermarkt Treff, dem Discounter Treff, ein junges Mädchen und würden sein Aussehen beschreiben.
Also, das coole Girlie trägt Highheels und Hotpants, ein Tank Top, hat Curlies in den Locken, Lipgloss, Eyeliner und Frenchnails. Unterm Arm trägt sie eine Clutsch und ein Tablet.
Dasselbe nette Mädchen trägt hohe Schuhe, kurze Hosen, ein Hemd mit dünnen Trägern, hat Schmuckspangen in den Locken, Lippenpomade und künstliche Nägel mit weissen Spitzen. Unterm Arm trägt sie eine Tasche und einen kleinen Computer.
So jetzt entscheiden Sie, welches Mädchen sie rein durch die Beschreibung attraktiver finden würden.
Wobei ! In Daxlanden stellt sich diese Frage nicht,unsere Daxlander Mädels sehen alle gut aus, sind extremly pretty.
Und wenn man das eingedeutschte Englisch auch nicht immer versteht, isch des halt wie mit em Daxlanner Dialekt.
Kenne Sie eigentlich Orschla, Dochter von d`Waudlere, also die sich immer so ugstrählt und hinnerefier, außerdem isch se e Hobblenze und hat immer was zu grewle hat und isch helinge sowieso. Ausgrechend die,d`Bodekrachere.
Viel Spass beim Übersetzen.
Bis zum nächsten Schlaucher
Ihre
Dixi Dax

 

 

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 2

Der Advent, (lat. Ankunft ), steht vor der Tür. Bei uns bedeutet es die Ankunft von Tante Frieda, die alljährlich ihre besinnlichen Adventstage bei uns nimmt. Das heißt u.a.von morgens bis abends Frieda`s Weihnachts Cds hören. “Maria durch den Dornwald ging“, scheint eine Hommage während dieser Tage an mich zu sein. Der Adventskranz brennt bei uns rund um die Uhr, deshalb brauchen wir nicht vier, sondern mindestens 16 Kerzen, die extra großen, weil Frieda das für besinnlich hält, ich aber permanent in Angst um unser Haus lebe. Unmengen Plätzchen werden gebacken, weil es immer schon so war, die dann am Schluss wegen der vielen Kalorien keiner essen will. Und, ganz wichtig für Tante Frieda, möglichst viele Weihnachtsfeiern besuchen.
Auch die Werbeindustrie ersinnt immer neue, unsinnige Besinnungsevents. Weihnachtskochen mit Johann Hafer, Adventlicher Weihnachtslauf in Nikolauskluft mit anschließendem Glühweinbesäufnis, Autoralley zu den schönsten und lautesten Weihnachtsmärkten. Sinnloses Besinnen. Da war doch was? Hat Besinnen nicht was mit Sinn zu tun. Aber dieser Sinn bedeutet eben für jeden etwas anderes. Ruhe, Zeit, Beobachten, für den Einen, Gespräche, Freunde einladen, Party machen, für den anderen. Die Einen mögen die Adventstage still, die Anderen laut. Jeder nach seinem Sinn, aber nicht einreden lassen , dass das,was man selbst in dieser Zeit tut ,nichts mit Besinnung zu tun hat. Tolerant sein gegenüber der Besinnung der Anderen .Hauptsache man kommt überhaupt in der Adventszeit an, die doch etwas Besonderes im Jahreskreislauf ist. Und mal ehrlich, sucht nicht jeder, egal in welcher Form, etwas von diesem ganz eigene Flair dieser Zeit , das man als Kind so genossen hatte. Vorfreude, Aufgeregt sein, Gemütlichkeit, Wärme.
Das Fazit meiner Besinnung, Tante Frieda soll ihre Besinnungstage im nächsten Jahr bei meinem Bruder verbringen, damit der singen. kann : Oh du fröhliche, o du selige, friedabringende Weihnachtszeit.
In diesem Sinne
Wünsche ich Ihnen, eine ,in ihrem eigenen Sinne, besinnliche, sinnvolle Adventszeit

Ihre Dixi Dax alias bap

 

 

ddsk

 DDSK – Dixi Dax Schlaucher Kolumne 3

Was war Ihr Vorsatz für 2014. Sind sie noch dran oder haben sie ihn bereits aufs nächste Jahr verschoben. Der am meisten gefasste Vorsatz fürs neue Jahr ist das Abnehmen. Gleich im Januar hat eine große Discounterkette mit dem Slogan „Ran an den Speck“ geworben. Ein Workout einem hocheffektiven Springseil, das zwischen Süßigkeiten und Spirituosenregal zum Verkauf angeboten wird, soll schlank machen. Wers glaubt! Vielleicht soll man sich ja mit Springseil den Bauch wegschnüren. Auch ein Buch zu selbigem Thema kam pünktlich 2014 auf den Markt. „All you can eat diät“ .Man kann alles essen, nur nicht mehr als 1000kcal. Da bleibt nicht viel. „Nothing you can eat!“Für die 19,90 € was das Buch kostet, kann man sich auch einen Kalorienrechner kaufen oder das Springseil vom Discounter. Beides wird schnell seinen Weg in die hinterste Ecke des Schrankes finden. Und das Einzige was garantiert abnehmen wird ist Ihr Konto. Die Gewinner des Topvorsatzes „Abnahme“ sind nach wie vor die „Gewichtswächter“ oder auch „Weight Watchers“ genannt. Da stellen sich intelligente Menschen ohne zu drängeln in eine Warteschlange, harren geduldig bis sie an der Reihe sind und sehen aber dabei aus, als würden sie zur Schlachtbank geführt. Sie entledigen sich ihrer Schuhe, Schals, Armbänder, Eheringe und, ich habe es mit eigenen Augen gesehen wie sich eine ältere Dame ihrer Perücke entledigt hat. 250gramm flüsterte sie mir leise zu. Alles nur um der Waage einige Gramm weniger zu entlocken. Die Gruppenleiterin der WeightWatchers Frau Mager-Hänfling schreibt ihnen dann für 19,00 € mit einem bedauernswerten Blick ihr Gewicht in ihre Karteikarte. Während der folgenden Gruppenstunde knabbern dann alle vor lauter Frust die käuflich zu erwerbenden Schokoriegel und Chips der WW`s und lauschen andächtig Frau Mager-Hänfling ihren Ausführungen über „Sinnloses in sich hineinstopfen“!Warum nur nehmen wir uns immer Vorsätze, um dann enttäuscht zu werden wenn wir sie nicht halten können. Vorsätzliche Taten werden bestraft, aber ein tatenloser Vorsatz bleibt ohne Folgen. Also, lieber nichts vornehmen für 2014 und alles seinen Gang gehen lassen. Sie werden überrascht sein, was sie am Ende des Jahres auch ohne Vorsatz erreicht haben.
Blieben Sie so wie Sie sind!
Ihre Dixi Dax

 

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 4

Der 55zigste Geburtstag einer Frau ist nicht unbedingt das was man als Highlight des Jahres bezeichnen würde. Und wenn einem dann noch aus dem Radio entgegendudelt
„Lebt den der alte Holzmichel (die alte…..) noch“, dann macht das mürbe. Ja, sie lebt noch. Doch damit nicht genug. Verzückt verkündet der Moderator den 55. Geburtstag einer berühmten Frau. Zeitlos schön, Modellmaße, immer perfekt gestylt. Barbie. Ich kann es kaum glauben, dass die auch schon 55 wird.
Mir scheint an meinem Geburtstagsmorgen jede Falte, jedes Fettpölsterchen, sogar die Cellulite fröhlich zum Geburtstag entgegenzulächeln.
Der Badezimmerspiegel spricht die gleiche Sprache wie der Schlafzimmerspiegel. Noch deutlicher. Viele kleine Falten um Nase und Mund, Augenringe, fettige Haare, Couperose und und und. Wer hat eigentlich den Spiegel erfunden? Bestimmt ein schöner, makelloser Mensch, der nichts zu fürchten hatte, wenn er selbstverliebt in sein Spiegelbild eintauchte. So jemand wie Barbie eben. Die kann mit ihren 99-46-84 Massen (laut Mattel) alles tragen. Ihr Gesicht ist faltenfrei, die Wimpern ellenlang, allerdings anmodelliert und sie hat immer einen geschlossenen Mund, das würde mir auf Dauer bestimmt Schwierigkeiten bereiten. Allerdings ist der Mund supersexy. Auch so einen Mann wie Ken würde ich nicht haben wollen. Da doch lieber meinen Hermann mit weniger Haaren, aber dafür umso mehr Bauch. Allerdings kann Barbie an ihrem 55zigsten Sekt, Croissant, Speck und Eier zum Frühstück genießen, während mir traurig ein Knäckebrot mit fettreduzierter Wurst entgegenblickt und zur Feier des Tages steht einsam ein Bircher Müsli auf dem Tisch. Eier und Speck mussten dem Cholesterin weichen, Milchkaffee dem starken, schwarzen Bohnenkaffee und das Glas Sekt zum Anstoßen fällt aus wegen Sodbrennen.
Mit Wehmut erinnere ich mich an die Zeit, als ich noch mit Barbiepuppen gespielt habe. Im Zuge der Emanzipation habe ich dann auch meinem Sohn eine Barbie gekauft. Mit mäßigem Erfolg. Er schnitt ihr eine Glatze, band ihr ein Stirnband um und verwandelte sie in einen Ninja Turtle. Als dann aber all meine Freunde zum Gratulieren eintreffen ist der Neid auf Barbie verflogen, denn Feiern geht nur in einer realen Welt mit realen Personen.
Ihre, im Herzen jung gebliebe, Dixi Dax

ddsk

 

DDSK – Dixi Dax`Schlaucherkolumne 5

Was wechselt in den Wechseljahren ?
Lat. Climacterium, wie sich das schon anhört. Da ist man jahrzehntelang Monat für Monat einem inneren Rhythmus unterworfen, hat so vor so manchem Urlaub gefleht: Bitte, nicht gerade jetzt. Und dann natürlich gerade jetzt. Du kommst dir vor, als trifft es immer nur dich im Urlaub, dass du triefend vor Hitze am Strand sitzt und neidvoll auf die blickst, die es anscheinend nie im Urlaub kriegen. Und irgendwann sind dann deine Sprösslinge in dem Alter, indem sie dich immer dann, wenn du nicht so funktionierst wie sie es gern hätten, gefragt wirst: „Hast du deine Tage?“ Irgendwann ist dann aller „Tage“ Abend, aber weit gefehlt, dass du es nun endlich genießen kannst mit Leib und Seele Frau zu sein. Nein, jetzt wechselt das monatlich Unwohlsein, zu wöchentlich, täglichem, ja sogar manchmal stündlichem. Da sitzt du mit Freundinnen beim gemütlichen Essen im Lokal und da spürst du es. Langsam baut sich eine Welle von Wärme in dir auf und dringt unaufhaltsam von innen nach außen. Du spürst, wie sich jede Pore deines Körpers öffnet und literweise Schweiß ausschüttet. Die neue Seidenbluse klebt an dir und die Schweißränder offenbahren sich jedem. Das Tempotaschentuch, mit dem du versucht die Rinnsale aus deinem Gesicht aufzufangen bleibt vollgesaugt in Fusseln aufgelöst auf demselben kleben. Und dann die mitleidigen Kommentare: Kenne ich, Probier mal Rotklee, nein, Traubensilberkerze, also ich schwöre ja auf Hormontherapie….Also für mich bedeuten Wechseljahre das ständige Wwechseln von Kleidern und möglicherweise Freundinnen…
Aber die Wechseljahre sind facettenreich, dagegen ist die Menses direkt langweilig, eintönig, immer gleich. In den Wechseljahren erlebst du ständig Überraschungen mit deinem Körper und du musst dich spontan und flexibel auf die neue Gegebenheit einstellen. Da liegt z.B. ein anstrengender Tag vor dir und genau da wechselt dein sonst so gesundes Schlafverhalten in einen ungesunden Nichtschlaf. Stunde um Stunde liegst du wach, wälzst dich hin und her, bekommst auf einmal Herzrasen, dass dein Adrenalinspiegel in die Höhe schnellt und als Dreingabe ereilt dich noch ein Sturzbachschweißausbruch, der dich zwingt, Bett und Frau neu zu be- bzw. umzuziehen. Und am nächsten Morgen erwartet dich deine Familie gutgelaunt und voller Engagement um die Hausarbeit, Party heute Abend mit links zu schmeißen und keiner sieht oder will deine schwärzlich verfärbten Augenränder sehen. Ein Königreich für ein Bett und wenigsten eine Stunde Schlaf. Auch nicht von der Hand zu weisen sind die Stimmungswechsel. Manchmal bist du selbst mit deinen Stimmungsschwankungen überfordert, ganz zu schweigen von deiner Umwelt. Aggressivität, Sensiblität, Wut, Zorn, Anlehnungsbedürfnis, das ganze Spektrum der Gefühlspalette durchwandert dich im Zeitraffer und da wunderst du dich immer, dass du so maßlos erschöpft bist. Untermalt wird das Ganze von ständiger Unruhe. Du kannst dich keine 5 min. auf ein Buch konzentrieren, noch auf einen Film, geschweige denn ruhig am Tisch sitzen bleiben. Hier ein Gezupfe, da ein Gerutsche – dein Gegenüber wird mit nervös.
Und die Falten, fast täglich neue, der Spiegel wird zum Feindbild Nr.1. Obwohl du seit Jahren dein Gewicht hälst, dich seit Jahrzehnten sportlich betätigst und schon der Familie wegen immer auf ein gesunde Ernährung geachtet hast, legen sich heimlich still und leise immer mehr Wechseljahrsfettpölsterchen auf Hüften, Bauch ,Po. Deine rassigen schwarzen Haare sind sowieso seit Jahren ergraut und nur dank chemischer Keulen lässt sich das verbergen, aber die Abstände werden immer kürzer, in denen nachgearbeitet werden muss. Welch Ungerechtigkeit, die grauen Schläfen eines Mannes wirken anziehend,die einer Frau abtörnend.

Für manche kommt es in den Wechseljahren besonders hart, da wechselt der Mann dann auch noch die Frau.
So gesehen geht es mir doch gut
Ihre Dixi Dax

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 6

Sie waren sicherlich auch schon mal bei IKEA. Ich sage nur „Streitwort mit vier Buchstaben – Ikea
IKEA ist wie ein Kreuzworträtsel. Man braucht lange bis man es fertig hat und ist nur ein Teil falsch oder fehlt, kommt man zu keinem Ergebnis. „Lebst du noch oder wohnst du schon“ Was hat sich die IKEA Geschäftsleitung bei diesem Werbeslogan gedacht. Wer wer einmal in seinem Leben versucht hat, mit IKEA Möbel zu wohnen weiß, dass dadurch seine Lebenserwartung um mindestens 10 Jahre verringert wird. Nicht etwa wegen giftiger Ausdünstungen der Möbel, nein, wegen des psychischen Stresses beim Zusammenbau derselben. Einkaufen bei IKEA macht ja noch Spaß. Alle tun es immer wieder, weil günstig einkaufen in ist. Egal wie weit der Anfahrtsweg zu IKEA ist und wie hoch die Benzinpreise sind. Es zählt nur das dort Eingesparte.Ohne Handtasche und Kind shoppen gehen. Erste hat man in ein Schließfach eingeschlossen und Zweiteres ins Kinderparadies. Beim Blick durch die Scheibe zu den Dutzenden Kleinen in Bergen von bunten Bällen vergraben, hat die Handtasche im Schließfach mehr Freiraum. Aber wer will schon einem kleinen Kind den Einkaufsstress zumuten. Da ist es doch besser aufgehoben unter zahllosen wildfremden Seinesgleichen, mit denen es spielen soll, obwohl es sie eben zum ersten Mal gesehen hat.
Mit Stift und Zettel bewaffnet schlendern die Eltern des Kleinen, in der festen Überzeugung etwas für die soziale Integrität ihres Sprösslings getan zu haben, auf gezeichneten Wegen durch die Möbelausstellung. Messen, Notieren, Diskutieren um sich am Schluss im Sammelbecken Ikeas, der Markthalle wiederzufinden. Was den Kindern die Spielwarenabteilung ist den Müttern die Markthalle mit all ihren möglichen und unmöglichen Nützlichkeiten. Man muss sie einfach mitnehmen, weil sie so günstig sind und man doch auch mal wieder ein Geschenk braucht. Zu so vielen Festen wird man in 10 Jahren nicht eingeladen wie Frauen sich bei IKEA damit eindecken.
Kurz vor der Kasse dann die erste Herausforderung. Finden der Ware in den nummerierten Regalwänden und schon da lässt der Spaßfaktor merklich nach.
Geschafft. Kind mit hochroten Backen, die man als Austoben und nicht als Luftnot aus Platzmangel deutet,aus dem Kinderparadies erlöst
Da bei Ikea alles so handlich verpackt ist, gibt’s beim Laden keine Probleme.
Zuhause angekommen, will man noch schnell den Schreibtisch aufbauen und genau da beginnt der Werbeslogan in Kraft zu treten. „Lebst du noch?“ „Noch ja, aber da habe ich auch erst die Bedienungsanleitung zur Hand genommen.“ Während mein Mann die Anleitung liest und liest, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass er sich erst mal eine Arbeitsskizze anfertigt, habe ich bereits mit dem stumpfesten unserer Küchenmesser die Kartonagen entfernt und kann mir bei der Vielzahl von Bretter nicht vorstellen, dass dies je der Schreibtisch werden soll, den wir im Ausstellungsraum gesehen haben. Selbst ist die Frau und deshalb beginne ich schon mal mit dem Zusammenschrauben, während mein Mann immer noch die Bauanleitung wie einen spannenden Roman liest, um ihn dann von Schritt 1-100 auf inzwischen 10 Din A Seiten zu übersetzen. Nicht dass mein Mann schwedisch könnte. Nein, die Bauanleitung steht da schon in Deutsch, aber in keinem Deutsch für Menschen wie Du und Ich. Schraube S (siehe Abb.) mittels Steckbolzen E in Bohrung H führen, die mittels Drehschlüssel H, der sich in Paket I befindet durch halbe Drehung des Brettes ß in Tischplatte E einrastet. Sch… alles genau übersetzt und wie früher in der Schule bei Übersetzungen ergibt es doch keinen Sinn.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits die Schreibtischablage mit Seitenbrettern verbunden, allerdings mit Seitenbretter ,die, wie sich Stunden später herausstellt, zur Seitenablage gehören.
Phase 1 des Ehezwists beginnt. Hättest du nicht warten können…musst du immer so planlos anfangen.., hättest, hättest ….. habe aber nicht!
Phase 2 Feindlich Übernahme des Objekts. Lass mich mal machen. Am besten alleine
Phase 3 Verzweiflung. Könntest du mal kommen. Irgendwie klappt doch nicht so wie ich dachte.
Phase 4 Vorüberghehender Waffenstillstand wegen gesetzlich vorgeschriebener Nachtruhe.
Ein neuer Tag beginnt. Tag zwei nach IKEAbesuch „Wohnst du schon ?“ Nein, noch nicht. Das Frühstück verläuft schweigend, aber die Antennen stehen auf Alarm. „Mammmmma….. ein nicht verheißungsvoller Schrei zerschneidet die laute Stille. Mama, da war ein Brett und ich bin gestolpert und jetzt ist das Brett kaputt“. Lieber Gott, lass es nicht das Ikeabrett des Schreibtisches sein. Von mir aus das Bücherbrett aus edlem Mahagoniholz oder das aus wertvollem Bantireiholz angefertigte Fensterbrett. Nur nicht das Ikeabrett. – Doch und zwar so zerbrochen, dass an kleben nicht zu denken ist.
Junior heult immer mehr. So schlimm ist das nun doch nicht. Für ihn schon, denn für seine 5 Jahre hat er die Lage schnell erfasst. Wir fahren wieder zu IKEA und er muss wieder ins Kinderparadies. Warum nennt man etwas Paradies, was Kindern Angst einflösst ? Also, the same procedure as yesterday. Umtausch natürlich nicht möglich, wegen Selbstverschuldens und Einzelbretter gibt es nicht. Blieben zwei Möglichkeiten, entweder den fast fertigen Schreibtisch entsorgen, oder neuen „Soeren“ kaufen um an das fehlende Brett zu kommen und den Rest des Schreibtische für spätere Missgeschicke zu lagern. Inzwischen belaufen sich unsere Ausgaben auf 2mal 79€, zwei Tankfüllungen und zwei mal Hotdogessen bei IKEA, wenn man schon mal da ist und um das traumatisierte Kind zu beruhigen.
Weiterer Aufbauversuch. Samstagnachmittag eine Stunde vor Bundesligaübertragung. Was als Motivationshilfe für meinen Gatten dienen sollte, erwies sich als kontraproduktiv. Die Fussballer der Bundesligavereine mussten an diesem Samstag ohne meinen Mann spielen, aber der fluchte mindestens genauso wie die Mannen auf dem Platz, wurde von einem herunterfallenden Brett böse gefoult, verlor genauso viel Schweiß wie die Spieler auf dem Platz, nur dass die für ihren Einsatz bezahlt wurden. 20.30 endlich, das Spiel, bzw. der Aufbau ist aus. Alles ist fix und fertig- der Schreibtisch, mein Mann und fast auch unsere Beziehung. Doch nach dem 1:0 Mann gegen Ikea, kam doch so etwas wie Siegesfreude auf, als wir das Corpus Delikti an gemeinsam an seinen Bestimmungsort tragen wollten. Fast zärtlich streichelte man Mann die Schreibtischoberfläche. Hatte er sich doch viele Stunden mit ihr beschäftigt und fast so etwas wie ein Verhältnis aufgebaut. Nein, ich war nicht eifersüchtig, obwohl ich schon etwas länger auf den Genuss solcher Streicheleinheiten hatte verzichten müssen. Und dann plärrt unser junior in diese fast andächtige stille: „Papa, der passt doch gar nicht in die Ecke, die Ecke ist zu klein.“
Totenstille. Ich versuchte sofort durch positives Motivationscoaching das schlimmste zu verhindern: „ Also ich finde der Schreibtisch sieht super so schräg in der ecke aus. Der Lichteinfall vom Fenster ist so viel besser. Außerdem……..“Sei still, oder es gibt gleich keinen Schreibtisch mehr. Aber nicht genug des Salzes, das sich veränderte Ecke in die Wunde meines Mannes streute: nein, es geht doch noch schlimmer als man denkt. Fröhlich schleppt Junior einen Prospekt aus der Tageszeitung an. „Papa, der Tisch sieht aus wie unserer“- Ja leider, denn das Prospekt war von Möbel Zimmermann aus unserer Straße und dort kostete er im Angebot auch nur 150€ – Zusammengebaut . Für einen Augenblick fürchtet ich um das Leben meines Mannes. Er greift sich an die Brust und röchelt: „ Ikea, dieses Wort will ich in diesem Hause nie mehr hören.
Viel Kraft beim nächsten Einkauf
Ihre Dixi dax / bap

 

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucherkolumne 7

Claires Tag
Es war ein wunderschöner Spätsommertag. Die Sonne strahlte mit ihrer letzten sommerlichen Kraft. Warm und doch nicht heiß. Alles war in ein warmes ,gelbliches Licht getaucht. Wunderschön. Nicht so für Claire. Die saß noch immer in ihrem Zimmer, die Augen leicht gerötet vom Weinen und auch das weiß Kleid schien mit ihr zu leiden und zeigte erste Knitterfalten. Ihre Mutter klopfte an der Tür. „Claire Liebes, ich komm jetzt rein, ich muss dir doch noch die Haare machen“. _“Ich will nicht Mama“- „Doch du willst, das ist nur die Aufregung, das ging uns allen so“. Ohne sich weiter um die Gegenwehr ihrer Tochter zu scheren, bürstet Elisabeth deren herrliches blondes Haar aus. Zum ersten Mal hatten sie Claires Haar auf Lockenwickler aufgedreht und jetzt beim Durchkämmen fielen sie wie goldglänzende Ähren über deren Schulter. Elisabeth verdrückte eine Träne. „Schatz, du siehst aus wie eine Prinzessin, so schön, du wirst allen die Schau stehlen, aber komm jetzt der Gottesdienst in der Heilig Geist Kirche beginnt in einer viertel Stunde. Du willst doch nicht zu deinem großen Tag zu spät kommen. Bitte, Papa ist auch schon ganz aufgeregt, schließlich begleitet er seine einzige Tochter auch zum ersten Mal zu diesem neuen Lebensabschnitt.“- „Ich will aber nicht“ platzte es erneut aus Claire heraus und um ihren Worten noch mehr Ausdruck zu verleihen, stampfte sie mit dem Fuß energisch auf. „ Du musst aber, es gibt keinen Weg mehr zurück.“ Endlich ließ sich Claire von ihrer Mutter förmlich abführen, setzte sich ungerührt in Papas extra frisch gewaschenen Mercedes und sie fuhren los. „Oh mein Gott”, jammerte ihre Mutter immer wieder, wir kommen zu spät, was sollen die Leute von uns denken“- „Beruhige dich meine Liebe, die werden schon nicht ohne uns anfangen“ .Von weitem schon hörten sie die Glocken der Heilig Geist Kirche läuten. Schwer und unausweichlich kam Claire das Ding Dong Ding Dong vor. Doch dann, kaum dass sie ihre Freundinnen vor der Kirche stehen sah, sprang sie aus dem Wagen, griff nach ihrer pinkfarbenen Schultüte und stürmte wenig Damenhaft ins Kircheninnere. Der Gottesdienst für Schulanfänger konnte beginnen. Geben Sie es zu, Sie haben beim Lesen der Geschichte auch an eine Braut an ihrem Hochzeitstag gedacht.
Ihre Dixi Dax alias bap

 

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucherkolumne 8

Folgende Situation. Ich stehe beim Hit an der Fleischtheke an. Die Dame vor mir ist dran, möchte sich aber per Handy bei ihrem Göttergatten vergewissern, ob der die Rindersteaks lieber mit Fettrand oder ohne möchte. Beides verneint er, woraufhin seine Frau ihm die gesamte Thekenauswahl vorträgt, und immer ein liebendes Schatzi hinzufügt.Naja, also da höre ich das dann doch lieber Auge in Auge von meinem Mann und nicht während ich auf Mettwurstbrät starre. Diese Zeit nutzt das junge Mädchen hinter mir um kurz mit ihrer Freundin die Strategie fürs Date mit ihrem Neuen heute Abend durchzugehen. Kevin heißt der Gute, was ich ,ohne mich besonders anstrengen zu müssen, höre. Wenn der wüsste dass er Gesprächgegenstand an der Fleischtheke ist und nun mindestens 6 weitere Menschen wissen, dass es der Handynutzerin eigentlich gar nicht ernst mit ihm ist, sondern dass sie ihn als Mittel zum Zweck benutzt um an seinen Freudin Justin ranzukommen. Wenn ich wusste wer der arme Kevin ist, ich würde ihn glatt warnen. Ein nerviges Pling pling, läßt mich umdrehen und ich entdecke einen 5 jährigen im Einkaufswagen sitzend und mit dem Smartphone seiner Mama ein Spiel spielt. Kindgerecht natürlich, wie die fast entschuldigend ihrem Hintermann Rechenschaft ablegt. Der beachtet sie aber nicht, da er die Wartezeit zum Lesen seiner eingegangenen Emails nutzt. Ich komme mir kurzfristig nicht ganz auf dem heutigen technischen Stand der Dinge vor. Ich will handylos nur zwei Schweineschnitzel und wenn sie die nicht haben nehme ich Hack, dann gibt es Frikadellen und dazu muss ich meinen Mann nicht anrufen. „Ach Frau Dax, schön sie mal wieder zu sehen“. Eine ehemalige Nachbarin schiebt sich gerade an der Warteschlange vorbei. Wir nutzen die Handygespräche der anderen um uns kurz auszutauschen. So was nennt man dann persönliche Kommunikation. Endlich hat sich der Mann meiner Vorgängerin für Cordon bleu entschieden und ich bin an der Reihe. Hoffentlich braucht sie nicht auch noch Käse, denn ich will auch noch zur Käsetheke und nicht wieder warten müssen bis Schatzilein sich für den richtigen Cordon bleu Käse entschieden hat. Endlich steuere ich in Richtung Kasse und sehe schon die ewig lange Schlange. Früher konnte man an der Kasse noch entspannt über die Essenzubereitung nachdenken oder smalltalk mit dem Hintermann machen. Heute wird man ob am es will zum akustischen Voyeur und kann noch nicht mal was dagegen tun.

Kennen Sie das ?Achten Sie mal bei Ihrem nächsten Einkauf darauf.

Ihre Dixi Dax

ddsk

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 9

Sind sie auch schon mal in einer Buchhandlung vor dem Regal „Ratgeber“ gestanden. Befindet sich meist neben „Reisen“. Habe mir zunächst den Ratgeber „Richtig atmen“ herausgenommen um einen Blick hineinzuwerfen. Wie konnte ich bloß so lange überleben ohne zu wissen wie man richtig atmet. Beim Versuch, die im Buch beschriebene Bauchatmung zu üben, blieb mir fast die Luft weg, so konzentriert war ich. Als Nächsten nahm ich „Richtig Laufen“ aus dem Regal. „Zuerst die Ferse aufsetzen und dann langsam abrollen. „Ist ihnen nicht gut“ fragte mich die Verkäuferin, da ich bei dem Versuch dies nachzumachen ins Torkeln geriet. „Nein, ich lerne nur richtig laufen“. – „Also ich würde ihnen da zuerst den Ratgeber „Richtiges Stehen“ empfehlen, damit sie mit dem lernen so richtig fest geerdet zu stehen. Oder wenn sie eine sitzende Tätigkeit verrichten, doch lieber erst den Ratgeber „Wie sitze ich richtig“, denn falsches Sitzen kann eine Unmenge von Krankheiten auslösen.“ Mein Weltbild geriet ins Wanken. Wie bin ich nur die letzten Jahrzehnte ohne Ratgeber durchs Leben gekommen. Eigentlich müsste ich sie alle mitnehmen. Vom „Richtig essen“, über „Richtig schlafen“ ,bis „Richtig putzen“. Ein letzter Versuch, ein letzter Griff „Richtig sparen“. Als ich die erste Seite aufschlage, weiß ich, dass ich diesen Ratgeber kaufen werde. „Investieren sie kein Geld in unnötige Ratgeber“. Mal ehrlich, wie viele Ratgeber haben sie zuhause im Regal.

Ihre

Dixi Dax alias bap

ddsk

 

DDSK – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 10

Sie heißen nur Müller oder Maier. Ganz schlecht. In der heutigen Zeit erkennt man die emanzipierte Frau bereits an ihrem Nachnamen. Einem Doppelnamen. Ich weiss nicht wie es ihnen geht, aber mir machen so Namen wie Leutheuser–Schnarrenberg schon etwas Angst. Die Dame selber sagt, ihr Doppelname sei Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Ich denke da eher praktisch. Kein Platz auf einem Formular bietet für solch einen langen Doppelnamen Platz. Frau Ilse Teufel-Gutekunst muss ihre Signatur eng aneinander quetschen, kaum leserlich, während Frau Lisa Hahn den ganzen Platz der Unterschriftslinie ausfüllen kann und ihr Name groß und fulminant unter dem Dokument prankt. Wer wirkt da emanzipierter ? Dagegen hat man mit Frau Zopf- Frisch eher Mitleid.Bei Männern wie Herrn Dr. Büchsenschütz- Notdurft (Nicht erfunden) empfinde ich Doppelnamen eher unmännlich, da reißt auch das Dr. nichts mehr raus. Im Bundestag sitzt Frau Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) neben Frau Schnieber-Jastran (CDU-CSU).Mehr Platz findet sich dann in dieser Reihe auch nicht, weil die Namensschilder mit den Doppelnamen zu viel Patz einnehmen. Frau Roth, Herr Klein, Frau Schwarz teilen sich eine Reihe. Namensplatz ist genug. Dann gibt es da auch noch Frau Sigrid Skarples Sperk von der SPD. Auch Triple S genannt und wahrscheinlich ist sie auch nur wegen dem vierten S Mitglied in der SPD. Allerdings sagen Sprachwissenschaftler sehr zum Leidwesen von uns Einnamigen, dass sich Doppelnamen leichter einprägen. Einprägen mag ja sein, aber im Gespräch immer aussprechen ist nicht ganz einfach. „Guten Tag Herr Baldreich- Sonnenschein, darf ich ihnen Frau Meyer-Wesseling vorstellen. Frau Meyer- Wesseling , Herr Baldreich- Sonnenschein usw.“ Oder ma fragt gleich „Darf ich Peter und Lisa zu ihnen sagen“.

Ihre,mit einem Nachnamen vollauf zufriedene

Dixi Dax

P.S. all diese Doppelnamen gibt es wirklich

 

 

ddsk

DDSK – Dixi Dax´s Schlaucher Kolumne 11

Haben sie auch manchmal das Gefühl, dass alle Ampeln der Stadt sich gegen sie verschworen haben. Also ich bin mir bei mir ganz sicher. Bereits, wenn ich aus Daxlanden heraus will, sehe ich als erstes Rot. Gut, das kann ich noch verstehen, Daxlanden läßt seine Bewohner ungern gehen. Nächstes Rot, Stadtwerke , dann Rot  weil eine  Straßenbahn kommt, und dann auf jeden Fall Doppelrot am Römerhof, denn Straßenbahnen haben immer Vorfahrt. So rolle ich von Rot zu Rot bis zum Mühlburger Tor, wo mir am Eislokal der Radfahrer mitleidig zulächelt, der mich bereits am Daxlander Friedhof überholt hat. Etwas verkehrswidrig, aber zeitsparend. Ja als Radfahrer kann man bei Rot die Fahrbahn verlassen, über Fussgängerüberwege ausweichen oder einfach mal ein Stück auf dem Gehweg fahren.So langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass es eine Ampelmafia gibt. Vielleicht haben die unter meinem Auto einen Chip angebracht, der ihnen anzeigt wann ich auf eine Ampel zufahre. Dann heißt es „Rot, sie kommt“. Schließlich hat Karlsruhe den Namen als Radfahrerstadt zu verlieren. Inzwischen passiert es mir sogar, dass ich vom Gas gehe wenn ich eine grüne Ampel sehe, weil ich weiss dass diese Grünphase nicht mir gilt. Und als letztens neben mir die Limousine eines Bürgermeisters mit Fahrer neben mir bei Rot zum Halten gezwungen war, wurde mir auch bewusst, warum die Herren meine unzähligen Eingaben zum Thema „effizienteAmpelschaltung“ abschmetterten. Dem Herrn Bürgermeister kam das Rot gerade recht, da er auf dem Rücksitz noch Akten durchzusehen hatte. Arbeitszeit trotz Ampelstopp. Als ich dann einen Arzt aufsuchte um mir etwas zur Beruhigung verschreiben zu lassen wegen des Ampelstresses und mir die Sprechstundenhilfe am Empfang ganz stolz erklärte, dass sie ein neues System im Wartezimmer haben, eine Ampel die von Rot auf Grün umspringt wenn man dran ist, rannte ich sofort hinaus. Für mich gibt es nun nur noch die Optionen aufs Fahrrad umzusteigen, Straßenbahn zu fahren oder ins benachbarte Elsass zu ziehen, da es dort nervenberuhigende Kreisverkehre gibt. Anscheinend ist es noch nicht bis in unsere Stadt vorgedrungen, dass Kreisverkehre zwar in der Anschaffung genauso teuer wie sind wie Ampelanlagen, aber kaum Wartungskosten haben. Das Schlimmste aber ist, wenn ich nach einem Ampelstress- bzw -stehtag nach Hause komme und im Fernsehen etwas von Ampelkoalition oder Lebensmittelampel höre. Auf meinem Grabstein wird mal stehen. „Die Ampel war ihr Schicksal“, aber bis dahin verbleibe ich ihre

Dixi Dax

ddsk

DDS – Dixi Dax`s Schlaucher Kolumne 12

Geschafft! Die EM ist vorüber und wie so viele Frauen konnte auch ich mich als Nichtkennerin der Materie diesem Hype um 22 Männer und einen einzigen Ball nicht entziehen. Mein Mann liebt Public Viewing,aber nicht an öffentlichen Plätzen, nein bei uns zuhause. also was solls ,Strickzeug raus und mitgeschaut. Meine Devise beim Fussball schauen lautet ja, Aussehen vor Abseits , Trikot (sexy) vor Tor und Frisur (des Spielers) vor Foul.  Männer haben vielleicht den größeren Überblick bei der Spieltechnik der Deutschen, aber haben die auch die schicke Frisur von Sami Kedira gesehen. Nach dem seinem Haargel muss ich mich erkundigen, denn trotz dem Hin und Hergerenne liegen dem seine Haare immer wie eine eins. Ansonsten fand ich die anderen deutschen Spieler jetzt nicht so attraktiv. Gut, wenn Thomas Müller gefoult wird, dann hat man schon ein bisschen Muttergefühle. „Der arme Bub, hoffentlich ist es nicht schlimm“ und bei Boateng interessierten mich mehr seine vielen Tattoos als seine Position als Abwehrspieler. Also und der Özul sieht ja immer ein bisschen krank aus, finde ich. Zuckersüss finde ich ja auch, wenn ein Spieler nach einem Tor sein Trikot hochzieht. Herrlicher „Sixpack“, fast möchte ich applaudieren, aber was soll dann mein Mann mit seinem „Einpack“ denken. Ganz schlecht kommt es immer an, wenn ich während des Spiels frage „Hat der eine Freundin“ oder „Wo leben denn seine Eltern“. Ein Blick meines Mannes und ich schweige. Gerade dann ruft unsere, schon etwas in die Jahre gekommen Tante bei der Wiederholung des ersten Tors „Was schon 2:0“, weil sie nicht erkannt hat, dass es eine Wiederholung der Torszene war. Bei den Fussballschuhen haben die Spieler ja was mit uns Frauen gemeinsam. Auffallend müssen sie sein. Da darf auch mal gern die Farbe des rechten Schuhes gelb und die des linken rot sein. „Schuhe“ fragt mein Mann entsetzt, die haben halt Fussballschuhe“.Wir Frauen sind eben Detailverliebter. Eben wie Spielerfrauen oder besser gesagt Zuschauerfrauen. In der Halbzeitpause diskutieren dann unsere Männer den Spielverlauf, alles kleine Jogi Löw`s und trinken ein Bier nach dem anderen, wegen dem Spielstress. Wir Frauen nippen an unserem Sektchen und verpassen vor lauter Getratsche beinahe den Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Also ich persönlich fände es ja auch schön, wenn während der Halbzeit  Chearleader auftreten würden wie beim Basketball oder Helene Fischer würde singen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass ein paar Rilke Gedichte rezitiert werden. Sollte man mal der Fifa vorschlagen, das würde den Fussball intellektuell auf eine höhere Stufe stellen. Oder aber die Moderatoren würden ab und zu ein Goethe Zitat einstreuen. „Will wer dich aus der Ruhe bringen, so denk an Götz von Berlichingen“. Da würden auch die Spieler davon lernen, wenn sie anstelle für „A… loch“  den Gegner mit Geistreichem verunsichern würden. Im Viertelfinale Deutschland gegen Italien habe sogar ich gezittert, aber mehr um meinen Mann der beim Elfmeterschießen fast einen Herzinfakt erlitt. Endlich mal attraktive Spieler – bei den Italienern. Aber in diesem Fall war Schweigen Gold. Frankreich machte Schluss mit Rudelgucken und jetzt bin ich wieder die Nummer 1.

Schönen Fussballfreien Sommer

Ihre Dixi Dax

 

Eine Krimipersiflage “Mord im Ort”

Mord im Ort

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Kann über Kontakt bestellt werden
Preis 7.00€ + 1,40€ Versandkosten

Geschichtenwerkstatt

Die Frau im roten Kleid

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 Mein Kopf ist voll, übervoll von Gedankenfragmenten. Fragmenten die mir in der letzten Stunde bei meinem Psychotherapeuten in den Kopf geschossen sind und sich zu keinem  brauchbaren Puzzleteil zusammensetzten lassen. Jetzt stehe ich hier an der Straßenbahnhaltestelle in meinem roten Kleid und meinen schwarzen Pumps, allerdings denen mit nur  6cm Absatz, weil ich sonst nicht laufen sondern nur stelzen kann. Gerade dieses rote Kleid war Anlass zu diesem Gedankenwirrwarr. „Warum tragen Sie ausgerechnet heute ein rotes  Kleid, wenn sie sich so elend fühlen? Gibt es da etwas was sie mit dem roten Kleid ausdrücken wollen? Was hat die Farbe rot für eine Bedeutung für sie“. löcherte mich mein  Therapeut. Fragen über Fragen und nicht mal im Ansatz eine Antwort. Für ihn und vor allem für mich unbefriedigend ,wobei er seine Befriedigung durch seinen Stundensatz im  Nachhinein erhalten wird. Jetzt stehe ich hier, fühle mich elend , unwert, ängstlich, in meinem roten Kleid. Und muss auch  noch Bahn fahren, da ich auf Grund meiner labilen Psyche  mir derzeit nicht zutraue Auto zu fahren. Kein Wunder steht für den Psychotherapeut mein rotes Kleid im krassen  Widerspruch zu meiner inneren Verfassung. Die Bahn kommt. Ich    steige ein. Wie ich dieses Bahn fahren hasse. Unausweichlich mit anderen eingesperrt sein, Gerüchen aller couleur  ausgesetzt. Wildfremde  Menschen kommen dir so nahe, wie es  selbst gute Bekannte nie kommen würde. Und dann die Sitzgelegenheiten. Wer will entspannt Platz nehmen in  stoffbezogenen Sitzen, wo vorher der alte, hustende, ungewaschene  Mann  saß oder der Jugendliche der seine Füße und seinen Hund auf dem Nebensitz liegen hatte, wobei der  sabbernde Hund das ekligere war. Und die Geräuschkulisse. ungeniert  werden Handygespräche geführt. Privatsphäre, schon mal davon gehört .Wer will denn schon Ohrenzeuge von gegenseitigen Liebensbezeugungen sein oder die zu erledigenden    Hausarbeitenaufträge des emanzipierten Ehemanns mitanhören. Genauso wenig  wie die überlaute Musik der Ipodhörer. Warum haben die denn Kopfhörer, wenn doch jeder    mithören muss. Ich entscheide mich fürs Stehenbleiben in meinem roten Kleid und den Gott Dank nur 6chm hohen Pumps. Festhalten muss ich mich an der Stange, auch wenn ich nicht darüber nachdenken möchte, wer sie vor mir alles angefasst hat, aber ich kann ja zuhause meine Hände waschen, wobei mein psychisches Problem  nicht übertriebene Sauberkeit ist. Die Bahn fährt ruckartig los und ich stelle mich darauf ein noch 7 Haltestellen den Fragen des Psychologen über mein rotes Kleid nach zu hängen. In der Tat ist es ein schönes Rot, nicht weinrot, nicht hellrot, nicht rostrot sondern knallrot und es ist eines der ganz wenigen Designerkleider die ich besitze, allerdings zum Schnäppchenpreis erstanden. Obwohl ich mich niemals als Markentussi bezeichnen würde, ist es durchaus so, dass man in einem Kleid von Escada glaubt, besser auszusehen, mehr wert zu sein. Rationaler Quatsch, aber ich erlebe es gerade am eigenen Leib. Vielleicht aber auch weil mein psychotherapeutisches Thema sich mit meinem Selbstwertgefühl, meinem Selbstbewusstsein, mit meiner ganzen Daseinsberechtigung beschäftigt.  Und dann immer noch der Abschlusssatz des Herrn Therapeuten: „ Glaube daran, dass du es schaffst, dann schaffst du es“. Ich bezweifle ganz stark,dass er von ihm ist. Aber wenigstens ist er kurz und prägnant und so kann ich ihn mir merken. Wozu? Ich weiss es nicht:“ Schlagtorstraße“ leuchtet am Display in der Straßenbahn auf. Noch 6 Haltestellen. In meine Verarbeitungsgedanken der Psychotherapiestunde mischt sich ein anderes Geräusch. Nein, nicht der musikalische Ausläufer eines Iopds. Nein, es geht mehr in Richtung emotionales Gejammer. Emotionales Gejammer! Nein, jemand jammert. Erschrocken stelle ich fest, dass die junge Frau neben mir jammert. Jämmerlich jammert. Und ehe ich die Zuordnung realisiere wird aus dem Gejammere eine volumniöser Schmerzensschrei und ich stehe unmittelbar daneben, als die Faust eines Mannes, der neben der Frau steht mit einer hammermäßigen Brutalität  in ihr schmales Gesicht einschlägt. Zeitgleich springt ihre Augenbraue auf. Blut tritt aus. Blut, passend zu meinem knallroten Kleides. Ich spüre förmlich den Luftzug des zweiten Faustschlages, als der Kerl erneut ausholt  der krachend auf ihrer Nase aufschlägt. Ein bizarres Geräusch.

Jetzt reicht es. Ohne nachzudenken ziehe ich mir meinen schwarzen Pumps aus, nehme ihn in die rechte Hand, meine Führungshand und schlage zu. Schlage diesem Mann, den ich überhaupt nicht kenne, mit einer übermächtigen Wucht mit meinem 6cm Absatz in sein Gemächt. Zeitgleich erschlafft seine Faust und er geht fast ererbietig vor mir auf die Knie. Sein grunzähnlicher Schmerzenslaut kommt nur gedämpft bei mir an. „ Wer hat einen Schal oder was ähnliches womit  wir ihn fesseln können. Los, sie im blauen Pullover rufen sie die Polizei und Sie mit dem Ipad legen sie es weg und helfen der Frau.“ Ich höre die Kommandos und erst Bruchteile von Sekunden  später registriere ich, dass ich es war, die diese Kommandos gab. Und alle gehorchten. Gemeinsam schnürten  wir Herrn Schläger an der Haltestange fest. Zuerst die Hände mit dem altrosa Chiffonschal einer älteren Dame und dann fesselten wir noch seine Füsse mit dem Indianergürtel des Penners. Ich baute mich vor dem Täter mit meinem schwarzen Pumps in der rechten hand  auf, den Absatz auf ihn gerichtet wie ein Zeigefinger und drohte in einer mir nie gekannten festen Stimme. „wenn sie versuchen, sich zu befreien, schlage ich erneut zu“ , dabei schwinge  ich die Schuhwaffe bedrohlich über seinem Geschlechtsteil.Noch knapp sechs Minuten bis zur nächsten Haltestelle „Friedensplatz“. „Na, wie fühlen sie sich jetzt, so geschlagen und bloßgestellt in der Öffentlichkeit,wie sie es vorhin mit ihrer Frau gemacht haben.Ob ich wohl noch lange auf meinen einen Absatzschuh stehen kann.Aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, dass der Ipad Besitzer hervorragende erste Hilfe geleistet hatte, Frau Opfers Blutung war gestillt und ich nicke ihm anerkennend zu. Auch der Blaupullovrige hatte meine Order befolgt und die Polizei angerufen. „Sie kommen zur Endhaltestelle“.Noch fünf Haltestellen. Da sass er nun vor mir der Peiniger.“Warum haben sie das getan“ hörte ich mich fragen. „diese Frau, die sie fast zu Tode geprügelt hätten, was hat sie ihnen getan, hallo ich rede mit ihnen.” Langsam wandte er den Kopf zu mir. Auf den ersten Blick kein typisches Schlägergesicht. Aber wie sieht schon ein Schlägergesicht aus. „ Weiß nicht“. „ Was sie wissen nicht, warum sie in aller Öffentlichkeit auf diese Frau, von der ich ausgehe, dass es ihre ist, einschlagen.“- „Weiß nicht“. Er macht mich seltsamerweise nicht wütend mit seinem „weiß nicht”, nur traurig. „ Warum haben sie mich da hineingezogen. ich habe in meinem ganzen Leben noch nie die Hand bzw den Schuh gegen jemanden erhoben.” Warum fühle ich mich als Täter,” es sprudelt nur so aus mir heraus.Dazu noch einige Tränen, die wutentbrannt über meine Wangen kullerten. „ Warum musste ich gerade neben ihnen  stehen, wissen sie eigentlich was sie mir damit angetan haben. Ich habe sie geschlagen, ihnen weh getan. Alles Dinge die ich ablehne. Ich hasse sie, ich will so nicht sein. Mein leben lang war ich nett,  freundlich, angepasst und jetzt kommen sie , einfach so in mein leben und ich mutiere zur Schlägerin.“ Er glotzt mich mit großen Augen an. Blauen Augen, traumhaft schönen meerblauen Augen an,. stellte ich fest. „Tut mir leid“ nuschelt er kaum hörbar. „Wie bitte,was habe sie gesagt“. Ich traut meinen Ohren nicht  . Bin ich denn bescheuert. Ich siezte den noch und sagte bitte. „Entschuldigen sie,tut mir leid“- „Was tut ihnen leid, dass sie ihre Frau halb tot geprügelt haben, oder dass sie mich in eine unmögliche Situation gebracht haben.“  – „Beides“- “Und warum haben sie es dann gemacht.”- „Weiß nicht“ kam kleinlaut“.“ Weiß nicht gilt nicht. Wissen sie ich komme gerade von einer beschissenen Therapiesitzung, weil ich mein Leben nicht im Griff habe und dann bringen sie mich noch in diese Situation. – „Was für eine Situation „- „ Na, dass ich selbstbewusst eingreife, ohne zu überlegen, aber ich schäme mich auch, dass ich mich wie sie benommen habe. Mein ganzen Leben lang habe ich noch nie jemanden geschlagen ,noch nicht mal die Hand erhoben. Und jetzt kommen sie und …ich bin kein bisschen besser als sie.”- „ Aber da was sie am Anfang gesagt hab mit dem Selbstbewußtsein, ist das schlecht?“- „Ich weiß nicht, aber ich bin doch normalerweise nicht selbstbewusst“- „Warum?“- „Das geht sie gar nichts an, sie sind nicht mein Therapeut”.-“Die Blutung ist gestillt, aber sie steht unter Schock“ flüsterte mir mein Ipad-Erstehilfebeauftragter ins Ohr. „Gott sei dank, wie heißt sie eigentlich? „Keine Ahnung, wissen sie wie der da heißt und deutet auf mein Opfer.“-“Nein, also ich bin Barbara und wie heißen sie.” – „Vincent“- „Oh was für ein schöner Name“ entfeuchte es mir und im gleichen Moment halte ich meine Hand vor den Mund.“ Ich bin doch nicht hier um small talk zu machen, mit einem der gerade seine Frau verprügelt hat .”Ja, meine Mutter liebte die Bilder von Vincent van Gogh. Über seine Pinselführung konnte sie sich stundenlang auslassen“- „Sie wissen wer Vincent van Gogh war“- „Ja, ob sie es glauben oder nicht, ich hatte sogar Abileitungskurs Kunst. „-Nein“- „Warum nein, weil ich meine Frau geprügelt habe, sprechen sie mir automatisch Bildung ab-„- „Ja, gab ich kleinlaut zu.“   Sofort wurde mir meine Unterwürfigkeit bewusst. „Warum schlagen sie auf ihre Frau ein, was hat sie ihnen denn getan.Haben sie ihre Frau denn früher nie geliebt und was ist passiert, dass sie ihre frühere Liebe heute misshandeln. – „Viel“- „Wollen sie es mir erzählen?“- „Wollen sie es hören“- „Weiss nicht” sagte ich nun meinerseits. “Doch, ich glaube schon .“ Noch fünf Haltestellen. Ich zog meinen zweiten Pumps wieder an und hockte mich mit meinem roten Designerkleid neben ihn auf den bestimmt nicht sauberen Boden der Bahn, während mein Gesprächspartner sich an Händen und Füssen gefesselt an die Haltestange lehnt.

„Ich bin ein gebrochener Mann“- „Mag sein, aber ersichtlich ist im Moment nur, dass ihre Frau eine gebrochene Nase hat. Sie ist doch ihre Frau“ – „ Ja seit 15 Jahren und ich liebe sie noch immer“- „Sie gestatten, dass ich das nicht glauben kann . Wer liebt schlägt nicht und schon gar nicht in der Öffentlichkeit.“- „Könnten sie mir einfach mal zuhören. Sie wollten doch meine Geschichte hören, aber dauernd quatschen sie dazwischen.“Also gut , ich besann mich auf Herrn Wohlgemut meinen Psychotherapeut. Zuhören und dann Fragen stellen. In dem Moment huschte mir ein Lächeln über das Gesicht. „Lachen sie mich jetzt auch nicht aus“-„Nein, aber wie sie da so sitzen mit dem rosa schal und dem Gürtel, könnten sie gut in Shades of Grey mitspielen, wissen sie diesem Sex Bestseller.“-„Und sie wollen mir weismachen, dass sie an mangelndem Selbstbewusstsein leiden, wenn sie zugeben sowas zu lesen.“ Darüber würde es sich sicher lohnen nachzudenken, aber nicht hier und nicht jetzt.Noch vier Haltestellen.“Wissen sie, eigentlich gibt es keine Entschuldigung für das was sie ihrer Frau angetan haben, und ich werde es bestimmt auch nicht verstehen oder gar gut heißen, aber versuchen sie mir trotzdem zu erklären, warum ein Ehemann so brutal auf seine Frau einschlägt vor den Augen so vieler Menschen.“ Etwas in seinem Gesichtsausdruck brach. Die Verbissenheit,der Zorn,die Härte fielen ab und er schlug die Augenlider nieder. Seine Mundwinkel zuckten, als wolle er anfangen zu weinen.Dann sah er mich an, mit einer Traurigkeit, die mich tief in meinem Innern traf.Oh ja ich kannte sie, diese innere Traurigkeit.Nur zu gut kannte ich sie, denn sie entsprang einer inneren Verzweiflung, Leere, Aufgabe.Spontan fiel mir der Liedtext von Madson ein „Meine Tränen zieren den Asphalt“. Kaum zu glauben, dass dieser Schläger sich in solch einer inneren Zerissenheit befindet. „Meinen sie ich komme in die Hölle für das was ich meiner Frau angetan haben?“- „Wie kommen sie jetzt da drauf.“- „Ach, meine Seele ist so verwundet und kaputt, dass ich mich schon manchmal frage, wohin meine Seele später wandern wird. „- „Die Seele, also ich kenne nur den Trailer einer Fernsehsendung über einen Psychologen, wo ein Kind im Einspieler sagt. „Die Seele wiegt 1 und ein halbes Kilo und wenn die Seele krank ist, geht man zum Hautarzt oder ins Krankenhaus“. – „Wenn es nur so einfach wäre bei . Wissen sie, dass man früher glaubte, der Sitz der Seele sein in der Leber.“ Wen um Gottes Willen hatte ich da vor mir kauern. Noch zwei Haltestellen.  Ich warf einen Seitenblick auf Frau Opfer und stellt beruhigt fest, dass ihre Nase aufgehört hatte zu bluten, nicht ohne eine erschreckende Sauerei auf ihrer cremefarbenen Bluse zu hinterlassen. Bei mir, auf meinem roten Kleid hätte man das Blut nicht einmal gesehen, ich wäre mal wieder übersehen worden, trotz Blut.Genau das ist mein Problem. Ich kann anstellen was ich will, keiner bemerkt, keiner sieht es „Ich habe sie schon gleich bemerkt als sie einstiegen“- „Wie bitte, sie haben was „ – „Ja, bevor ich die Kontrolle über mich verloren habe, habe ich sie in ihrem wunderschönen roten Kleid einsteigen sehen und dachte, was für eine Frau. – „Sie kennen mich doch gar nicht. „- „Das stimmt, aber jemand der ein roten Kleid so trägt wie sie, muss was besonderes sein. _ „Wie trage ich den mein kleid“ – „Stolz, selbstbewusst, so als wollten sie der Welt zeigen, hier bin ich die Frau im roten Kleid und es lohnt sich mich zu beachten“.Noch zwei Haltestellen und ich habe mit einem Schläger über die Seele philosophiert.Auf einmal durchfuhr es mich. Ruckartig stand ich einigermaßen damenhaft auf. Die Erkenntnis die mich gerade wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat, hat mich oder besser gesagt die Krankenkasse bei meinem Therapeuten Herrn Wohlgemut , eine Menge Geld gekostet. Ich will immer das Gute in einem Menschen sehen und lasse mich durch schöne gewählte Worte einlullen und von meinem eigentlichen Empfinden abbringen. Vor mir sass ein gebildeter, nicht mal schlecht aussehender Mann, aber der hatte seine Frau verprügelt und dem will ich nicht zuhören, was er als Entschuldigung vorzubringen hat.”Lady in red”.  Ich richte mein rotes Kleid, drehe mich ohne Erklärung von ihm ab und drücke auf den Halteknopf der Bahn. Nein, ich bin nicht immer für alles und jeden verantwortlich. “Haltestelle Neuer Weg”. Ich steige aus und gehe selbstbewußt meinen Weg.

 

 

 

Die Schneekönigin kehrt zurück 

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Donnerstag nachmittag. Draußen regnet es was das Zeug hält. Von Bindfäden kann keine Rede sein. Es pisst. Obwohl ? Können Männer wirklich so pissen? Und warum nennt man  es eigentlich pissen? Wieder so eine Frage, die die Welt nicht beantwortet haben will. Und gerade diese und ähnliche Frage überkommen mich immer in meiner Bibliothek .Ja, ich  besitze eine eigene, wenn auch kleine Bibliothek. Einmal all das, was ich an Büchern je gelesen habe vor mir zu sehen, oder zumindest einen Teil davon, das war mein Traum. Denn  viele Bücher die ich gelesen habe, sollte man gleich wieder vergessen, ich sage nur Shades of Grey. Allerdings habe ich mich durch alle 3 Bände „durchgearbeitet“. So mein  Wunschgedanke und nachdem der letzte unserer Sprösslinge das Hotel Mama verlassen hat, wenn auch mit einiger Verspätung, stand auf einmal sohnlos ein Raum in unserer  Vierzimmerwohnung zur Verfügung. Bevor mein Göttergatte ihn beschlagnahmen konnte präsentierte ich ihm die Bibliotheksidee. Nicht ohne ihm vorher schmackhaft zu machen,  dass man seine Cd Sammlung wunderbar in die Regalwand mit integrieren könnte. Einer der Gründe warum ich meinen Mann nach 32 Jahre noch immer liebe, er lässt sich sehr  schnell überzeugen. Das Problem war das low budget, aber als Managerin eines Kleinunternehmens names Familie, stellte dies für mich das kleinste Problem dar. Hatte doch  Mann   seit Jahren eine riesige Schallplattensammlung auf dem Speicher und würde kaum merken wenn ein paar fehlen würden. Dank ebay brauchte ich mich auch nicht mehr auf den Flohmarkt zu stellen und konnte in aller Ruhe zuhause abwarten ob sich jemand dafür interessiert. Ich hätte nicht gedacht, dass sich mit ein paar uralten Beatles Platten so viel Geld  machen lässt .So hatte ich schnell das nötige Kleingeld zusammen um einen Schreiner zu beauftragen, mir ein Zimmer voll mit Regalwänden zu zimmern. Und zwischen all den  Bücherregalen ließ ich noch eine kleine Vitrine einbauen. Für meine Barbies. Ja ich habe einige Barbies. Keine alten, sondern neue, da meine Mutter als Feministin mir früher  striktes Spielverbot mit Barbies erteilt hat und ich nur mit selbstgestrickten Puppenexemplaren von Freundinnen meiner Mutter spielen durfte. Deshalb habe ich mir nun, Ebay sei Dank eine kleine Auswahl dieser wunderschönen Frauen bestellt. Zu meinem 56. Geburtstag, denn  auch diese Dame feierte 2015 ihren 56zigsten.Der 56zigste Geburtstag einer Frau ist nicht unbedingt das was man als Highlight des Jahres bezeichnen würde. Und wenn einem dann noch aus dem Radio entgegendudelt.„Lebt den der alte Holzmichel (die alte…..) noch“, dann macht das mürbe. Ja, sie lebt noch. Doch damit nicht genug. Verzückt verkündet der Moderator den 55. Geburtstag einer berühmten Frau. Zeitlos schön, Modellmaße, immer perfekt gestylt. Barbie. Ich kann es kaum glauben, dass die auch schon 55 wird.Mir scheint an meinem Geburtstagsmorgen jede Falte, jedes Fettpölsterchen, sogar die Cellulite fröhlich zum Geburtstag entgegenzulächeln.Der Badezimmerspiegel spricht die gleiche Sprache wie der Schlafzimmerspiegel. Noch deutlicher. Viele kleine Falten um Nase und Mund, Augenringe, fettige Haare, Couperose und und und. Wer hat eigentlich den Spiegel erfunden? Bestimmt ein schöner, makelloser Mensch, der nichts zu fürchten hatte, wenn er selbstverliebt in sein Spiegelbild eintauchte. So jemand wie Barbie eben. Die kann mit ihren 99-46-84 Massen (laut Mattel) alles tragen. Ihr Gesicht ist faltenfrei, die Wimpern ellenlang, allerdings anmodelliert und sie hat immer einen geschlossenen Mund, das würde mir auf Dauer bestimmt Schwierigkeiten bereiten. Allerdings ist der Mund supersexy. Auch so einen Mann wie Ken würde ich nicht haben wollen. Da doch lieber meinen Hermann mit weniger Haaren, aber dafür umso mehr Bauch. Allerdings kann Barbie an ihrem 56zigsten Sekt, Croissant, Speck und Eier zum Frühstück genießen, während mir traurig ein Knäckebrot mit fettreduzierter Wurst entgegenblickt und zur Feier des Tages steht einsam ein Bircher Müsli auf dem Tisch. Eier und Speck mussten dem Cholesterin weichen, Milchkaffee dem starken, schwarzen Bohnenkaffee und das Glas Sekt zum Anstoßen fällt aus wegen Sodbrennen.Ach übrigens ich bin Marlene. Ja genau nach der „Marlene“ benannt. Meine Mutter was Hardcore Fan von Marlene Dietrich. Anstelle Schlafliedern bekam ich „Vor der Laterne, vor dem großen Tor“ vorgesungen. Und als wäre das schon nicht schlimm genug, war ich auch noch mit kurzen Beine und einer Contra Marlene Dietrich Figur ausgestattet. Aber das nur am Rande.Mit Wehmut erinnere ich mich an die Zeit, als ich noch gerne  mit Barbiepuppen gespielt hätte. Im Zuge der Emanzipation habe ich dann auch meinem Sohn eine Barbie gekauft. Mit mäßigem Erfolg. Er schnitt ihr eine Glatze, band ihr ein Stirnband um und verwandelte sie in einen Ninja Turtle. Aber zurück zu meiner Bibliothek. Ich war gerade dabei all meine Bücher, die ich bereits auf den Regalen nach Themengebieten wie Historische Romane, Belletristik, Märchen- und Kinderbücher,Sachbücher usw sortiert hatte, nun auch noch alphabetisch nach Autoren zu ordnen um sie hinterher katalogisieren zu können. Nein ich bin nicht verrückt, aber ich bin sehr  ordentlich . Also Donnerstag nachmittag, es regnet stark und ich machte mich gerade daran die Märchenbücher nach Autoren zu sortieren. A wie Anderson, Hans Christian. „Der standhafte Zinnsoldat“, „Die kleine Meerjungfrau und ach da war ja auch noch „Die Schneekönigin“. Seit ich denken kann mein absolutes Lieblingsmärchen. Dieses Bilderbuch hatte ich mir erst vor ein paar Jahren gekauft, weil die Bilder darin von der Malerin Tonya Goranova so wunderschön sind.Beim Betrachten des Buchtitels mit der Abbildung der eisigen Schneeschönheit holten mich augenblicklich meine Erinnerungen wieder ein. Ich war auf einmal wieder die kleine Marlene, die so gerne wie die Schneekönigin aussehen wollte. Hüftlange, fast engelsgleiche Locken, in denen tausende von Eiskristallen glitzerten, umrahmten ein ebenmäßiges Gesicht .Glitzerpartikel ließen ihre Haut in kühlem Silber erstrahlen. Die eisblauen Augen vermittelten einem das Gefühl bis in die Tiefen der Seele der Schneekönigin zu blicken, obwohl sie einem frösteln ließen, durch ihre Kälte die sie ausstrahlten. Der ebenmäßige Mund deutete ein überlegenes Lächeln an. Und dann die atemberaubende Krone der Schneekönigin. Ein faszinierendes Gebilde aus Eiszapfen, die wie Zacken einer Krone nach oben standen und das ohnehin schon schmale Gesicht der Schneekönigin ins Unendliche verlängerten. Unnahbar, kalt und doch wunderschön. Wie ein Kranz aus abertausenden tanzenden Schneeflocken wirkte die Kapuze ihres wuchtigen Pelzmantels, der die zierliche Gestalt nur erahnen ließ. Ich liebte die Schneekönigin, sehr zum Leidwesen meiner Mutter. Die hätte es lieber gehabt, wenn ich mir die kleine Gerda, die ihren, von der Schneekönigin entführten Spielgefährten Kai sucht, als Vorbild erkoren hätte . Aber die fand ich langweilig und so wurde ich vom Kindergartenalter an bis zur vierten Klasse an Fasching immer Schneekönigin. Mein Prinzessinnenkostüm wurde dazu Schneeköniginnenähnlich aufgepeppt und dank Dekoläden hatte meine Mutter, trotz anfänglichen Protestes, mir auch eine glamouröse Krone aus Styroporeiszapfen gefertigt. Immer unter dem Protest, dass sie die Begeisterung ihrer Tochter für die Figur der Schneekönigin nicht teilen konnte. Warum ausgerechnet musste sich ihre Tochter die Böse in der Geschichte zum Vorbild nehmen. Hoffentlich ist mit dem Kind alles in Ordnung. Meine Tante Frieda tat dann noch ihr Übriges ,um meine Liebe zu dem Märchen zu schüren. Während meine Mutter vom jährlichen vierwöchigen Besuch ihrer Schwester immer als Heimsuchung sprach, waren es für mich die schönsten Wochen des Jahres. Tante Frieda las mir im Laufe der Jahre hunderte von Malen das Märchen vor, und zum Abschluss kramten wir dann immer das Faschingskostüm heraus, das griffbereit in einer Kiste unter meinem Bett lagerte.Ich übernahm die Rolle der Schneekönigin, Tante Frieda die der kleine Gerda und ihr Boxer Otto, die des entführten Kai. Dazu sperrten wir ihn ins Bad ein. Das sollte der Palast der Schneekönigin sein. Nicht ohne ihm Leckeri mitzugeben, damit er nicht zu kläffen anfing. Am Ende des Märchens als Kai versucht aus Eiskristallen das Wort Ewigkeit zu legen ,ließen wir Otto wieder raus und legten ihm mit Leckerlis Buchstaben auf den Boden. Umarmen und herzen lies er sich dann am Ende der Geschichte auch von mir. Nur das Küssen ließen wir aus. Otto stank immer so aus dem Maul. All dies ging mir, fast ein wenig wehmütig durch den Kopf ,als ich das Buch in Händen hielt. Draußen braute sich immer mehr ein schweres Gewitter zusammen. In der Ferne war bedrohliches Donnergrollen zu hören und der Himmel schwärzte sich zusehends ein. Ich trug den Buchtitel „Die Schneekönigin“ und  den Autor „Hans Christian Andersen“ in die Bibliothekenliste im Computer ein . Als ich es ins Regal vor Grimms Märchen zurückstellen wollte war das Gewitter direkt über unserem Haus und ein grellgelber Blitz ließ mich derart erschrecken und zusammenzucken, dass ich das Buch fallen ließ. Ein ohrenbetäubender Donner folgte. Nebel und Rauch stieg auf und hüllte mich ein. Rauch, oh mein Gott, hatte der Blitz eingeschlagen. Ich war derart durcheinander, dass ich erst nach Bruchteilen von Sekunden bemerkte, dass eine Frau vor mir stand. Eine unbekannte Frau , aber was für eine Frau. Ganz in Weiss, wunderschön und mit einer bombastischen Krone aus Eiszapfen….oh mein Gott, Barbie , nein ,die Schneekönigin. Nicht diese Wahnwitzige Erscheinung ließ mich erschrecken sondern nur der Gedanke,“ wie rede ich sie an“. Majestät oder Hoheit. Die Unglaublichkeit dieses Ereignisses war ich mir gar nicht bewusst. Die Schneekönigin. meine Schneekönigin in meiner Wohnung oder hatte mich Blitz getroffen. Ehe ich in Schockstarre verfallen konnte hörte ich eine kristallklare, aber herrische Stimme vorwurfsvoll sagen: “Warum hast du das Buch fallen lassen. Schönes Schlamassel, wegen dir wurde ich aus meinem Eispalast fortgerissen. Mitten im Eisschach“ – Das brachte mich nsofort wieder auf den Boden der Realität und da ich nicht auf den Mund gefallen bin, erwiderte ich zugegebenermaßen nicht sehr gastfreundlich :„Das glaub ich jetzt nicht, erschreckst mich hier zu Tode und deine erste Worte sind Vorwürfe, Hoheit. Oder sagt man nur Schneekönigin?“ – „Keine Ahnung, ich war noch nie in dieser Lage.“ –„Von mir aus kannst du, oder sie oder Majestät, wie auch immer, gleich wieder zurück“- „Schön wäre es, aber du hast ja in deiner Dussligkeit deinen Kaffee über dem Märchenbuch verschüttet und ich kann nur in ein intaktes Buch zurück.“ – „Also jetzt mal Klartext, ich bin nicht dusslig und wenn du einfach so hereingeschneit kommst  in mein Leben musst du dich schon ein wenig am Riemen reißen. ich hab dich nicht hergebeten.“Ich war in Rage. „ So stimmt das nicht,meine liebe Marlene, hast du vorhin nicht darüber nachgedacht, dass du gerne mal die Schneekönigin sein wolltest.“ – „Ja, aber ich habe schon über so manches nachgedacht und nie hat sich etwas derart spektakuläres ereignet.“- „Wie soll es nun weitergehen. „- „Also ich kann nur in ein unversehrtes Buch zurück.“- „Na das sollte das geringste Problem sein, selbst bei Amazon dauert das höchstens zwei Tage.“- „Gut, dann bleib ich eben solange hier, in meinem Eispalast ist sowieso die meiste Zeit nichts los.“- Hierbleiben, in meinem Hirn ratterte es.Hier, bei wem? Bei mir? Ich musste in der Kürze der Zeit erst mal meine sich überschlagenden Gedanken sortieren.Ok, mein Mann war vier Tage auf Geschäftsreise, die Jungs kamen normalerweise unter der Woche auch nicht vorbei. Aber zwei Tage mit einer Schneekönigin, einer Märchenfigur. Ob das gut für meine Psyche war.  Wobei, wer und wann hätte ich je wieder so eine Chance, meinem Idol von früher zu begegnen. Vorsichtshalber schloss ich die Augen um zu überprüfen ob sie immer noch da war, wenn ich sie wieder öffnen würde. „Schau mich gefälligst an !“ Dieser Satz erübrigte meinen Selbstversuch. Sie war noch da. Und oh mein Gott wie schön sie war. Genauso wie ich in meinem Faschingskostüm immer aussehen wollte, es aber nie hätte erreichen können. Barbie verus Schneekönigin. Ich musste der Versuchung wiederstehen über ihr ebenmäßiges, seidenweiches, matt silbern schimmerndes Gesicht zu streichen. Und ihre Figur. Davon konnte jede Frau nur träumen. Zartgliedrig und doch fraulich .Und ich . Nicht zartgliedrig aber viel zu viel fraulich. Was für ein Paar. Nicht lange hielt ich mich mit diesen Gedanken auf, dazu war ich viel zu pragmatisch veranlagt. Was sollte ich der Dame anziehen, denn in ihrem jetzigen Aufzug konnte sie sich selbst in meiner geräumigen Wohnung nur  schwerlich  fortbewegen, geschweige denn außerhalb. Gut dass ich die Klamotten meines Juniors, Gr.S noch nicht zur Altkleidersammlung gegeben haben. Mit ein paar Bootcut Jeans, einem Shirt und ein paar Chucks würde ich aus ihrer Hoheit schon eine Normale machen, wenn auch eine sehr Schlanke und sehr Schöne. Allerdings fand ich nur ein Shirt mit der Aufschrift Womanizer (Frauenaufreisser),und hoffte mal dass Madame Schneekönigin des Englischen nicht mächtig sein möge. Eine Base Cap auf ihre silbernen Haare vervollständigte den Look. Als sie sich umgekleidet hatte, konnte ich nicht umhin, mir ihren prächtigen silberfarbenen, pelzähnlichen aus abertausenden Schneeflocken gewirkten Mantel einmal umzuhängen. Kein Vergleich zu meinem früheren Faschingskostüm. Das Original war unsäglich schwer und bitterkalt, aber ich fühlte mich darin kurzfristig wie eine Königin. Angesichts der Tatsache, dass der Mantel bereits eine solche Kälte verströmte, dass ich ihn gerne wieder ablegte, verzichtete ich auf das Anprobieren der Eiszapfenkrone. Wie hielt die Frau das nur aus, aber in ihrem Eispalast ist es ja bestimmt überall kalt und wahrscheinlich ist sie ein Kaltblütler. Das herauszufinden hatte ich ja nun zwei Tage Zeit. Bevor ich nun etwas anderes tat, setze ich mich zuallererst an den Computer und bestellte das Buch „Die Schneekönigin“. 3 Tage Lieferzeit, hätte schlimmer kommen können. Nämlich dann, wenn es nicht mehr lieferbar gewesen wäre .Die ganze Zeit stand Hoheit mit Jeans und T-Shirt nun neben mir ohne ein Wort zu sagen. Ach du liebes bißchen gegen diese silbrige Blässe in ihrem Gesicht musste ich auch noch was machen. Nicht mal als Albino ginge sie so durch. Und eine Legende, also eine Art Identität musste ich mir auch noch für sie überlegen, wer weiss, mit wem wir in den nächsten Tagen zusammentreffen würden. Eins nach dem anderen . Erst ein stark dunkles Make Up für Miss Womanizer und dann versuchte ich ihr zu verklickern, dass wir jedem den wir treffen sollten, erzählen, dass sie eine entfernte Großcousine von mir sei, die in Finnland lebte und ihre deutsche Verwandtschaft bei einem Kurzbesuch kennenlernen will. Ja, so könnte es gehen. “Ich hasse diese Bekleidungssachen und will das nicht im Gesicht haben.“- „Ach, gnädige Frau beliebt zu sprechen. Also ich will auch so manches nicht und am allerwenigsten eine entfleuchte Märchenfigur in meinem Haus, also bitte , machen wir das Beste aus der Geschichte. Erzähl mir lieber mal, was an deiner Geschichte dran ist, dass der Teufel einen Spiegel hat fallenlassen und alle die einen Scherben abbekommen haben alles verzerrt sehen“. Sie lachte. Sie, da fiel mir ein, dass wir noch kein Pseudonym für Frau Schneekönigin hatten. „Also, wie soll ich dich nennen“. Duzen muss ich dich auf jeden Fall als meine Großcousine.“- „Also von mir aus kannst du ruhig Hoheit und du sagen.“- „Ja, soweit kommst noch, was hälst du von Kristell, verstehst du, von Kristall, Eis und so. Und Kristell, wenn auch ein wenig anders geschrieben könnte auch ein deutscher oder von mir aus finnischer Name sein.“ Das war geklärt, Wiederspruch zwecklos.“Also gut, dann eben Kristell.“- Also Kristell , jetzt zu deinem Mantel. Meinst du der schmilzt?“- „Ich weiss nicht, ich war noch ia nie außerhalb meines Eispalastes und als ich damals Kai entführte, da war es Winter.“ – „Also, das ist mir zu riskant, nachher scheitert es noch an deinem geschmolzenen Umhang, dass du  nicht wieder zurück in deine Welt kannst. Nicht auszudenken.“ Was also tun sprach Zaratustra, na ob der mir jetzt wirklich hilft. da setze ich doch lieber auf meinen logischen Frauenverstand. Rein mit dem Ding in die Gefriertruhe und die Eiskrone gleich dazu. Fast schon ein bisschen blasphemisch dieses wunderschöne Kleidungsstück und die filigran gearbeitete Krone auf meinen eingefrorenen Schweinekoteletts und den Buschbohnen vom Sommer zu sehen. Aber ist in der Liebe und im Krieg nicht alles erlaubt. Und wir sind eben im Krieg der Welten. Der Realen und der Märchenwelt. Klappe zu. Krystell beobachtete mein Tun regungslos, Sie strich nur völlig selbstvergessen über den Deckel meiner Gefriertruhe. Wahrscheinlich erinnerte sie die viel zu vereiste Truhe mit ihren Eiskristallen an ihr Zuhause. aber ihr hier und jetzt die Eigenschaften einer Tiefkühltruhe zu erklären, dazu hatte ich keinen Bock. Aber sie erwartete auch keine Erklärung, sondern besann sich auf meine gestellte Frage bezüglich des zerborstenen Spiegels im Märchenbuch. „Weißt du, die Märchen haben immer auch einen gewissen Bezug zur Wirklichkeit. Deshalb überdauern sie auch Jahrzehnte und Jahrhunderte. Als der Spiegel in meinem Märchen zerbarst, sahen alle Menschen, die von einem Splitter getroffen wurden, nur noch das Negative. Die Wirklichkeit wurde verzerrt. Überleg mal, bestimmt kennst du auch jemanden, der von solch einer „Spiegelscherbe“ getroffen wurde, sei es ins Auge oder ins Herz. „ Also so was wollte ich nicht glauben, aber ich hätte auch vorher nie geglaubt, dass die leibhaftige Schneekönigin bei  mir Einzug halten würde. „Können wir dieses schwierige Thema auf morgen vertagen? Ich bin müde und  du, oder schläfst du in deiner Welt etwa nicht?“- „ Oh doch und nicht wenig, da es bei mir die meiste Zeit eher dunkel und trübe ist“- „Na Gott sei Dank, wenigstens etwas hatten wir gemeinsam. galt es nur noch die Frage des Wie zu klären. Als hätte Krystell meine Gedanken erraten säuselte sie „Normalerweise nächtige ich auf einem Eisdiwan“. Ja, so was hat auch jeder Ottonormalverbraucher in Deutschland in seinem Gästezimmer. Jetzt war guter Rat teuer, denn Kristells eisiger Gesichtsausdruck versprach keine Kompromissfähigkeit. Ich hingegen schwitze aus allen Poren. Nicht aus Angst, sondern wegen der Wechseljahre. Gutes Thema um abzulenken. „Sag mal Krystell, kennst du in deiner Welt auch so was wie Wechseljahre.“!- „Was meinst du, den Wechsel der Jahreszeiten“- „Nein, also das ist so, lat. heißt das Klimakterium und alle Frauen der Welt, also der realen Welt sind davon betroffen.

Jahrzehntelang war man Monat für Monat einem inneren Rhythmus unterworfen, hat so vor so manchem Urlaub gefleht: Bitte, nicht gerade jetzt. Und dann natürlich gerade jetzt. Du kommst dir vor, als trifft es immer nur dich im Urlaub, dass du triefend vor Hitze am Strand sitzt und neidvoll auf die blickst, die es anscheinend nie im Urlaub kriegen. Und irgendwann sind dann deine Sprösslinge in dem Alter, indem sie dich immer dann, wenn du nicht so funktionierst wie sie es gern hätten, gefragt wirst: „Hast du deine Tage?“ Irgendwann ist dann aller „Tage“ Abend, aber weit gefehlt, dass du es nun endlich genießen kannst mit Leib und Seele Frau zu sein. Nein, jetzt wechselt das monatliche Unwohlsein, zu wöchentlichem, täglichem, ja sogar manchmal stündlichem. Da sitzt du mit  Freundinnen beim gemütlichen essen im Lokal und da spürst du es. Langsam  baut sich eine Welle von Wärme in dir auf und dringt unaufhaltsam von innen nach außen. Du spürst, wie sich jede Pore deines Körpers öffnet und literweise Schweiß ausschüttet. Die neue Seidenbluse klebt an dir und die Schweißränder offenbaren sich jedem. Das Tempotaschentuch, mit dem du versucht die Rinnsale aus deinem Gesicht aufzufangen bleibt vollgesaugt in Fusseln aufgelöst auf demselben kleben. Und dann die mitleidigen Kommentare: Kenne ich, probier mal Rotklee, nein, Traubensilberkerze, also ich schwöre ja auf Hormontherapie….Also für mich bedeuten Wechseljahre heute mal wieder das ständige Wechseln von Kleidern und möglicherweise Freundinnen…Aber die Wechseljahre sind facettenreich, dagegen ist die Menses direkt langweilig, eintönig, immer gleich. In den Wechseljahren erlebst du ständig Überraschungen mit deinem Körper und du musst dich spontan und flexibel auf die neue Gegebenheit einstellen. Da liegt z.B. ein anstrengender Tag vor dir und genau da wechselt dein sonst so gesundes Schlafverhalten in einen ungesunden Nichtschlaf. Stunde um Stunde liegst du wach, wälzst dich hin und her, bekommst auf einmal Herzrasen, dass dein Adrenalinspiegel in die Höhe schnellt und als Dreingabe ereilt dich noch ein Sturzbachschweißausbruch, der dich zwingt, Bett und Frau neu zu be- bzw.umzuziehen. Und am nächsten Morgen erwartet dich deine Familie gutgelaunt und voller Engagement um die Hausarbeit, Party heute Abend mit links zu schmeißen und keiner sieht oder will deine schwärzlich verfärbten Augenränder sehen. Ein Königreich für ein Bett und wenigsten eine Stunde Schlaf. Auch nicht von der Hand zu weisen sind die Stimmungswechsel. Manchmal bist du selbst mit deinen Stimmungsschwankungen überfordert, ganz zu schweigen von deiner Umwelt. Aggressivität, Sensiblität, Wut, Zorn, Anlehnungsbedürfnis, das ganze Spektrum der Gefühlspalette durchwandert dich im Zeitraffer und da wunderst du dich immer, dass du so maßlos erschöpft bist .Untermalt wird das Ganze von ständiger Unruhe. Du kannst dich keine 5 min. auf ein Buch konzentrieren, noch auf einen Film, geschweige denn ruhig am Tisch sitzen bleiben. Hier ein Gezupfe, da ein Gerutsche – dein Gegenüber wird mit nervös.Und die Falten, fast täglich neue, der Spiegel wird zum Feindbild Nr.1. Obwohl du seit Jahren dein Gewicht hälst, dich seit Jahrzehnten sportlich betätigst und schon der Familie wegen immer auf ein gesunde Ernährung geachtet hast, legen  sich heimlich still und leise immer mehr Wechseljahrsfettpölsterchen auf Hüften, Bauch und Po und sogar an den Hals. Deine rassigen schwarzen Haare sind sowieso seit Jahren ergraut und nur dank chemischer Keulen lässt sich das verbergen, aber die Abstände werden immer kürzer. Welch Ungerechtigkeit, die grauen Schläfen eines Mannes wirken anziehen, die einer Frau eher abtörnend. Und für manche Frauen kommt es in den Wechseljahren besonders hart, da wechselt der Mann dann auch noch die Frau. Als ich endlich mit meinem Monolog fertig war, starrten mich zwei verständnislos blickende eisblaue Augen an. Verständlich, die Märchenfrauen mussten sich nicht so was Normalem herumschlagen. „Ob Kristell wohl einen Mann hat?“ Das werde ich sie aber erst später fragen, nun ging es erst mal um ihren Schlafplatz. Kalt, sehr kalt. Wo könnte ich sie unterbringen. Spontan fielen mir zwei Möglichkeiten ein. Entweder im Kühlhaus unseres Dorfmetzgers oder in der Leichenhalle des Friedhofs. Wobei, in Anbetracht der Tatsache, dass ich Kristell dorthin würde begleiten müssen schied die Leichenhalle auch sogleich wieder aus. Aber wie konnte ich Herrn Wurster, unserem Metzger erklären, dass ich den Schlüssel für sein Kühlhaus brauchte. Dass ich mich mal einer solchen Problematik gegenübersehen würde. Das hätte sich bestimmt auch Hans Christian Andersen nicht vorgestellt, als er 1844 das Märchen der Schneekönigin schrieb. Um Zeit für eine Lösung zu finden, goss ich ihr erst mal einen Eistee mit vielen Eiswürfeln ein, forderte sie auf sich neben mir auf Sofa zu setzen, auf das ich vorher eine Handtuch mit mehreren Eispads drapiert hatte. Den ständigen Prellungen meines Mannes beim Altherrenfussball sei Dank, dass wir so was immer griffbereit haben. „Erzähl mir nochmal die Story mit den Spiegelscherben am Anfang deines Buches“- „Also, es war einmal..“- „ Ach je, das konnte länger dauern, hoffentlich halten die Eispads solange kühl und mein Sofa bleibt wasserfleckenfrei.“„Vor langer, langer Zeit erschuf ein Teufel einen Spiegel, der alles Schöne und Gute verzerrte und hässlich aussehen ließ. Das Böse trat darin gut hervor. Eines Tages jedoch fiel der Spiegel dem Teufel aus den Händen und zersprang in viele tausend Stücke, große und kleine, die, je nach Verwendung durch die Menschen, viel Ärger und Verwirrung stifteten. Trafen sie einen im Herzen, so wurde es so kalt wie Eis und trafen sie einen in die Augen, so sah er alles um sich herum nur noch hässlich und böse. So verteilten sich die Splitter des Zauberspiegels über die ganze Welt.Genau, ich erinnerte mich und jetzt wo Kristell das so wiedergab, wurde mir auch schlagartig klar, was sie damit meinte, als sie sagte, dass die Märchen Jahrhunderte überdauern, weil sie immer einen gewissen Wahrheitsgehalt haben.Ich erinnerte mich urplötzlich an eine Buchbeschreibung, die ich etwa in der Untertertia des Gymnasiums, eines Mädchengymnasiums, auch wenn das hier nichts zur Sache tut, über das Märchen „Schneekönigin geschrieben habe. „Eines der schönsten und bezauberndsten Märchen, die Hans Christian Andersen je geschrieben hat, ist ohne Zweifel „Die Schneekönigin“.Innere Stärke, Tapferkeit, selbstloses Handeln, der Glaube an das Gute und die Liebe sind immer wieder Werte, die in Andersens Märchen eine tragende Rolle spielen. So liegt die Kraft seiner Märchen in den oft armen und kindlichen Figuren, die sich willensstark gegen das Böse stellen und bewusst oder unbewusst dem Weg des reinen Herzens folgen. „Die Schneekönigin“ belegt dies eindrucksvoll und anrührend.“ So oder so ähnlich habe ich es damals formuliert. Kai und Gerda waren die Guten, Kristell die Böse und Frau Mayer in Hausnummer 4, in unserer Straße hatte bestimmt einen solchen Splitter abbekommen. Und zwar einen ins Auge, denn sie sah alles nur Negative und Hässlich. Doch bevor ich mich weiter zu solch fast philosphischen Gedanken hinreißen ließ, stand immer noch die Übernachtungsfrage im Raum. Also welche halbwegs glaubwürdige Story könnte ich Herrn Wurster auftischen, dass jemand in seinem Kühlhaus übernachten wollte. Eigentlich käme dafür nur ein wissenschaftliches Experiment in Frage. Ja, so könnte es gehen, Kristell ist eine Forscherin aus Norwegen oder besser noch Professorin eines wissenschaftlichen Institutes in Alesund und ihr Forschungsgebiet ist die Auswirkung verschiedener Kälteräume auf den menschlichen Organismus. Und da sie gerade bei mir zu Besuch ist, könnte sie ihre Forschungsergebnisse um ein Kühlhaus erweitern. Sie würde auch eine Verpflichtung unterschreiben, dass sie keinerlei Regressansprüche an Herrn Wurster stellen würde, bezüglich gesundheitlicher Schäden und auch dass sie seine Ware nicht berühren wurde. Gut würde sich bestimmt machen, wenn ich ihr so einen weißen Ganzkörperanzug wie ihn die Spurensicherung trägt, mitgeben könnte. Oder vielleicht hat ja Herr Wurster aus Hygienegründen auch so was .Und vielleicht könnte ich ihn damit ködern, dass Kristell ihm versprach, dass er in ihrer wissenschaftlichen Abhandlung namentlich erwähnt werden würde. Anrufen oder vorbeigehen? Beides. Ich würde mich als Sekretärin von Frau Professor Kristell Snow ausgeben , wichtig tun, und ankündigen, dass Metzgerei Wurster deutschlandweit ausgesucht wurde für dieses Experiment und das Team, also Kristell und ich, schon auf dem Weg sei. Es würden keinerlei Unkosten entstehen, aber die Ehre der Wissenschaft zu dienen. Ich hatte Glück. Frau Wurster, auch Mitglied der Ladies des hiesigen Lionsclubs ,war am Telefon. Die konnte das Privileg kaum fassen und als ich erleichtert auflegte, sah ich sie vor meinem geistigen Auge alle ihre Lionessen anrufen, um ihnen mitzuteilen, welch wichtige Rolle ihre Familie und ihr Geschäft  in der Forschung einnehmen würden.

Endlich machten Kristell und ich machten uns auf den Weg, nicht ohne dass ich mir von ihr nochmal genau wiederholen ließ, was ich so alles zusammengelogen habe. Not macht eben erfinderisch, da ist schon was dran und deshalb sind es ja auch nur Notlügen. „Kann ich Mark G mitnehmen“.- „Nein, der bleibt jetzt bei den Puppen.“Vor lauter Übernachtungsplänen hätte ich beinahe vergessen das Märchenbuch zu bestellen. Gott sei Dank war es vorrätig und selbstverständlich wählte ich Premiumversand, dann ist es sogar in 24stunden, und nur einer, höchstens zwei Übernachtung bei Wursters, da. Also nichts wie hin zum „Eishotel“. Ich hätte es mir denken können. Trotz später Stunde war es Frau Wurster gelungen 10 Damen ihres Lionsclubs mobil zu machen um die Professorin Kristell Snow aus Alesund willkommen zu heißen. Geistesgegenwärtig flüsterte ich Kritell zu : Du sagst kein Wort. Ich sage denen du sprichst nur Norwegisch und bitte, bitte überwinde dich und iss wenigstens eins von den Lachshäppchen, die sie dir zu Ehren gerichtet haben.“ Niemals hätte ich geglaubt, dass ich mit einer solchen Story durchkomme, aber die Menschen sehen was sie sehen wollen, ob mit oder ohne Scherbe im Auge. Frau Wurster und Konsorten war es nur wichtig ein Stück des wissenschaftlichen Wichtigkeitskuchen, abzubekommen. Herr Wurster dagegen schaffte es, dass mir kurzfristig der Angstschweiß ausbrach, der im Gegensatz zur Wechseljahrtranspiration eiseskalt war. “Ach Frau Professor, wenn ich sie mir so ansehe, muss ich gleich an meine Lieblingsband Subway to Sally, die ein Lied über die Schneekönigin geschrieben habe. Und dann fing er an zu brummen: „Ihre Bleichheit macht mich schweigend, Draußen geht der Frost mit schwerem Schritt vorbei. Sie trägt Eis auf ihre Lippen. Reif kriecht hoch an Fensterscheiben. Und ich seh das Schiff der Königin am Kai“ usw. „Wir sollten jetzt mit der wissenschaftlichen Arbeit beginnen“, druckste ich mit meinem Kloß im Hals. Nach einer gefühlten Ewigkeit wart es geschafft. Alles unterschrieben, alle Häppchen und Lionessen weg und Kristell lag auf einem Feldbett im Kühlhaus zwischen Schweinehälften und Wildbret. Ich schleppte mich todmüde nach Hause und sank in einen traumlosen Schlaf aus dem ich erst am Morgen wieder erwachte und mir schlagartig klar wurde, dass der Alptraum nun weiterging. Aber erst musste ich zu Wursters gehen und Kristell abholen. Was ich da zu sehen bekam, überraschte mich doch sehr. Kristell saß mit Herrn Wurster am Frühstückstisch und verspeiste ein Wurstbrot. Fast hätte ich losgewettert, was denn das Theater mit der Eisübernachtung sollte, wenn Königin nun normalen Genüssen frönte, aber da begrüßte mich schon Herr Wurster mit den Worten. „Nett ist sie ja, auch wenn wir uns nicht verständigen konnten, aber dass sie bei ihrem Experiment auch gefrorene Wurst und gefrorenes Brot essen muss, finde ich ja schon eine Zumutung. Und es scheint ihr sogar zu schmecken. Also dann bis heute abend wieder, wir freuen uns. Was Ich sie schon immer mal fragen wollte, Frau Möller, was machen sie eigentlich so den ganzen Tag. Wir sehen uns ja immer nur kurz wenn sie bei uns einkaufen.“ Ja, was mache ich denn so den ganzen Tag.“ Ich habe einen aufreibenden Job. Diesen Job hatte ich eigentlich gar nicht gesucht und war deshalb überrascht, dass ich ohne Bewerbung, ohne Zeugnisse, ohne Vorstellungsgespräch, diesen verantwortungsvollen Führungsposten übertragen bekam.Zunächst war dieser Kleinbetrieb mit nur einem Angestellten auch problemlos zu führen. Die Aufgabenbereich waren klar definiert. Aber wir expandierten, schneller als geplant stieg die Wachstumsrate. Erst ein, dann zwei, dann  drei neue Firmen-oder sollte ich besser Familienmitglieder sagen, denn ich war inzwischen Leiter eines mittelständischen Unternehmens namens Familie. Ohne vorgeschlagen zu werden und in keiner Feierstunde, sondern klammheimlich wurde ich zum Chef des Unternehmens. Die Aufgabenbereiche, die in der Zweisamkeit noch klar zuzuordnen waren, verschmolzen mit jedem Familienmitglied mehr zu einem Resort. Zu Meinem. Dieses Resort umfasste die Abteilungen Finanzen, Gesundheits-, Haushaltsplanung, Verwaltung, Vergnügungen, Raumpflege, Psychologische Beratung, Wissensvermittlung. Zeitmanagement, Kooperation eben Multiple Organising heißt das Zauberwort im modernen Buisnessgeschäft.

Mein Arbeitstag sieht folgendermaßen aus. Von geregelter Arbeitszeit allerdings keine Spur. Ressort übergreifend beginnt mein Arbeitstag um 6.00 Uhr im Ressort Hygiene, was bei drei Heranwachsenden Kindern bereits Höchstleistungen in Punkto Überwachung abverlangte. Dann fordert das Ressort Ernährung und Hauswirtschaft  seinen Tribut. Je nachdem wie zeitintensiv die Ressorts mich beanspruchen kann ich mich noch kurz in das Ressort Finanzen und Verwaltung stürzen, denn nach einer gesetzlich nicht geregelten Mittagspause bin ich ausschließlich im Ressort Veranstaltungen tätig. Doch damit nicht genug. Ein Teil des Abends füllt das Wellness Resort für die Angestellten aus und ich gönnt mir einen kurzen Abstecher von 20.00-20.15 Uhr ins Ressort Bildung (Tagesschau ansehen). Dieser Tagesablauf bestimmt mein Berufsleben 7 Tage die Woche , mit hin und wieder Nachtschichten im Ressort Medizinische Versorgung ,ohne Anspruch auf Urlaub. In einer Gehaltsgruppe befinde ich mich nicht, denn in dieser Firma stehen Idealismus, Enthusiasmus, bedingungsloses Engagement vor materiellen Werten. Obwohl es sich um einen Kleinbetrieb handelt, ist man auch hier vor Mobbing nicht gefeit. Befehle und Anordnungen von mir werden unterlaufen, bewusst falsch ausgeführt, ja sogar vom leitenden Angestellten, sprich Vater, aufgehoben. Zusätzliche Aufgaben für mich werden bewusst herbeigeführt. Gesprächstermine werden boykottiert, aber Lohnzahlungen, sprich Taschengeld akribisch eingefordert. Ein Nachteil dieser leitenden Position ist, dass sie unkündbar ist, von beiden Seiten. Natürlich könnte ich den Arbeitseifer zurückschrauben, aber das würde die Firma in den Ruin treiben. Außerdem denke ich wird das die Lebenskonjunktur von alleine bringen, dass ich mich nach und nach von Angestellten trennen muss, zwecks Gründung neuer Filialen und vielleicht mache ich ja dann mit einem Zwei- Mann Betrieb wie in der Gründerzeit weiter.“

Kristell schien im Gegensatz zu mir prächtig geschlafen zu haben und war voller Tatendrang. „Heute möchte ich mit dir mal all die Menschen aufsuchen, die es auch in meinem Buch gibt. Den Kai, die Gerda, die Zauberin, dem Prinz und die Prinzessin, das Räubermädchen und die Finnin“.  Das konnte ja heiter werden, vielleicht sollte ich doch nochmal ganz kurz nachschlagen wer die alle waren um wenigsten etwas darauf vorbereitet zu sein, was mich erwarten würde. Ach egal, auf den Besuch von Kristell konnte ich mich auch nicht vorbereiten. Allerdings schlimmer geht immer.  Vielleicht ganz gut so, dass Kristell mit mir zuerst eine Person aufsuchen wollte, die Gerda im Märchen ähnelte. Und Gerda war ja die Gute, die hat ihre halbe Jugend geopfert um ihren Freund Kai zu finden.  Während wir für mich ziellos losgingen, bewunderte ich Kristells Barbie Figur, hatte ich doch gesehen, dass sie drei Wurstbrote verzehrt hatte. Zugegebenermaßen gefrorene, aber das kann doch nicht eine neue Art Diät sein. Um ein bisschen small talk zu machen fragte ich sie mehr rein rhetorisch. „Kennst du eigentlich die Weightwatchers“. – „Nein, aber ich kenne Gewichtsbeobachter, die in meinem Eispalast darauf achten, dass niemand zu schwer wird, sonst stürzen die Eisdecken ein. Ja, genauso was ähnliches gibt es auch bei uns. Stell dir vor ich war mal dort, denn bei uns trifft man sich bei den Gewichtsbeobachtern.

Es war einmal nach einem morgendlichen, sorgenvollen Blick auf die Waage. Dieser Gewichtsmesser ist gleichzeitig Stimmungsbarometer. An solch einem Tag, als das Stimmungsbarometer auf Tief zeigte, stand für mich fest, die Hilfe der Gewichtsbeobachter oder neudeutsch Weight Watchers in Anspruch zu nehmen. Gesagt getan und bei der morgendliche Zeitungslektüre schrie mich dann zur Bestätigung meines Entschlusses auch noch ein Gutschein über kostenlose Anmeldegebühr bei WW. Noch schnell per Internet ein Treffen in der Nähe ausgesucht und nichts wie hin, bevor mein innerer Schweinehund namens Günther mich wieder daran hinderte,.. Günther ist nicht etwa mein Mann, sondern dieser fiese Hund in mir, der mich von allem abhält was mir guttut und nach einem, Gott hab ihn selig, längst verstobenen Onkel benannt, der nicht nur die Characterzüge eines Schweinehundes besaß sondern ein bisschen auch so aussah. Das Treffen der WW´S fand in einem katholischen Gemeindezentrum statt. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass Gott auch fürs Abnehmen zuständig ist. Wenns hilft und als mein Blick im Eingangsbereich des Gemeindezentrums auf ein Kreuz mit dem ausgemergelten Jesus sah, könnte ich den Bogen zu den Abnehmwilligen im Saal spannen. Hoffentlich macht es beim Abnehmen nichts aus, dass ich evangelisch bin. Aber sind wir nicht alle Gottes Kinder und ich glaube die Dicken sogar noch etwas mehr, denn mit welcher Andacht die der Kursleiterin lauschten, das würde sich jeder Pfarrer bei seiner Predigt wünschen. Doch bevor ich der Andacht, bzw. Ausführungen lauschen durfte, musste ich erst durch Fegefeuer, sprich auf die Waage. Frau Schablonsky – Gerber, die Gehilfin der Kursleiterin stand an einer elektronischen Waage, auf deren Ergebnis nur sie blicken konnte. Gott sein Dank. Obwohl ich fast 20min. in einer wiegewilligen Schlange warten musste, wurde mir die Zeit nicht lang, denn was sich vor mir abspielte war filmreif. Da entledigten sich Frauen ihrer Gürtel,  Haarspangen, Eheringe, nur um das Gewicht auf der Waage zu beschönigen. Ein unterdrückter Aufschrei entfuhr mir, als die Dame vor mir sich ihrer Perücke entledigte. 250g raunte sie mir zu. Naja, dafür kann man sich schon mal die Blöße geben. Und dann ist es soweit, ich trete vor den Schöpfer, nein Scharfrichter, nein Frau scha… irgendwie. Bar oder MPP. Wie bitte, fragte ich leicht irritiert.  Na, unseren Monatspassplus mit dem sie dann 3€ pro Stunde sparen. Sparen ist immer gut, also MPP. Und mit einem mitleidigen Blick: da gibt’s ja einiges zu tun, durfte ich von der Waage steigen. Hätte ich mal bloß meine schwere Armbanduhr und meinen Armreif abgelegt. Sie reichte mir mein Mitgliedsbuch, indem schwarz auf rot mein Kampfgewicht stand. Lächelte sie mitleidig oder bildete ich mir das nur ein. Todesmutig ging ich nun an mehr oder weniger übergewichtigen Frauen vorbei in die erste Reihe. Schließlich will ich für mein Geld alles mitbekommen.“ Da sitzen aber immer Herr und Frau Thümel“, flüsterte mir eine Rubensfrau von hinten ins Ohr. Bevor ich noch nachfragen konnte, wogten selbige heran und bauten sich vor mit auf, so dass ich angesichts so viel Masse verschämt in Reihe 2 huschte. Regel Nr. 1, setze dich als Neuzugang nie auf angestammte Plätze. Und dann ging es los. Frau Armbrust- Beutel begrüßte die Neuen, also mich, denn ich war bei diesem Treffen die einzig Neue und fuchtelte mir mit einem vorher-nachher Bild von sich vor der Nase herum. 40 Pfund Abnahme flötete sie, wobei ich befand, dass sie bereits wieder 20 Pfund zugenommen haben muss. Im Laufe der Stunde stellt sich dann tatsächlich heraus, dass Frau AB bereits zwei Abmahnungen von Weightwatchers erhalten hat, dass wenn sie ihr Gewicht nicht reduzieren würde, sie ihren Job als Kursleiterin verlieren würde. Ein Gestöhne erfüllte den Raum und eine besonders betroffene Weightwatcherin machte frau AB Mut. „Sie schaffen das schon, sie kennen ja das Programm. Ich glaub an sie. Hallo, bin ich im falschen Film. Wer wird denn hier bezahlt. Nun eilte die Assistentin, die eher wie Jesus am Kreuz aussah  und sich deshalb um ihre Posititon keine Sorgen machen musste durch den Mittelgang herbei und reicht Frau AB einen Zettel, die sogleich verzückt jubelte: „1,2 kg Abnahme“. Alle klatschen. Ja, wer denn jetzt. Alle  20 Frauen zusammen. Naja, wenn das so weitergeht bin ich in 10 Jahren hier noch anzutreffen. Also, Regel Nr. 2 freu dich, wenn alle sich freuen. Dann kommt mein Auftritt. „Liebe Leidensgenossinnen und „Genossen“  wirft Herr Thümel wichtigtuerisch ein. Naja, er als Quotenmann muss sich eben behaupten. Wir haben heute ein neues Mitglied, Marlene Möller. Und wie hieß es früher so schön in der Werbung eines Sektherstellers. In die Hände meine lieben wurde euch MM geschrieben. Und wenn ich mir unsere Marlene so anschaue… Ich fühle mich auf einmal wie unter einem Scheinwerferspot, so heiß wird mir unter all den blicken, die mich mustern. Hat sie figürlich ja auch etwas derselbe, oben schlank und unten breiter werdend. Ha, ha, ha. Wenn frau AB wüsste dass ich auch temperaments- mäßig was mit MM Sekt gemein habe, würde sie sich mit solchen Äußerungen zurückhalten, denn wenn ich verbal so geschüttelt werde, platzt mir schon mal der Korken, bzw Kragen und ich schäume über vor Wut. Aber was eine gute Marke ist, hat sich im Griff, der Korken bleibt drauf und ich antworte süffisant lächelnd, “nein Frau AB, da muss ich ihnen leider wiedersprechen, drehen sie bitte ihre Handflächen nach außen und was sehen sie mein Damen und mein Herr. Nun ließ ich meine Blicke schweifen. WW – in die Hände meine Lieben wurde euch Weight Watchers geschrieben. Tosender Beifall. Dann aber geht’s richtig los und nun bin ich ganz Ohr, denn es geht um Probleme der betroffenen. Betroffen bin ich ja schon von der Höhe meines Gewichtes, aber so betroffen, dass ich öffentlich über meine Verdauung rede dann doch nicht, oder gar es wagen würde, die Frage zu stellen, wie viel Points denn normaler Sex verbraucht. Etwas irritiert bin ich, dass fast alle um mich herum essen WWchips, WW Bonbons, WW Müsliriegel. Ich denke wir sind zum Abnehmen hier und nicht zum Essen. Voll bestückt mit Unterlagen und Infos fahre ich in unsere Stammkneipe, denn heute gönne ich mir noch mal was, ab morgen fange ich an. Also heute Schnitzel mit Pommes für 18 Points und ein Bier für 4 Points. Ab morgen habe ich dann 22 Points für den ganzen Tag. Schon das Wort Points nervt mich. erinnert mich so an den Grand Prix. Germany deux points. Obwohl,  wenn ich so wenig punkte esse wie Deutschland immer bei der Bewertung bekommt, kann es ja mit der Abnahme klappen. Nach diesem opulenten Nachtmahl erscheinen mir dann auch noch Herr und Frau Thümel im Traum und schlagen mich mit Pointskärtchen, weil ich auf ihrem Platz sitze. Ab sofort heißt mein innerer Schweinehund nicht mehr Günther, sondern Thümel. Entschuldige Onkel Günther. Die nächste Gruppenstunde naht und eigentlich bin ich ganz optimistisch. Ich habe mich mehr oder weniger an das Programm gehalten, nur aufgeschrieben habe ich halt nicht was ich gegessen habe, was sich als gravierender Fehler herausstellen sollte. Frau Kleiber vor mir hat neidvolle 3 Kilo in einer Woche abgenommen, obwohl sie ihren winterlichen Schal beim Wiegen umbehält. Das nenn ich Courage. Dann ich. Kein Gramm Keines weniger, aber auch keines mehr. Ich bin frustriert, da nützt es mir auch nichts wenn  Frau S – G ermunternd säuselt: „ Sie müssen es positiv sehen, sie haben wenigstens nicht zugenommen“ Naja, für diese Aussage und 19,90€  hätte ich mir  eine Fussreflexzonen massage gönnen können. Zur Beruhigung.           Bedröppelt setzt ich mich in die letzte reihe, da vernehme ich auch schon meinen Namen. Frau AB verkündet gerade vor versammelter Mannschaft, dass ich, wenn ich in der kommenden Woche meine Points aufschreibe ein Glanzbildchen von ihr geschenkt bekommen. Alles jubelt und beklatscht die tolle Idee, während ich mir überlege ob es überhaupt noch Glanzbildchen gibt. Die letzten habe ich in mein Grundschulpoesiealbum geklebt bekommen und das ist über 40 Jahre her. Nun ja , dann hat eben nächste Woche frau Armbrust- Beutel ein Problem, denn ich bin motiviert und will unbedingt wissen ob es die Dinger noch gibt. Ich melde mich: „Aber nur, wenn es die mit Glitzer sind.“ Und siehe da eine Woche später und 2 Kilo leichter hole ich mir unter frenetischem Beifall der Gruppe mein Glanzbildchen ab. Ein wunderschön schlankes Elfenkind glitzert mir entgegen“- „Und, fragte Krytell mehr entsetzt als interessiert.!“- „Nicht und , ich bin nicht mehr hin, denn ich hatte kein Sammelalbum mehr für  die Glanzbildchen.“- „Versteh ich nicht, nur das mit dem Glitzer, bei uns gibt es auch kleine Schneeflockenglitzerelfen, aber die dürfen frei herumfliegen und müssen nicht in ein Album“- „Aha, ich versteh vieles auch nicht, aber wo sind wir eigentlich?“- „Stell dir einfach vor, du bist am Anfang des Märchenbuches „Die Schneekönigin“ und triffst auf Kai und Gerda.“ – „Aber wir stehen doch vor dem Haus von Frau Müller.“- „Genau, lass uns hineingehen.“ Eigentlich wusste ich nur den Namen, obwohl die Familie schon 30 Jahre hier im Ort wohnte und ein bisschen Bammel hatte ich schon, einfach bei wildfremden Leuten zu klingeln. Aber das hatte Kristell schon übernommen. “Guten Tag Frau Schneider, sie leiten doch die Selbsthilfegruppe für Frauen, deren Männer in einer Sekte gefangen sind.“- „Oh mein Gott, was wird denn das „, dachte ich mir. Aber schon hatte Frau Schneider Kristell freudig am Arm gepackt und vor sich her ins Wohnzimmer bugsiert. „Es ist schön, wenn sich jemand dafür interessiert, wir haben immer noch eine geringe Lobby.“- „Ich hätte gerne, dass sie meiner Freundin- und dabei schaute sie mich an- Ihre Geschichte erzählen. „Aber gerne doch. Es begann alles vor 15 Jahren, mein Mann, damals Mitte vierzig wurde über Nacht arbeitslos. Hunderte von Bewerbungen. Immer zu alt hieß es. Dann verfiel er auch noch in eine tiefe Depression. In genau dieser Phase wurde er im Park hinter der Kirche in unserem Dorf von einem Mann angesprochen. Wie es ihm denn gehe und ob er helfen könne, er kenne auch jemanden der in derselben Lage wäre. Da sei es ganz wichtig, die richtigen Leute um sich zu haben usw. Kurz um, mein Mann ließ sich breit schlagen mit in das „Gemeindezentrum“ zu kommen und das war der Anfang vom Ende. Er war innerhalb kürzester Zeit, bevor ich es richtig bemerkte, umprogrammiert. Unsere Konten hat er für sündhaft teure Seminare leergeräumt und auf all meine Nachfrage eine vorgegeben Antwort gewusst. Am Schluss verließ er mich und zog zu seinen „Freunden“. Erst war ich lange verzweifelt und versuchte alleine ihn daraus zu holen, aber das misslang gründlich. Also machte ich mich auf den langen und beschwerlichen Weg Leute aufzusuchen, die mir helfen konnten, ihn wiederzufinden und heimzuholen“- „Ganz wie Gerda“ flüsterte ich Kristell zu. „Fast ein Jahr hat es gedauert, bis er seinen innerlichen Wiederstand aufgab und stundenlang wie ein kleines Kind weinen konnte.“ Wir dankten Frau Schneider für ihre Offenheit und machten uns betroffen schweigend auf den Weg.

Kristell steuerte unmittelbar die nächste Station in ihrem Märchen an. Den wunderschönen Zaubergarten, indem die einsame Zauberin Gerda ihr Vorhaben vergessen lies, so dass diese viele Monate glücklich in dem Garten verbringt. Als sie sich wieder erinnert und aus dem ewigen Sommergarten flieht, ist es schon Spätherbst. Ein bisschen gespannt war ich schon, wen Kristell aus unserem Dorf mit dem Teil der Geschichte gleichsetzte. Nein, doch nicht Frau Semmelmann. Die hat zwar einen wunderschönen Garten, aber nein, da muss Kristell sich vertan haben. „Hallo Frau Semmelmann“! grüßte ich, bevor Kristell was sagen konnte „dürfte ich meiner Freundin aus Norwegen mal ihren wunderschönen Garten zeigen“.- „Aber gerne, ich freue mich über jeden Besuch, seit Jochen ausgezogen ist“. – „Jochen ist ausgezogen, seit wann?“- „Erst seit ein paar Wochen, aber es tut schon weh.Er hatte es doch so schön bei mir “ Naja, immerhin war Jochen 37 Jahre alt, aber ich erinnerte mich, dass er mir mal vorgeschwärmt hat, was seine Mama, also Frau Semmelmann alles für ihn macht und er deshalb keinerlei Ambitionen hat auszuziehen. Hotel Mama eben. „Auf einmal aus heiterem Himmel, steht er am Fenster, schaut in den Garten und sagt: „er gefällt mir nicht mehr, er ist ein Altweibergarten, ich muss hier raus und was anderes sehen.“ Und schon schossen ihr die Tränen in die Augen. „Ich bin jetzt so einsam“.-“Aber Frau Semmelmann, das ist doch ganz normal, dass die Jungen irgendwann flügge werden und ihrer ist das ja erst sehr spät. Aber sie werden sehen, wenn sie ihn loslassen wird er gerne wieder zu ihnen und in ihren wunderschönen Garten kommen.“ Ja, so gesehen hat Frau Semmelmann schon was mit der Zauberin im Märchenbuch gemeinsam. Sie hat alles so schön gemacht, dass ihr Sohn darüber vergessen hat, das Nest zu verlassen und sein eigenes Leben zu leben.„Kristell, ich brauch jetzt erst mal eine Pause“. In Gedanken daran, dass wir mit unserer Spurensuche erst in der Hälfte des Buches angelangt waren. “Gut nutzen wir die Zeit und du erzählst mir was von Dir.“”Also begann ich mein Leben vor ihr auszubreiten und es fielen mir längst vergessenen Dinge wieder ein.„Interessant“ säuselte Kristell. „Und bei dir, gibt es auch einen Mann in deinem Leben, einen Eismann vielleicht?“ Sofort musste ich laut loslachen, zwecks der Doppeldeutung. Kristell konnte ja nicht wissen, dass Eismann bei uns ein Anbieter von Tiefkühlware ist. „Ach weisst du, wer will schon sein Leben mit einer Schneekönigin teilen, von der alle Welt glaubt, dass sie ein kaltes Herz hat und keine Gefühle kennt. Wenn Hans Christian Andersen geahnt hätte, dass er mich mit seiner Schilderung von mir zu ewiger Einsamkeit verdammt.“ Ich konnte nicht anders, ich musste Kristell umarmen. Was hatte sie von all ihrer Schönheit.„Jetzt müssen wir aber weiter, ich will dir noch einiges zeigen“. Also mir hätte es schon gereicht. Aber der Besuch ist König. Also hin zur nächsten Beispielfigur. Die kannte ich allerdings nur vom Hörensagen. Nicht ganz meine Liga. Familie vom Steg. Ob wir da überhaupt reinkommen. Für Kristell überhaupt kein Problem, wahrscheinlich besaß sie auch noch märchenhafte Zauberkräfte. Ein herrliches Anwesen empfing uns und die alte Frau vom Steg erwartete uns schon oben an einer riesigen Freitreppe. Mir viel ein, dass wir uns vor Jahren den Mund darüber zerrissen haben, dass die Tochter der reichen vom Stegs einen brotlosen Schriftsteller geheiratet hatte. Was uns Frau vom Steg dann beim Tee erzählt, berührte mich doch sehr und ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte ich auch. „Wissen sie, meine Tochter hat sehr darunter gelitten, dass alle hier im Dorf ihren Ehemann als Schmarotzer darstellten, der sich in ein gemachtes Nest setzt. Sie wurde depressiv und musste für einige Monate in eine Klinik. Aber ihr Mann hat immer zu ihr gehalten und ihre gegenseitige Liebe überstand auch diese schwere Krise. Ich habe mich oft gefragt, wer gibt anderen das Recht über uns zu urteilen. Wir waren von Anfang an froh über diesen wunderbaren Schwiegersohn. Oh, je, ich gehörte auch zu denen die es nicht fassen konnte, dass Ingrid vom Steg sich mit diesem Schreiberling einließ und dass es ihr durch das Gerede und Getratsche so schlecht ging wusste ich auch nicht.

Ich hatte keine Lust mehr auf lebende Figuren , die denen aus dem Märchen der Schneekönigin ähnelten. Aber da zeigte Kristell ihre harte Seite. „Das muss sein, du hast mich immer vergöttert und nun liegt es an mir, dir etwas über die Menschen zu zeigen.“ Also gut, wer war jetzt nochmal im Märchen, der nächste, dem Gerda begegnete. Ach ja, das Räubermädchen. Na das kann ja heiter werden. Ich sah uns schon irgendwo im Knast stehen. Aber dorthin führte der Weg, den Kristell zielsicher einschlug nicht, sondern zu dem hässlichen Bau im Industriegebiet, indem seit einiger Zeit Flüchtlinge aus Syrien und Somalia untergebracht waren. Ja, ich muss zugeben, es war uns im Dorf schon ein Dorn im Auge, Eltern hatten Angst um ihre Kinder, und in den Geschäften fürchtete man sich vor vermehrtem Diebstahl .Näher kennengelernt hatte ich noch keine, allerdings war ich auch nicht bemüht. Das schien sich heute zu ändern. Ein bisschen mulmig war mir schon, als wir die große Fabrikhalle betraten. Als erstes vielen mir die vielen Feldbetten auf. Bett an Bett. Mindestens 200. Auf einigen saßen Frauen , Kinder spielten auf dem Betonboden mit leeren Einwegflaschen, Männer allen Alters standen herum. Mir fröstelte, nicht nur weil es kalt war in der Halle, mir fröstelte vor dem Elend, das sich mir in einer nie gekannten Nacktheit offenbarte. Ehe ich auf dem Absatz kehrt machen konnte und hinausrennen, kam eine Frau, etwa in meinem Alter auf uns zu. „Schön, dass sie bei uns vorbeischauen, bitte kommen sie näher“ begrüßte sie uns in perfektem Englisch.„Setzen sie sich doch, darf ich ihnen ein Glas Wasser anbieten, mehr haben wir leider nicht.“ Ich war vor lauter Beschämung mundtot, was bei  mir eher selten vorkommt. Bevor ich meine Fassung wieder fand, fragte Krystell, Aaminah, so hieß die überaus gastfreundliche Syrerin „Wären sie bereit uns ihre Geschichte zu erzählen“.- „Aber gerne doch . Wissen sie was mein Name bedeutet“. Ich brachte nur ein Kopfschütteln zustande, denn inzwischen hatten sich Frauen und Kinder um uns geschart. Distanziert, aber doch vertrauenserweckend hockten sie sich zu uns auf den Boden und ein kleiner, rotznasiger Junge zerrte an meiner Hose und wollte auf meinen Schoss.“Aaminah bedeutet Frau des Friedens und der Harmonie, aber leider erlebe ich derzeit werde Frieden noch Harmonie. Mein Zuhause gibt es nicht mehr, wir wurden überfallen und allem beraubt. Aber auch meine Landsleute haben  gestohlen und sogar getötet. „Wie die Räuberstocher im Buch“ flüsterte ich leise, damit es niemand hörte zu Kristell. Sie nickte unmerklich.“Wir sind so dankbar, dass wir hier sein dürfen und keine Angst mehr vor dem Krieg haben müssen.“ Dankbar, wofür, dass wir, einschließlich ich nicht den Hauch eines Versuches unternommen haben, etwas über die Flüchtlinge zu erfahren. Ich schämte mich. Und ich schämte mich noch mehr, als eine der Frauen in ihrem verschmutzen, zerissenen Kleid auf mich zutrat und mir ein kleines Tongefäss in die Hand drückte. Ihre Augen strahlten dabei eine unendliche Wärme aus. „Dies ist ein Tränengefäss aus unserer Heimat Syrien, wenn du weinen musst, sammeln sich dein Tränen darin und gehen nicht verloren, denn geweinte Tränen hüten wir wie eine Schatz.“ Ich begann sofort das Tränengefäss zu füllen. Und dann kamen sie alle und jeder überreichte uns eine Kleinigkeit, so als wären wir die Armen.Soviel Freundlichkeit, Nächstenliebe, und und und von jemandem der nichts hat, alles verloren hat und doch noch dankbar ist. Als wir uns zum Abschied umarmten hatte ich das Gefühl von lieben Freunden gehen zu müssen. „Mein Gott Kristell, was machst du mit mir. “Eigentlich konnte ich vor lauter Eindrücke und Emotionen nicht mehr, aber ich wusste, ein Besuch stand noch bevor. Der Besuch bie der Lappin oder was immer Kristell darunter verstand.  Liecht verstört blickte ich zu Kristell, die geradewegs auf unser Pfarrhaus zusteuerte.“Unser Pfarrer ist doch Badener und kein Lappe“ platzte ich dümmlich heraus. „Natürlich nicht, aber ebenso wie all unseren anderen Besuchen, hat auch er uns etwas zu sagen, was auch die Lappin zu der Kleinen Gerda gesagt hat. Du musst lernen Größer zu denken und das Gelesene aus dem Märchen in einer anderen Dimension zu sehen.“

Ich kam mit in diesem Moment ziemlich dumm und kindlich vor, denn für mich war die Schneekönigin immer nur ein wundervolles Märchenbuch. Aber ist es nicht auch wie in meinem Leben. Ich schaue viel zuwenig hinter das Vordergründige.Auch wieder eine Überlegung wert, so langsam sollte ich mir Kristells Gedankanstösse notieren.Da stand auch schon Pfarrer Weber vor uns. “Schön dass sie gekommen sind, bitte treten sie ein.“ Es schien fast so, als hätte er uns erwartet. Kristell begann sogleich die Unterhaltung.“Was sagen sie den Menschen die sie aufsuchen, weil sie nicht mehr weiterwissen  und wollen dass sie ihnen helfen“- „ Das ist eine gute Frage. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, den Menschen vor Augen zu führen, dass sie selbst die Macht besitzen etwas zu verändern. Der Glaube an Gott und der Glaube an sich selbst verhilft vielen über sich hinauszuwachen.“- „Genau das wollte ich hören. Kennen sie das Märchen die Schneekönigin? Im letzten Kapitel trifft die kleine Gerda auf der Suche nach ihrem Freund Kai auf die Lappin, von der sie hofft dass sie ihr weiterhilft oder ihr Kräfte verleiht. Die Lappin aber sagt, ähnlich wie sie heute : Ich kann ihr keine größere Macht geben, als die, die sie schon besitzt. Ihre Macht kommt aus ihrem reinen Herzen und ihrem Glauben.“  Ich war baff, während sich Pfarrer Weber noch angeregt mit Kristell in die philosophischen Weiten der Macht des Glaubens verirrte.

„Warum sollte Kai eigentlich das Wort Ewigkeit in deinem Palast mit Eisbuchstaben legen.“- „Weil er es nie geschafft hätte, denn unter Ewigkeit  versteht man etwas, das weder einen zeitlichen Anfang noch ein zeitliches Ende besitzt, unabhängig von dem Phänomen Zeit existiert. Er hätte sich darin verloren das Wort zu finden.“- „Ich muss dich noch was fragen, du mir so besondere Menschen vor Augen geführt hast,was denkst du wie kann man bei den Menschen den Splitter entfernen, bei denen er immer noch im Auge oder im Herz steckt.“ – „ Das ist ganz schwierig, das erreicht man nur durch bedingungslose Liebe. Und die spürst du erst wenn du selber dankbar sein kannst. Schließe die Augen  und denke an alles wofür du dankbar sein kannst. Dann kommst du mit der bedingungslosen Liebe in Kontakt und du spürst Dankbarkeit in deinem Herzen. Versuch nicht den anderen verändern wollen, sondern die eigene Sicht auf ihn und erwarte nichts. Und dann wenn du schon nicht mehr daran glaubst, weichst du verhärtete Krusten auf und der Splitter wird fortgespült.“- „So viel und vor allem so viel philosophisches wie du eben von dir gegeben hast, hast du die ganzen Tage nicht gesprochen. Ich danke dir für deine Worte und werde gewiss noch viel darüber nachdenken. Aber du hattest ja schon eine kleine Ewigkeit Zeit in deinem Eispalast dich mit all dem auseinanderzusetzen.“- „Ja, und deshalb als Schlusswort, mein Märchen endet mit den Worten „und sie waren im Herzen Kinder geblieben“. Wenn du dir das erhalten kannst, wäre es wunderbar, denn Kinder verfügen am Anfang noch über all die Eigenschaften die friedvolles Miteinander möglich machen. Sie kennen keine Sympathie und Antipathie, urteilen nicht über arm oder reich, schön oder hässlich. Sie erfreuen sich an kleinen Dingen und sind dankbar. „

Es läutet. Besser angebracht wäre nach diesen intelligenten Worten ein Glockengeläut, aber so war ich schneller wieder im Hier und Jetzt. Der Postbote mit einem Amazonpäckchen. Das Märchenbuch. Im ersten Moment wusste ich nicht ob ich mich freuen sollte oder traurig darüber sein, dass nun die Begegnung der dritten Art bald vorbei sein sollte. Kristall hatte es auch schon bemerkt und während ich das Päckchen öffnete, ging sie leise zur Gefriertruhe um ihre Sachen herauszuholen und sich umzuziehen. Es war soweit. Es war die Zeit des Abschiedsnehmens gekommen. Sie hatte nur für  zwei Tag ihre Märchenwelt verlassen hatte, aber mir in dieser kurzen Zeit Erkenntnisse geschenkt, für die bei manchen ein ganzes Menschenleben nicht ausreichen würde. Dafür war ich Kristell unendlich dankbar.Wir umarmten uns herzlich wie zwei alte Freundinnen, auch wenn unsere Umarmung eisig war, weil Kristell bereits den Eismantel um hatte und ich flüsterte ihr leise ins Ohr „Ich werde meine Chance nutzen, die du mir eröffnet hast. Ich danke dir.“ Sie ließ mich los und zog ein hauchdünnes Rauhreiffädchen aus ihrem Mantel. „Das ist mein Abschiedsgeschenk für Dich“. Jedes Fädchen in meinem Mantel ist eine glückliche Stunde in meinem Leben und eine davon will ich dir schenken. Ich heulte was das Zeug hielt, öffnete zaghaft das Buch  und    tr.tr…..was war das. Verwirrt wischte ich mir über die Augen. Mein Wecker. Oh nein, es war alles nur ein Traum. Sehr schade eigentlich. Ich hatte Kristell beinahe schon liebgewonnen. Aber auch wenn es nur ein Traum war, will ich mir all das , was sie mir vor Augen geführt hat, verinnerlichen. So sind Träume keine Schäume, sondern die Chance etwas bei sich zu verändern. Ich schälte mich schlaftrunken aus meinen Bett und wischte mir etwas aus den Augen, dass sich in meinen Wimpern verfangen hatte. Ein Rauhreiffädchen, das Rauhreiffädchen von Kristell. Emotional sehr bewegt stellte ich das Märchenbuch, nicht ohne mich vorher zu vergewissern, dass die Schneekönigin wieder auf ihrem Platz war, in meine Vitrine. Es bekommt einen Ehrenplatz neben den Barbies. Auch wenn alles vielleicht nur ein Traum war, wer weiss, aber wenn ich in Zukunft einen Kriminalroman in Händen halte, werde ich besonders aufpassen dass er mir nicht runterfällt. Denn auf „Mord im Ort“ steht nicht mein Sinn.

 

 

Advent, Advent, die Stimmung brennt..

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Alle Jahre wieder steht der Advent völlig überraschend vor der Tür. So unverhofft, dass ich gerade noch einen der letzten Adventskränze erstanden habe. Modell Armani. Superteuer,  extravagant und dünn benadelt wie ein Magermodell. Adventszeit, die Zeit der Ruhe, Besinnung und Ankunft. In unserem Fall bedeutet das die Ankunft von Tante Frieda ,  einschließlich Hubert, ihrem immer sabbernden Boxer, um bei uns ihre adventlichen Besinnungstage zu nehmen. Tante Frieda will`s am liebsten morgens schon besinnlich, ein  Herausforderung für mich, wenn 3 Kinde und ein Mann morgens um 7.00 Uhr aus dem Haus müssen. Aber da kennt Frieda nichts. Adventskranz muss brennen und Frieda will schon  morgens „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ singen . Und jeder lauert auf die Zeitansage im Radio „Wir sagen euch, es ist genau 7.00 Uhr“. Zwei angenervte Teenager, die noch  weniger sagen als normal verlassen fluchtartig das Haus, ein heulendes Kindergartenkind „Moritz will nicht besinnlich machen, Moritz hat Hunger“ muss noch eine Stunde bleiben  und ein Ehemann, der die Einkehrtage Friedas zu seinen Auskehrtagen macht. Er geht früher und kommt später. Also besinne ich mit Tante Frieda und Hubert alleine, bis mich dann  meist so gegen 9 der Briefträger, die Post dein Freund und Helfer, erlöst und ich Friedas Kommentar :“Du bist aber ungemütlich“ überhöre. Zu Frieda Einkehrwochenprogramm  gehört auch die Weihnachtsbäckerei. Das war schon immer  so, das ist so und das wird auch so bleiben. Danke, Mama für deine Hinterlassenschaften, dabei ist sie doch deine  Schwester. Und nur Frieda kann es richtig. Dazu plärrt zum 100mal Tante Friedas mitgebrachte Advents CD „Es ist ein Ros entsprungen“ und mir zerspringen gleich meine Nerven,  die nur noch Bindfadenstärke haben. Beim 4. CD Durchlauf und Maria durch den Dornwald ging habe ich schon Halluzinationen und höre meinen Namen: Monika durch den  Dornwald ging.  Wahrscheinlich weil ich mich von Friedas spitzen Attacken schon so gespickt fühle.“ Das ging bei deiner Mutter schneller, das hat die aber so gemacht, diesmal  schmecken die Plätzchen ganz anders.“ Mein Stimmungsbarometer sinkt sekündlich. Ich sehne den Nikolaustag herbei, nicht etwa wegen einer Strafpredigt für Tante Frieda, obwohl ich schon finde dass sie eine verdient hätte, sondern weil sie immer einen Tag danach abreist. Sie hat ja noch soviel in der Adventzeit zu tun. Sie, die alleinstehend ist, noch nie einen Tannenbaum aufgestellt hat wegen des Nadeln, die, wenn überhaupt, nur Geld verschenkt und die über die Feiertage ihren Sohn heimsucht. Endlich ist der Abreisetag da. „Lasst uns froh und munter sein“ Frieda packt schon ihren Koffer.

Der Nikolaustag verläuft erstaunlich ruhig, zu ruhig, bis zu dem Zeitpunkt als unser Jüngster sein Pupskissen zum Einsatz bringt. Und wer hätte das gedacht, unter Tante Friedas Stuhl positioniert hat. Per Fernbedienung löst er es aus und mit ihm eine Kettenreaktion. Frieda springt erschrocken auf, tritt dabei auf Hubert, der sich wiederum erschrocken an der Tischdecke verbeißt und unter Adventskranz, Kaffeetassen und unter dem Schweiße meines Angesichts hergestellten Plätzchen begraben wird, was ihm aber nicht allzu viel ausmacht, da er sofort über die Kekse herfällt. Das Stimmungsbarometer schießt in schwindelerregende Höhen. Geschrei, Geheule, Gebelle und Geläute.“Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..“  Der Nikolaus ist da. Und schön hats mein Mann wieder gemacht. Fast schon besinnlich.  Zum Abschluss des Tages und zum Abschied von Tante Frieda machen wir noch eine Flasche Wein auf „den Guten“und stoßen mit den Kindern an. Moritz erhebt sein Limoglas und sagt wie ein Großer: „Trinken wir auf Tante Frieda“ Die kann vor Rührung kaum die Tränen zurückhalten: „Wieso denn auf mich?“ „Das machen wir auch oft wenn du nicht da bist, weil wir uns schon auf dein Haus und dein Geld freuen und wenn wir erben, dann krieg ich einen Hund, aber nicht so einen wie du, der aussieht als sei er vom Hochhaus auf die Schnauze gefallen, wie Mama immer sagt. „O, Heiland reiß die Himmel auf, mach Schirm und Schild für uns daraus. Lass uns darunter sicherstehn, bis alle Stürm vorüberziehn…“   Advent, Advent die Stimmung brennt.

 

 

 

1950/1959 Ein Fünfmarkstück erzählt

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Mein Name ist Mark G.Ich bin 1950 in Karlsruhe geboren,oder besser gesagt, geprägt.Ja, ich bin ein 5 DM Stück, auf dessen Rückseite noch immer prachtvoll,wenn auch etwas angestaubt der Bundesadler prangt.An meinen Seiten trage ich stolz die großen Worte „Einigkeit und Recht und Freiheit“.Noch jung und nagelneu war ich neugierig auf die Welt, die mich außerhalb der Münzprägeanstalt erwartete.Auch wenn ich sie nur ein knappes Jahrzehnt erleben durfte,um dann in einer Blechschatulle mein Dasein zu fristen,prägten mich die 50er Jahre im wahrsten Sinne des Wortes.Glücklicherweise fiel ich zuerst in Frauenhände.Was die Mode angeht,begannen die 5Oer sehr verhalten,man hatte schließlich kaum Geld.Doch mit dem Wirtschaftswunder nahm auch die Mode einen größeren Stellenwert ein.Ich liebte es,wenn mich die Damen mit ihren behandschuhten Händen berührten oder ich in ihren Handtäschchen hin und hergeschlenkert wurde,wenn sie sich auf ihren Pfennigabsätzen wippend fortbewegten. Die Frauen der Nachkriegszeit besannen sich endlich wieder auf ihre Fraulichkeit,liebten das Figurbetonte, Offenherzige. Zwar hatten nicht alle die Figur einer Jane Mansfield , aber ich fand die Glocken–und Tellerröcke,ärmellose, bauchfreie Blusen und College-Jacken toll.Outfits bestimmt von Pepita Muster und Vichy Caros.Eine noch nicht ganz unbeschwerte Leichtigkeit des Seins macht sich wieder breit und ich war mittendrin im neuen Lebensgefühl.Lange Zeit lebte ich bei Gerda, versehentlich in einen Cocktailsessel gerutscht und vergessen.Es war eine wundervolle, oder wie Bully Buhlan sang:„Es liegt was in der Luft“-Zeit.Gerdas Freundinnen kamen,tanzten in ihren swingenden Petticoats zu „Rock around the clock“ ,ihre Pferdeschwänze wippten und die Jungs taten auf cool in ihren Jeans.Jeder wollte ein zweiter James Dean sein.Nicht wenige trugen die berühmte Elivstolleund liebten auch den deutschen Schlager.Die Mädels liebten Peter Kraus.Ein bisschen neidisch war ich schon, wenn es dann noch Kullerpfirsich und Käseigel gab. Gerdas Eltern hingegen mochten die „Negermusik“ und die „Halbstarken“ nicht, für sie waren Heimatfilme oder Quizsendungen die Höhepunkte familiärer Wochenendkultur.So tobte bei Gerda Zuhause ein ständiger Generationenkonflikt. Materiell orientiertes Elternhaus, in dem brav, fleißig und sparsam Lieblingsattribute waren, vor allem bei Vater Friedrich.Konträr dazu Gerdas Lebenslust mit Lidstrich, Nagellack und superenger Caprihose. Da bedauerte ich schon sehr nur ein Geldstück zu sein.Prüderie und Nostalgie,Aufbruch und Fortschritt. Meine Ottonormalverbraucherfamilie lebte es vor. Als Caterina Valente sang: „Wenn bei Capri …“ hätte ich nie gedacht, dass ich das noch sehen würde. Peter, Gerdas Freund , fand mich nach Ewigkeiten in der Ritze des Sessels wieder, steckte mich ein und ging mit Gerda und mir auf große Fahrt.Nach Italien.Wie so viele andere auch. Die Kriegsschäden nicht mehr sehen,der heimatlichen Tristesse entfliehen ,die Sonne und das Meer Italiens genießen.Dort Urlaub machen,wovon Vico Torriani und Enrico Caruso so leidenschaftlich sangen. Allein die Fahrt dorthin war beschwerlich ,denn Peter hatte eine BMW Isetta,die er auch liebevoll „Knutschkugel“ oder „Mach-hoch-die-Tür-Auto“ nannte.Für uns drei reichte es. Immerhin 2,25m lang . So tuckerten wir mit 14 PS nach Italien,für 60Pf.den Liter Benzin.Wohl dem,der bereits im Besitz eines Gogomobils war.Ich erlebte auch,wie es ist,an einem Zebrastreifen zu warten, denn der wurde erst 1953 in die westdeutsche Straßenverkehrsordnung eingeführt und nach ihm dann 1954 die Parkuhr.Gott sei`s gedankt, nur für Kleinmünzen.So hätte mein Leben weiter verlaufen können, aber ich fiel in die Hände oder besser gesagt ins Portemonnaie eines Politikers.Was das Auto betraf,verbesserte ich mich.Vom 3.500 Mark teuren VW Käfer und das bei 300 Mark monatlichem Durchschnittsverdienst,über einen Opel Kapitän bis zum Mercedes SL, fuhr ich überall mit. Es ging mir in diesen Kreisen nicht schlecht, es war nur alles viel ernster und steifer,aber ich lernte viel in den Politikerkreisen. Schließlich gab es dort überall Fernsehapparate,meist den Diplomat von Nordmende.Ich hörte von der  Zeit des kalten Krieges und der Zeit des Wirtschaftswunders.Dass zwei deutsche Staaten ihre Identität suchten.Den Namen Konrad Adenauers hörte ich täglich.Ich bin zwar nie durch seine Hände gegangen,aber er muss als Bundeskanzler der BRD so was wie eine politische Leitfigur der 50er gewesen sein. Schwarzmarkwirtschaft über Nacht zu Ende,1955 war die Arbeitslosigkeit so niedrig,dass erstmals Gastarbeiter ins Land kamen. Bekam doch da der Millionste, ein Portugiese, ein Moped als Gastgeschenk. Ich hörte Sachen wie Wiedergutmachung dem Staat Israel und dem jüdischen Volk gegenüber.Da war ich ganz froh nur ein Geldstück zu sein.Und ich erlebte dort auch das Wunder von Bern.Mein Gott war ich stolz ein deutsches 5 Mark Stück zu sein.Wir hatten die Fußballweltmeisterschaft gewonnen.Wir waren Weltmeister.Ich war das Geld eines Weltmeisters und kein Schweizer Franken. Kurz darauf verschwand ich in der Versenkung einer Blechdose,mit mir das Reichsmarkstück und 2002 kam dann das Starterpaket Euromünzen hinzu.Die tun mir oft leid.Geboren bzw. geprägt um dann gleich weggesperrt zu werden.Deshalb erzähle ich ihnen immer wieder meine Geschichten aus den 50ern.Ein spannungsgeladenes, facettenreiches Jahrzehnt.Ein Jahrzehnt voller Gegensätze und Konflikte.Und ich habe sogar über die Zeit hinaus immer noch meinen Wert behalten.Ich bin und bleibe ein 5 Mark Stück der 50er Generation und darauf bilde ich mir etwas ein.Vielleicht werde ich ja eines Tages bei der Landeskreditbank gegen Euro eingetauscht, aber davor fürchte ich mich nicht,dann treffe ich wieder Gleichgesinnte und wer weiss,eines Tages sind die Menschen vielleicht auch des Euro überdrüssig.Denn,Retro ist in. Warum nicht auch wieder die Mark.

Senf allein macht nicht glücklich

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Eigentlich verlief mein Leben bis vor einer Woche in geregelten Bahnen. Mein Name ist Desiree Dijon und trotz meines abgebrochenen Studiums der Chemie in Beaune habe ich mich in der kleinen, aber exquisiten Senfherstellungsfabrik „Mustard“ von der Fließbandarbeiterin zur Produktendkontrolleurin hochgearbeitet. Wenn ich gefragt werde wo ich arbeite sage ich immer in einer Senferie. Wir Franzosen lieben unsere Patisserie, Boulangerie, Parfümerie. Deshalb gibt es für mich auch eine, meine Senferie. Ich liebe meine Arbeit in der Senferie und ein bisschen liebe ich auch meinen Juniorchef Mike Mustard. Wenn ich morgens die Fabrikhalle betrete strömt mir schon dieser süßlich scharfe Geruch des Senfes entgegen, kitzelt ein bisschen meine Häärchen in der Nase, die sofort die Zugabe der entsprechenden Inkredenzien ausfiltrieren, sei es der herbe Geruch des Estragon, der Liebliche des Honigs oder die Schwere des Tomatenmarks, mit dem unser Senf verfeinert wird und das ihn so einzigartig macht. Für meine Sinne ist der Arbeitsbeginn jedes Mal ein Erlebnis. Was für andere der berauschende Duft des Morgenkaffees ist für mich das Aroma unseres Senfes. Eine Senfonie der Sinne. Bei meiner eigentlichen Arbeit, der stichprobenartigen Verkostung des Endproduktes kommen dann meine Geschmacksknospen auf ihre Kosten. Wenn ich meinen Freunden erklären will, was ich beim Verkosten des Senfes empfinde, sagen sie nur „Senf ist Senf“ Nicht so für mich. Jede Senfsorte ist für mich etwas Besonderes .So z. B. unser derzeitiger Renner, der Honigsenf. Im vorderen Bereich der Zunge schmecke ich die Süße des Akazienhonigs und dann, wenn der Senf schon fast in den Gaumen rutscht kommt im hintersten Teil meiner Zunge erst die Schärfe des Senfes zum Vorschein. Das Süsse, die Schärfe, die ätherischen Öle alles eoplodiert wie ein kleines Feuerwerk im Mund. Dazu kommt dann, das  einem die Schärfe hin und wieder die Tränen in die Augen treibt oder die Nase zu durchzublasen scheint, aber solange ich nur aus diesem Grunde Tränen vergieße soll es mir recht sein. Bis zu diesem besagten Tag. Eigentlich habe ich mich riesig auf ihn gefreut. Ein neues Produkt sollte heute das erste Mal vom Band und das allererste Mal sollte ich ganz alleine dafür zuständig sein, da Mike Mustard auswärts Geschäfte zu erledigen hatte und erst gegen Abend zurückerwartet wurde. Curryingwersenf, schon beim Aussprechen des Namens schalteten meine Speicheldrüsen auf Einsatz, das Wasser lief mir im Munde zusammen. Und dann war es endlich soweit, das erste Glas Curryingwersenf lief mir vom Band entgegen und verströmte bereits den süßlichen scharfen Geruch des Currys und das Zitronige des Ingwers. Ich griff nach dem Glas, fuhr mit meinem Probierlöffel sachte hinein, doch das stieß ich auf etwas ungewohnt Hartes. Unsere Senfsorten waren unter anderem für ihre cremige, fast sahnige Konsistenz bekannt und da hatten Klumpen rein gar nicht verloren. Ich spürte bereits den aufkommenden Ärger , dass irgendwer im Ablauf der Produktion gepatzt haben musste. Und das ausgerechnet heute.

Also holte ich mir erst mal eine Petrischale um den Inhalt des Glases auszuschütten und genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber dazu kam es erst gar nicht. Als ich anfing umzuschütten Klatschte mir mit einem Plopp ein völlig senfverschmierter Finger in die Auffangschale. Reflexartig ließ ich sie fallen und sah noch an dem herumkurgelnden Finger einen orangeroten Fingernagel und etwas, das aussah wie ein Ring. Dann sah ich erst mal gar nichts mehr und als ich wieder zu mir kam lag der Finger immer noch auf dem Boden. Um Fassung ringend versuchte ich all meine Entspannungstechniken die ich für teure Kursgebühren erlernt hatte anzuwenden, aber vergeblich. Ich hörte mein Blut im Kopf rauschen und mein Herz bollerte gegen meinen Brustkorb. Mit zittrigen Händen fuschelte ich mein Handy aus meinem Arbeitskittel und drückte die Taste unter der der Notruf abgespeichert war. “Hier Pizzaservice Schneller Finger“, was kann ich für sie tun.?“ Falsche Taste, neuer Versuch. Endlich. Ich murmelte Desiree Dijon, abgeschnittener Finger im Senf, Senffabrik Mustard. Bitte kommen sie schnell. Schnell ist immer relativ. Mir schien es wie eine Ewigkeit in der ich pausenlos auf den Senffinger starrte. Immerhin war ich noch so geistesgegenwärtig den Maschinenwart anzuwählen und ihn kommentarlos aber bestimmt anzuweisen alle Maschinen zu stoppen. Dann endlich kamen zwei Streifenpolizisten, die auch nicht mehr taten als ich, nämlich den Finger im Auge zu behalten.“ Dies“ falle nicht in ihren Zuständigkeitsbereich, deshalb hatten sie Spurensicherung und Mordkommission geordert. Je länger ich den Finger betrachtete umso weniger furchteinflößend wirkte er. Wie er da so lag, in dem leuchtend gelben Curryingwersenf mit dem orangerote Fingernagel .Den gelbgoldenen Ring konnte man nun ganz gut erkennen, da der Senf nicht daran haften blieb .Eine tolle Farbkomposition,Ton in Ton mit dem Senf. Fast schon eine Plastik, deren Titel lauten könnte: „Wer den Schaden hat, brauch für den Senf nicht zu sorgen“.Endlich war die Spurensicherung da und sicherte als erstes den Finger, der mit Hilfe einer Pinzette in einem Plastiktütchen verschwand. „Blast bloß das mit der Mordkommission ab, das ist ein Plastikfinger.“ – O mein Gott, ein abgeschnittener Finger wäre schon schlimm gewesen, aber jetzt steckte vielleicht sogar Sabotage dahinter. Nicht auszudenken wenn dieses “Fingerglas” in den Handel gekommen wäre. Ruinös. Und ich trug heute die Verantwortung. Und ich trug schwer daran. Jetzt half nur noch professionelles Funktionieren. Ich ordnete an, dass alle bereits abgefüllten Senfgläser durchsucht werden, gleichzeitig ließ ich die Tanks mit der Curryingwermasse versiegeln und die Fließbandarbeiter schickte ich bei gleicher Lohnfortzahlung nach Hause. Übrig blieb ich und ein Hauch von Curry-Ingwer Senf Duft. Noch eine Stunde bis der Juniorchef wieder da sein würde. Ein Anruf der Polizei teilte mir sachlich mit, dass es sich bei dem Ring um einen 24 Karat Goldring mit einem einggefassten Brillanten von 2,0 mm und 0,03 ct handelte. So genau wollte ich es gar nicht wissen. Seltsam, wer betreibt Firmensabotage mit einem echten Ring. Aber das sollte die Polizei herausfinden. Erste Anrufe der Presse, aber ich teilte bestimmt mit, dass erst heute Abend um 19.00 Uhr Mike Mustard eine Stellungnahme zu dem Geschehen in seiner Firma abgeben würde. Endlich stand Mike vor mir. Ich brache in Tränen aus und warf mich völlig hemmungslos an seine Brust.-“ Na, dass dich das so mitnimmt, hätte ich nicht gedacht.-“ Wie bitte“, sofort wich meine Erschöpfung einer Wutanwallung.-„ Wie hättest du denn auf einen Finger in der neuen Senfkollektion reagiert?“ blaffte ich den Juniorchef an. „Wie kannst du so ruhig bleiben, wenn der Ruf deiner Firma auf dem Spiel steht.“ Mike fing an zu lachen, lachte und lachte, bis auch ihm die Tränen kamen. Also ich verstand nichts mehr. Äußerte sich beim ihm so der Schock. Nachdem er wieder einigermaßen in der Lage war zu sprechen gluckste er: “Schau, wir kennen und mögen uns jetzt schon so lange und da dachte ich es wäre eine originelle Idee dir auf diesem Wege einen Heiratsantrag zu machen. Ich wusste ja, dass du das erste Glas verkosten würdest.“ Zum zweiten Mal an diesem Tage wurde mir schwarz vor Augen, aber Mike fing mich auf. Als uns die Polizei den Verlobungsring aushändigte, strahlten meine Augen genauso wie der Brilli. Und natürlich habe ich ja gesagt, denn wer weiß auf welche Ideen Mike sonst noch gekommen wäre. An Fingerspitzengefühl scheint es ihm ja zu fehlen. Ab sofort geben wir nun beide, sowohl in der Firma als auch privat unseren „Senf „dazu. Die Unkosten, die durch meine „FingerEntscheidungen“ entstanden sind hat der Verkaufsschlager „Curryingwersenf“ längst wieder reingebracht. Senf allein macht nicht glücklich, aber mit dem Senfbesitzer bin ich nun überglücklich.

 

 

 

„Mobbing essen Psyche auf“

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Ich bin die Psyche von Maria.Seit 42 Jahren sind wir ein Team und es war nicht immer leicht.Uns ging es gut, bis zu dem Zeitpunkt, da Maria beschloss, zugunsten ihrer Kinder auf  ihren Job zu verzichten.Bis dahin war sie eine taffe, selbstbewußte junge Frau und ich völlig im Gleichgewicht.Alles begann beim ersten Treffen mit ihren alten „Freundinnen“, die  immer noch oder wieder,trotz Kinder, im Berufsleben standen.„Was, du arbeitest nicht.“- „Na, du kannst es dir ja leisten“  – „Also ich könnte das nicht, wäre mir viel zu  langweilig“.Noch schmunzelte Maria über die Aussagen,denn die Freude für ihre Kinder immer da zu sein sehen überwog, auch wenn es manchmal so stressig wie ein Job war.Im  Laufe der Jahre wurden Aussagen immer beleidigender. „Man sieht halt, dass du nur zuhause bist, da kann man sich schon gehen lassen“- „Also mit der Frisur dürfte ich im Job nicht  aufkreuzen.“- „Wenn ich die Zeit wie du hätte, würde ich wenigsten was für meinen Körper tun.“ Das war dann der Zeitpunkt an dem Maria nicht mehr zu Treffen ging, denn ich war  kränklich.Ich hatte lauter so diffuse Symptome wie Schwindel, Herzrasen, Übelkeit usw.Ganz selten erhielten wir Anrufe von Bekannten, die aber nur über ihre Situation jammerten  und immer mit derselben Leier endeten „Du hast es halt gut, einen Mann der dich aushält, zwei Kinder die dir keine Sorgen machen, kein Stress im Job.Was willst du mehr .“Ich spürte  wie Maria schreien wollte.„Ich scheiss auf euch, ihr seid ja bloß neidisch,weil ich gerne Hausfrau und Mutter bin“.Aber da bin ich schon zu schwach sie zu unterstützen. Steter Tropfen  höhlt den Stein.Die Medien tun ihr Übriges. Eine tolle starke Frau wird nur definiert über ihren locker, leichten Spagat zwischen Job und Familie.Kinder Küche Kirche, wer sich dafür  entscheidet ist von vorvorgestern und wird mit Missachtung bestraft.Faulheit, Dummheit wird uns vorgeworfen und Ausgrenzung ist die Folge.Das macht mich krank.Mein  Selbstwertgefühl geht gen null und Maria ist außer Stande ihr normales Leben am Laufen zu halten.Soziale Vereinsamung,Zusammenbruch,Psychopharmaka.Nur ihre Familie und  ihre inzwischen erwachsenen Kinder gaben ihr Halt und begleiteten uns durch die schwere Zeit.Ein Satz von Marias Ältestem hat mich sehr berührt . „Mama, dass wir so geworden sind,wie wir sind, haben wir dir zu verdanken.Wir lieben dich, für das was du für unsere Familie geleistet hast.“Und ihre jüngste Tochter hatte eine super Idee.„Schreib mal alles auf, was du in all den Jahren geleistet hast,angefangen damit, dass du uns das Leben geschenkt hast“.Und das hat Maria getan, in einem Fotobildband. Kommt nun jemand und meint wir können nicht mitreden,weil wir „bloß Zuhause“ waren, geht Maria selbstbewusst ans Bücherregal,holt ihr Buch raus und legt es dem verblüfften Mobber vor.„Und, was kannst du vorweisen“. Gegen Mobbing und Dummheit ist kein Kraut gewachsen.Aber ein intaktes Umfeld stärkt das Selbstbewusstsein.Mobbing essen dann keine Psyche auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Creativ paint art


Hier sind meine neuesten Werke

 

“Schlaganfall”

 

 

 

 

 

 

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Die verschiedenen Gesichter eines Individuums”

 

“Befreie Dich”

 

“Zerstörende Gedanken”

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“Die Welt steht Kopf”

 

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“Trennung”

 

 

 

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“Verkrustetes aufbrechen”

 

 

 

 

Alles ist vergänglich

Alles ist vergänglich

 

 

 

"Wer bin Ich"

“Wer bin Ich”